Telekom-Chef schürt Ängste vor Ausstieg des Staates aus dem Konzern

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Im Zuge der Gespräche zur Bildung einer neuen Bundesregierung steht auch die staatliche Beteiligung an der Deutsche Telekom zur Disposition. Ein kompletter Ausstieg wäre durchaus möglich - allerdings kommt ein solches Vorhaben beim Management der Telekom selbst nicht sonderlich gut an.
Etwa ein Drittel der Telekom-Anteile gehören derzeit noch dem Bund. Ein Verkauf würde diverse Fragen aufwerfen, erklärte Konzernchef Timotheus Höttges gegenüber der Welt am Sonntag. "Welches Interesse hat er an Infrastruktursicherheit? Will er in Deutschland investieren, und wenn ja, wo und vor allem wie viel?", so der Manager.

Höttges sieht es außerdem als ungeklärt an, "was der Bund dann mit all dem Geld täte, das er durch einen Verkauf einnimmt". Immerhin ist das Aktienpaket gute 24 Milliarden Dollar wert. Jene, die für den Verkauf sind, haben allerdings durchaus recht konkrete Vorstellungen, wofür das Geld gut wäre: Man könnte beispielsweise endlich den Glasfaser-Ausbau umsetzen, den die Telekom seit vielen Jahren vor sich herschiebt.


Glasfaser scheitert angeblich an Regulierung

Höttges will natürlich vor allem eines nicht: Dass der Staat den Glasfaser-Ausbau übernimmt. Er wirft stattdessen Nebelkerzen und behauptet, dass die starke Regulierung schuld daran ist, dass man hier noch nicht weitergekommen sei. Der Telekom-Chef erhofft sich insbesondere von einer Regierungsbeteiligung der FDP, dass der staatliche Einfluss auf den Markt zurückgefahren wird.

Für einen Verkauf der Telekom-Aktien haben sich sowohl FDP als auch Grüne vor der Wahl ausgesprochen - wenn teilweise auch aus unterschiedlichen Motivationen heraus. Auch Teile der Unionsparteien stehen einem solchen Vorschlag positiv gegenüber. Ursprünglich gehörte die Telekom komplett dem Staat. Seit der Privatisierung vor über 20 Jahren sind aber viele Beteiligungen verkauft worden. Über das verbliebene Drittel hat der Staat aber noch immer starken Einfluss auf die Geschäfte des Konzerns und wird immer wieder auch dafür kritisiert, dass diese Position nicht genutzt wird, um den Aufbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur zu forcieren.

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