RTL-Chefin: Netflix, Amazon Prime und Co. könnten Werbung bekommen

Streaming, Interface, Netflix, Ui, Benutzeroberfläche, Streamingportal Bildquelle: Netflix/The Verge
Das klassische Fernsehen ist längst schwer unter Druck, denn vor allem junge Zuseher aktivieren immer häufiger Netflix und andere Streaming-Anbieter statt bei klassischen TV-Inhalten einzuschalten. Die Sender machen sich aber keine Sorgen, jedenfalls versucht man, nach außen hin Ruhe auszustrahlen. So wie RTL-Chefin Anke Schäferkordt.
Gute Miene zum bösen Spiel: Diesen Eindruck kann man durchaus bekommen, wenn man das aktuelle Interview liest, das die Chefin der RTL-Gruppe, Anke Schäferkordt, der Süddeutschen Zeitung gegeben hat (via Die Presse). Denn von Problemen will die 54-Jährige nichts wissen, im Gegenteil. Dank anhaltender Investitionen in Inhalte sei man auch für die Zukunft gewappnet, meint Schäferkordt.

Auf die immer mächtiger werdende Streaming-Konkurrenz von Anbietern wie Netflix und Amazon reagiert sie vermeintlich gelassen und meint, dass auch diese es den Privatsendern nachmachen könnten: "Langfristig könnte sich wohl auch Netflix für Werbung öffnen, ähnlich wie der Bezahlsender Sky es getan hat", sagte Schäferkordt dazu.


Auch der Versandhändler Amazon würde in den USA den Werbebereich gerade insgesamt stark ausbauen, es ist deshalb "nicht ausgeschlossen, dass mittelfristig auch bei Amazon Prime Werbung laufen wird". Ob Schäferkordt hier tatsächlich auf ihr zweifellos vorhandenes Expertenwissen zugreift oder ob sie lediglich von der eigenen Werbefinanzierung gewissermaßen ablenken will, sei mal dahingestellt. Denn vorstellbar ist es nicht, dass Netflix- und Amazon Prime-Nutzer Werbung tolerieren würden.

Junge Leute

Etwas widersprüchlich ist die RTL-Managerin in einer anderen Aussage, denn offenbar biegt sie sich hier die Statistik etwas zurecht. Wir jedenfalls würden zumindest 14- bis 29-Jährige als "junge Menschen" bezeichnen. Schäferkordt jedenfalls gibt zu: "Junge Leute sitzen immer weniger vor dem linearen Fernsehprogramm, 2016 waren es aber immer noch 118 Minuten am Tag, das ist sicher mehr, als jede Art von Streaming- und Onlineangebot erzielt. Unsere Kernzielgruppe sind jedoch Erwachsene zwischen 14 und 59 Jahren. Die deutsche Gesellschaft ist ja auch überwiegend älter als 25, das zeigt sich auch in der Fernsehnutzung."

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