Die Wissenschaft hat festgestellt: Die Nutzer wollen schnelleres Netz

Glasfaser, Licht, Fiber Bildquelle: AR Photos
Die aktuellen Marktanalysen zum deutschen Telekommunikationsmarkt könnte man fast schon als Sammlung von Binsenweisheiten bezeichnen. Allerdings steht die von der Politik vorangetriebene regulatorische Praxis den Erkenntnissen weiterhin im Wege. Das gilt teilweise aber auch für die Angebote der Provider.

Infografik: Kaum Glasfaser in DeutschlandKaum Glasfaser in Deutschland
Bei der Vermarktung von Verträgen für Festnetz und Mobilfunk wird auch heute noch immer wieder mal die integrierte Telefonie-Flatrate in den Mittelpunkt gestellt. Das interessiert nur niemanden mehr. Obwohl immer mehr Nutzer mit Pauschaltarifen für die Sprachkommunikation ausgestattet werden und die Leute auch immer häufiger ein Mobiltelefon dabei haben, wird immer weniger telefoniert.

914 Millionen Minuten Gesprächszeit kommen in Deutschland in diesem Jahr im Tagesdurchschnitt zusammen. Das sind immerhin 6 Millionen Minuten weniger als im Mittel des vergangenen Jahres. Die Menge der Gesprächsminuten sank dabei vor allem im Festnetz, aber auch im Mobilfunk wird weniger geredet. Einen Zuwachs verzeichneten lediglich Sprach-Übertragungen über Kommunikations-Dienste wie Skype und WhatsApp.

Schnelleres Netz wär nett

Stattdessen wollen die Nutzer natürlich lieber immer schnellere Internet-Zugänge - natürlich mit ausreichend hohen Datenvolumina. Ersterem steht die immer weiter fortgesetzte Verschleppung des Glasfaser-Ausbaus noch immer im Weg, letzteres kommt aufgrund der Produktpolitik der Mobilfunker nur unzulänglich voran.

In diesem Jahr klettert die Nachfrage nach stationären Internet-Anschlüssen mit Downstream-Bandbreiten über 50 Megabit pro Sekunde um immerhin 28,2 Prozent. Allein im Festnetz steigt der Traffic dabei im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 30,8 Milliarden Gigabyte. Im Mobilfunk klettert der Durchsatz noch schneller: Hier geht es um fast 50 Prozent auf 1,35 Milliarden Gigabyte nach oben.

Der Branchenverband VATM, in dessen Auftrag die Analyse an der Universität Duisburg-Essen erarbeitet wurde, kritisiert dabei, dass die Regulierung nicht dem Bedarf entspricht. Statt endlich einen breiten Glasfaser-Ausbau für die Umsetzung einer Gigabit-Infrastruktur voranzutreiben, wird stattdessen der Telekom noch mehr Spielraum für die Ausnutzung ihrer Kupfer-Anbindungen gewährt.
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