Sun geht gegen Microsoft in die Offensive

Der Computerkonzern Sun Microsystems gibt sich auf der Entwicklerkonzern JavaOne kämpferisch und kündigt eine Offensive gegen den Erzrivalen Microsoft an. "Von defensiv zu offensiv"
Sun-Chef Scott McNealy sagte am Freitag in San Francisco bei seiner "JavaOne"-Keynote vor rund 10.000 Entwicklern: "Wir werden von der Defensive in die Offensive gehen. Wir haben acht Jahre in die Entwicklung von Java investiert und die Marke geschützt, nun wird es Zeit in die Offensive zu gehen."

Java wurde 1995 präsentiert
Sun präsentierte seine Programmiersprache Java bereits 1995. Java erlaubt es Software-Applikationen zu schreiben, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen und unterschiedlicher Hardware laufen. Laut Angaben von Sun nutzen mehr als drei Millionen Entwickler die Programmiersprache, die mittlerweile ein weites Einsatzgebiet abdeckt. Von Computern, Druckern, SmartCards, Servern und Mobiltelefonen reicht die Palette der Java-Applikationen.

"Java is becoming a consumer brand"
"Java is becoming a consumer brand," so McNealy während seiner Rede. "Lange Zeit wurde mir vorgeworfen, dass ich Java zu viel Beachtung geschenkt habe, nun - rückblickend - muss ich feststellen wir haben zu wenig getan." Mit einer neuen großen Java-Initiative will Sun dem Erzrivalen Microsoft das Leben schwer machen und die Anstrengungen des Konkurrenten in den Bereichen Internet, Handheld und anderen Consumer Electronic-Bereichen Fuß zu fassen, stoppen.

Erste Erfolge
Am Mitwoch präsentierte Sun seine ersten Erfolge im Bemühen Java zu pushen - sowohl Dell wie auch Hewlett-Packard werden in Zukunft Java auf ihren neuen PC-Modellen installieren. Bislang wurden die meisten Rechner mit Microsofts "Java Virtual Machine" ausgeliefert. Erst diese Software ermöglicht es, dass Programme, die in Java geschrieben wurden, gestartet werden können. In diesem Fall hat Sun ein Gerichtsverfahren gegen Microsoft erwirkt. Im Dezember des vergangenen Jahres entschied einGericht in Maryland, dass Microsoft Suns Java in sein Windows-Betriebssystem integrieren müsse - der Softwarekonzern ging in Berufung.

Mobiltelefone und Prozessoren
Um Java weiter auf dem Markt zu verbreiten, führt Sun Verhandlungen mit vielen Mobiltelefonherstellern und auch mit den führenden Prozessorenherstellern. So konnte auch eine Vereinbarung mit Intel erreicht werden, dass in Zukunft eine bessere Unterstützung von Java durch die Intel X-scale Prozessoren ermöglichen soll.



Quelle: derStandard.at / Reuters


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