Montesuma1980

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Montesuma1980

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Alle wollen schnelles Internet, aber nicht unbedingt Glasfaser

WinFuture titelt: "Alle wollen schnelles Internet, aber nicht unbedingt Glasfaser“.

Ich finde, das greift viel zu kurz. Denn das eigentliche Problem liegt häufig ganz woanders.

Viele Menschen wollen Glasfaser. Und preislich ist ein Glasfaseranschluss längst nicht automatisch teurer als ein vergleichbarer VDSL-Tarif. Trotzdem scheitert der Ausbau in Deutschland vielerorts nicht an den Bewohnern, sondern an den Eigentümern der Gebäude.

Ein großes Problem sind die großen Wohnungsgesellschaften.

LEG und Vonovia sind Beispiele dafür, dass der Glasfaserausbau in Wohngebäuden auf Widerstand stoßen kann. Als Begründung wird unter anderem angeführt, dass bereits ein Kabelanschluss von Vodafone vorhanden sei.

Aber mal ehrlich: Seit wann ist ein vorhandener Kabelanschluss ein Argument gegen eine moderne Glasfaserinfrastruktur?

Ein Kabelanschluss ist nicht automatisch mit einem Glasfaseranschluss gleichzusetzen. Glasfaser bietet langfristig hohe Bandbreiten und eine leistungsfähige Infrastruktur, die auch den zukünftigen Anforderungen gerecht werden kann.

Und es geht nicht nur um LEG und Vonovia. Auch bei vielen anderen Vermietern stoßen Ausbauvorhaben auf Hindernisse. Wenn ein Netzbetreiber Glasfaser bis in ein Mehrfamilienhaus verlegen möchte, spielen die Eigentumsverhältnisse und die erforderlichen Zustimmungen eine entscheidende Rolle.

Ich erlebe das selbst in meiner LEG-Siedlung.

Hier würde E.ON beziehungsweise Westconnect gerne Glasfaser ausbauen. Es geht um mehr als 300 Wohneinheiten. Die Nachfrage und die Möglichkeit zum Ausbau sind da – trotzdem scheitert das Vorhaben nach meiner Erfahrung an der Ablehnung durch die LEG. Als Begründung steht der bereits vorhandene Vodafone-Kabelanschluss im Raum.

Das muss man sich einmal vorstellen: Ein Netzbetreiber möchte eine zukunftsfähige Infrastruktur schaffen, zahlreiche Haushalte könnten davon profitieren, und dennoch kann ein einzelner Eigentümer den Ausbau für ganze Wohnblöcke verhindern.

Hier muss die Politik endlich klare Rahmenbedingungen schaffen!

Wir brauchen gesetzliche Regelungen, die den Glasfaserausbau in Mehrfamilienhäusern erleichtern und verhindern, dass Eigentümer sinnvolle Ausbauvorhaben ohne nachvollziehbare Gründe blockieren können.

Denkbar wäre beispielsweise ein gesetzlich geregelter Anspruch auf einen Glasfaseranschluss unter klaren technischen, baulichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Wo keine berechtigten Sicherheits- oder baulichen Gründe entgegenstehen, sollte die Verlegung nicht einfach am fehlenden Willen des Vermieters scheitern.

Natürlich müssen Eigentumsrechte berücksichtigt werden. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass ganze Wohngebiete auf Jahre von einer modernen Infrastruktur abgeschnitten bleiben.

Denn es geht nicht nur um die Geschwindigkeit des Internets von heute. Es geht um die digitale Zukunft unserer Wohnungen, um Wettbewerb zwischen den Netzbetreibern und um die Chance, langfristig bessere und günstigere Tarife zu bekommen.

Solange Vermieter den Ausbau verhindern können, obwohl Netzbetreiber investieren wollen, brauchen wir uns über den schleppenden Glasfaserausbau in Deutschland nicht zu wundern.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

"Wollen die Menschen überhaupt Glasfaser?“

Sondern vielmehr:

"Warum dürfen Eigentümer den Glasfaserausbau für Hunderte Haushalte blockieren, obwohl ein Netzbetreiber bereitsteht und investieren möchte?“

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