Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Da stimme ich dir grundsätzlich zu. Wettbewerb bedeutet nicht automatisch, dass Nutzer die Alternative auch verwenden müssen.
Mein Punkt ist eher, dass damit der eigentliche Zielkonflikt nicht verschwindet.
Sobald solche Schnittstellen existieren, entstehen zusätzlicher Entwicklungsaufwand, mehr Komplexität und potenziell auch neue Angriffsflächen – unabhängig davon, ob am Ende 1 %, 10 % oder 50 % der Nutzer die Funktion tatsächlich verwenden.
Deshalb greift mir die Betrachtung etwas zu kurz, wenn man nur fragt, ob andere Anbieter dadurch bessere Integrationsmöglichkeiten erhalten. Die Frage ist für mich auch, welche Kosten, Risiken und technischen Kompromisse dafür in Kauf genommen werden müssen.
Genau deshalb sehe ich den Vergleich mit Browsern kritisch. Bei einem Browser sprechen wir über eine Anwendung. Bei Siri AI sprechen wir über einen Dienst, der potenziell auf Mails, Nachrichten, Kalender, Kontakte, Dokumente, Fotos und weitere persönliche Daten zugreifen kann.
Deshalb halte ich es für legitim, hier Sicherheit, Datenschutz, Komplexität und Implementierungsaufwand ebenfalls in die Abwägung einzubeziehen und nicht ausschließlich den Wettbewerbsaspekt zu betrachten.
Und ganz pragmatisch: Wenn am Ende nur ein kleiner Teil der Nutzer von einer Funktion profitiert, die Entwicklungskosten aber von allen Kunden getragen werden und gleichzeitig zusätzliche Risiken entstehen, dann halte ich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit durchaus für berechtigt.
Was ich mich dabei grundsätzlich frage: Wo zieht man die Grenze? Es ist eine Sache, Wettbewerb zu fördern. Es ist eine andere Sache, einen Hersteller dazu zu verpflichten, zentrale Bestandteile seines Produkts nach regulatorischen Vorstellungen umzubauen. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber genau diese Abgrenzung halte ich für die eigentlich spannende Frage und mir persönlich geht das eben mittlerweile zu weit.
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Apple bringt endlich neue Siri: Das sind die neuen KI-Features
@Robin02: Danke für die Quelle.
Interessanterweise lese ich daraus eher, dass Apple PCC nicht aufgegeben hat, sondern die bestehende Architektur auf zusätzliche Infrastruktur ausweitet. Der Artikel beschreibt ja gerade, wie die PCC-Sicherheitsgarantien auch für diese neuen Workloads gelten sollen.
Apple bringt endlich neue Siri: Das sind die neuen KI-Features
@Robin02: Hast du dazu eine Quelle? Das würde mich tatsächlich interessieren. Sollte dem so sein aber Apple z.B. PCC in Google Systemen umsetzen wäre das aber immer noch vereinbar mit Ihren Versprechen.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Dann diskutieren wir vermutlich zwei verschiedene Dinge. Du argumentierst aus Sicht der aktuellen Rechtslage, ich eher aus Sicht der Sinnhaftigkeit dieser Abwägung im konkreten Fall.
Dass etwas gesetzlich so geregelt ist, beantwortet für mich noch nicht automatisch die Frage, ob es auch die beste Lösung ist. 🙂
Ich glaube, da findet jeder von uns Beispiele aus dem Alltag, bei denen er ähnlich argumentieren würde.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Ich glaube, wir reden gerade aneinander vorbei.
Ich habe nie argumentiert, dass Apple aufgrund von Rentabilitätsproblemen oder kritischer Infrastruktur eine DMA-Ausnahme erhalten müsste.
Mein Einwand war lediglich, dass Sicherheits- und Datenschutzaspekte bei einem System mit Zugriff auf persönliche Daten für mich nicht plötzlich irrelevant werden, nur weil der DMA primär Wettbewerb fördern soll.
Deshalb verstehe ich nicht ganz, was der Verweis auf diese Ausnahmeregelungen an meiner ursprünglichen Aussage ändern soll.
Apple bringt endlich neue Siri: Das sind die neuen KI-Features
@Robin02: Dass man kritisch hinterfragt, ob Apple die 2024 vorgestellten Konzepte auch heute noch unverändert nutzt, finde ich völlig legitim.
Was ich allerdings schwierig finde: Wir haben aktuell keine Hinweise darauf, dass Apple PCC aufgegeben oder grundlegend verändert hätte. Gleichzeitig wird aus jeder offenen Frage direkt die gegenteilige Annahme abgeleitet.
Natürlich können sich Dinge ändern. Aber solange Apple weiterhin PCC als Grundlage von Apple Intelligence beschreibt und keine andere Architektur vorgestellt hat, erscheint mir die Annahme, dass die grundlegenden Sicherheits- und Datenschutzprinzipien weiterhin gelten, deutlich naheliegender als das Gegenteil.
Als Informatiker wundert mich außerdem nicht, dass Apple viele Funktionen verschoben hat. Gerade wenn man versucht, KI tief mit persönlichen Daten zu verknüpfen und dabei gleichzeitig hohe Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen einzuhalten, steigt die technische Komplexität enorm.
Deshalb hat mich die Verzögerung von Siri AI ehrlich gesagt deutlich weniger überrascht als viele andere hier im Forum.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Da stimme ich dir grundsätzlich zu. Wettbewerb bedeutet nicht automatisch, dass Nutzer die Alternative auch verwenden müssen.
Mein Punkt ist eher, dass damit der eigentliche Zielkonflikt nicht verschwindet.
Sobald solche Schnittstellen existieren, entstehen zusätzlicher Entwicklungsaufwand, mehr Komplexität und potenziell auch neue Angriffsflächen – unabhängig davon, ob am Ende 1 %, 10 % oder 50 % der Nutzer die Funktion tatsächlich verwenden.
Deshalb greift mir die Betrachtung etwas zu kurz, wenn man nur fragt, ob andere Anbieter dadurch bessere Integrationsmöglichkeiten erhalten. Die Frage ist für mich auch, welche Kosten, Risiken und technischen Kompromisse dafür in Kauf genommen werden müssen.
Genau deshalb sehe ich den Vergleich mit Browsern kritisch. Bei einem Browser sprechen wir über eine Anwendung. Bei Siri AI sprechen wir über einen Dienst, der potenziell auf Mails, Nachrichten, Kalender, Kontakte, Dokumente, Fotos und weitere persönliche Daten zugreifen kann.
Deshalb halte ich es für legitim, hier Sicherheit, Datenschutz, Komplexität und Implementierungsaufwand ebenfalls in die Abwägung einzubeziehen und nicht ausschließlich den Wettbewerbsaspekt zu betrachten.
Und ganz pragmatisch: Wenn am Ende nur ein kleiner Teil der Nutzer von einer Funktion profitiert, die Entwicklungskosten aber von allen Kunden getragen werden und gleichzeitig zusätzliche Risiken entstehen, dann halte ich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit durchaus für berechtigt.
Was ich mich dabei grundsätzlich frage: Wo zieht man die Grenze? Es ist eine Sache, Wettbewerb zu fördern. Es ist eine andere Sache, einen Hersteller dazu zu verpflichten, zentrale Bestandteile seines Produkts nach regulatorischen Vorstellungen umzubauen. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber genau diese Abgrenzung halte ich für die eigentlich spannende Frage und mir persönlich geht das eben mittlerweile zu weit.
Apple bringt endlich neue Siri: Das sind die neuen KI-Features
@Robin02: Genau deshalb sehe ich das letztlich als Vertrauensfrage.
Natürlich weiß das Gerät, welche Informationen für eine Anfrage relevant sind. Es laufen schließlich bereits Modelle und Algorithmen lokal auf dem Gerät. Dass Apple die genaue Implementierung nicht offenlegt, überrascht mich nicht – das ist schließlich ein wesentlicher Teil ihres Produkts und ihrer Wettbewerbsdifferenzierung.
Was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann, ist die Annahme, dass die 2024 vorgestellte PCC-Architektur plötzlich keine Gültigkeit mehr haben soll. PCC wurde damals nicht als kurzfristiges Experiment vorgestellt, sondern als technische Grundlage für Apple Intelligence. Nach meinem Kenntnisstand hat Apple bis heute keine grundlegend andere Architektur angekündigt. Warum sollte man also ohne konkrete Hinweise davon ausgehen, dass die damaligen Sicherheits- und Datenschutzprinzipien nicht mehr gelten?
Am Ende muss ich einem Anbieter immer bis zu einem gewissen Grad vertrauen. Das gilt für Apple genauso wie für ChatGPT, Claude oder Gemini. Der Unterschied ist lediglich, dass Apple mit PCC eine sehr konkrete Sicherheitsarchitektur inklusive speziell entwickelter Serverumgebungen und überprüfbarer Sicherheitsversprechen vorgestellt hat.
Man kann diese Versprechen anzweifeln. Aber dann sollte man konsequenterweise auch hinterfragen, warum man anderen KI-Anbietern mehr Vertrauen entgegenbringt, obwohl diese oft deutlich weniger transparente Aussagen darüber machen, wie sensible Nutzerdaten verarbeitet werden.
Ob man Apple vertraut, muss jeder selbst entscheiden. Aber aus der Tatsache, dass man Apple misstraut, folgt nicht automatisch, dass der komplette persönliche Kontext ständig in die Cloud übertragen wird. Genau das war schließlich einer der Hauptgründe, weshalb Apple PCC überhaupt entwickelt und vorgestellt hat.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Ich finde den Verweis auf die Browserauswahl ehrlich gesagt nicht besonders überzeugend.
Dass die EU damals zu dem Schluss gekommen ist, dass eine Browserauswahl notwendig ist, bedeutet nicht automatisch, dass jede Form von Systemintegration künftig nach demselben Muster bewertet werden muss.
Für mich wirkt das eher wie ein eigenes Abwägungsthema: Wie viel Wettbewerb gewinnt man tatsächlich und welche Kosten, Risiken und Einschränkungen entstehen dadurch?
Was mir generell auffällt: Bei solchen Themen neigen wir alle dazu, die Regulierung zu unterstützen, wenn sie unseren eigenen Vorstellungen entspricht, und sie abzulehnen, wenn sie unseren Interessen widerspricht. Da nehme ich mich selbst gar nicht aus.
Deshalb bin ich bei solchen Fragen vorsichtig mit absoluten Aussagen. Dass eine Behörde, ein Gesetzgeber oder ein Konsortium zu einer bestimmten Einschätzung kommt, bedeutet nicht automatisch, dass diese Einschätzung alternativlos oder für jeden Nutzer die beste Lösung ist.
Im konkreten Fall bin ich persönlich nicht überzeugt, dass der Nutzen einer erzwungenen Öffnung für KI-Assistenten den zusätzlichen Aufwand, die höhere Komplexität und die potenziellen Sicherheitsrisiken rechtfertigt. Andere können das anders sehen.
Ein praktisches Beispiel für mich sind die durch die DMA ermöglichten alternativen App-Marktplätze. In meiner Familie und auch in unserem Unternehmen habe ich diese Funktion auf vielen Geräten bewusst deaktiviert bzw. per MDM eingeschränkt. Nicht weil ich Wettbewerb grundsätzlich ablehne, sondern weil ein Teil der Nutzer Sicherheitswarnungen oft einfach bestätigt, ohne die Konsequenzen zu überblicken. Für diese Nutzer erhöht sich die Angriffsfläche real, während der Mehrwert eines alternativen Stores in der Praxis meist kaum genutzt wird. Genau deshalb tue ich mich schwer damit, jede zusätzliche Öffnung pauschal als Fortschritt zu betrachten.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
@Robin02: Da würde ich widersprechen. Natürlich ist das primäre Ziel des DMA die Sicherstellung von Wettbewerb. Daraus folgt aber nicht, dass Sicherheits-, Datenschutz- oder Implementierungsaspekte plötzlich irrelevant werden.
Wenn eine Vorgabe dazu führt, dass zusätzliche Schnittstellen geschaffen, neue Angriffsflächen eröffnet oder bestehende Sicherheitsmodelle verändert werden müssen, dann sind das reale Kosten und Risiken, die man in der Gesamtbetrachtung zumindest diskutieren sollte.
Die Frage ist doch nicht nur, ob mehr Wettbewerb entsteht, sondern auch zu welchem Preis und mit welchen Nebenwirkungen. Gerade bei einem System, das potenziell Zugriff auf Mails, Nachrichten, Dokumente, Fotos und andere persönliche Daten hat, halte ich Sicherheitsaspekte nicht für nebensächlich.
Man kann am Ende trotzdem zu dem Ergebnis kommen, dass der Wettbewerbsgewinn überwiegt. Aber die Gegenargumente als irrelevant abzutun, erscheint mir zu einfach.
Strenge EU-Auflagen stoppen KI: Apple streicht Siri AI für iPhones
Mir scheint, in der Diskussion werden gerade zwei unterschiedliche Fragen vermischt.
Die erste Frage ist die technische: Ist es ein Sicherheitsproblem, wenn ein KI-Assistent tiefen Zugriff auf persönliche Daten wie Mails, Nachrichten, Kalender, Dokumente oder Fotos hat?
Die zweite Frage ist die regulatorische: Sollte ein Plattformbetreiber verpflichtet werden, denselben Zugriff auch konkurrierenden KI-Anbietern einzuräumen?
Dass Apple einem eigenen, kontrollierten Systemdienst weitreichende Rechte gibt, bedeutet für mich nicht automatisch, dass das System "löchrig" ist. In der IT-Sicherheit ist es ein übliches Prinzip, privilegierte Systemkomponenten anders zu behandeln als Drittanbieter-Software.
Genauso legitim ist aber die Frage, ob dadurch ein Wettbewerbsvorteil entsteht, den die DMA adressieren möchte. Genau dort scheint der eigentliche Konflikt zwischen Apple und der EU zu liegen.
Meine persönliche Meinung: Ich bin mir nicht sicher, ob der Nutzen einer erzwungenen Drittanbieter-Schnittstelle hier die Kosten und Risiken rechtfertigt. Die meisten Nutzer werden vermutlich weiterhin den vorinstallierten Assistenten verwenden. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Komplexität, Entwicklungsaufwand und potenziell neue Angriffsflächen. Deshalb sehe ich die Sache deutlich weniger eindeutig, als sie hier teilweise dargestellt wird.
Was mir in der Diskussion etwas fehlt, ist die Bereitschaft anzuerkennen, dass sowohl Sicherheits- als auch Wettbewerbsargumente ihre Berechtigung haben. Nicht jede Kritik an Apple ist automatisch richtig, aber auch nicht jede Kritik an der EU.
PS: Bevor jemand fragt: Die Meinung ist meine, aber ich habe sie von einer KI etwas strukturierter und lesbarer formulieren lassen. Das schien mir zielführender, als um Mitternacht den nächsten emotionalen Einzeiler ins Forum zu werfen. 😉 Ich nutze KI als Informatiker sehr gerne, denn ich weiß auch genau mit was ich es zu tun habe.