- 22.10.24
- 00:34
- Artikel
-
+10
Wii U ist eine "tickende Zeitbombe", wenn sie länger ausgeschaltet ist
Entschuldigung, aber ich sehe da einige Probleme mit dem Artikel...
Das Problem sind in der tat Hynix eMMC. Ihr Flash Speicher scheint Probleme zu haben die Ladung (und damit die Information) lange zu halten (wir sprechen hier über Jahre). Es ist nicht klar ob ob es alle Hynix eMMCs (im context der Wii U) betrifft oder nur bestimmte Chargen. Was wir sehen, dass dieses Bild der Korruption so ausschließlich bei Hynix zu beobachten ist. Wir wissen aber auch von genug Hynix eMMCs in Wii Us, die weiterhin tadellos sind und keine Anzeichnen von diesem Problem haben. Ja, es gibt auch wenige Samsung eMMCs bei denen das reportet wurde, aber das Fehlerbild war dort im Detail anders, soweit ich das prüfen konnte.
Hynix eMMCs kamen ausschließlich in den 32GB Modellen zum Einsatz und machen dort ca 1/3 aus.
Welchen eMMC man hat kann man mit der Wii U Ident Homebrew überprüft werden. Das geht sogar ohne permanente Modifikation, man kann einfach einmalig then Browser Exploit nutzen.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass regelmäßiges Einschalten hilft. Da ist keine Batterie oder Kondensator der sich auflädt. Flash ist auch nicht wie DRAM, der ständig gerefreshed wird oder SRAM, der eine dauerhafte Spannung braucht um die informationen zu halten.
Damit Einschalten alleine Hilft müsste die Firmware des eMMC automatische scrubs durchführen um ECC Fehler zu finden und die entsprechenden Pages neu schreiben. Da der eMMC keine Uhr hat müsste die Konsole dafür dann schon sehr lange laufen. Und ob die Firmware so eine Funktion besitzt und diese funktioniert ist reine Spekulation. Das weiß auch Retro Blast nicht (er sagt selbst dass er ein Experte ist) und sonst gibt es dafür auch keine Quelle. Es ist nur so ein Ding das jemand mal gehört hat und seit dem ständig von irgendwem mit Halbwissen wiederholt wird.
Ich habe auch schon gelesen, man solle die Konsole dauerhaft am Strom lassen. Davon kann ich nur abraten. Solange die Konsole aus ist (rote led), bekommt der eMMC überhaupt keinen Strom. Dafür werden aber andere Komponenten wie Bluetooth, 5Ghz Wifi (fürs Gamepad) mit Strom versorgt. Dafür läuft auch der 3V3SB converter auf dem board. Und all diese Komponenten fallen auch öfter mal aus...
Man könnte nun die "Standby Vorgänge" anführen. Wenn diese aktiviert sind, wird der DRAM durchgehend mit Strom versorgt und die Konsole wacht regelmäßig auf (gelbe LED) und sucht nach updates und aktualisert das Quickstart Menu. Defekte DRAMs hatten wir jetzt auch schon ein paar... Und eine Konsole, die durchgehend am Strom hing. Der Hynix eMMC hatte dort trotzdem Problem entwickelt, zusätzlich war aber nun auch noch der andere Flash Speicher einfach abgenutzt, durch das stündliche automatische anschalten (Design life 100K P/E cycles, die superblocks waren schon bei 120K und es gab keinen einzigen superblock mehr, der noch keinen 1Bit Fehler hatte). An der Stelle wäre es also auch zu empfehlen den Intervall auf das Maximum von 24h zu stellen statt dem default von 1h. Und wenn länger nicht genutzt am besten vom Strom trennen.
Was tut man nun also gegen das Hynix Problem?
Für die meisten gilt, dass sie gar nichts tun müssen, solange die Konsole keine Probleme macht.
Wer einen Hynix eMMC hat kann sich überlegen vorsorglich ISFShax zu installieren. Damit lässt sich die Konsole dann fixen, selbst wenn der eMMC komplett ausfällt.
Wer bereits Probleme feststellt sollte nicht zögern und ASAP ISFShax installieren. Denn wenn die Konsole komplett brickt, ist es zu spät um ISFShax zu installieren und man muss auf shinys defuse zurück greifen, das löten erfordert.
ISFShax lässt sich auch noch installieren, wenn die Konsole bereits die Fehlermeldung beim booten anzeigt (oder sie beim Wii U screen oder im Factory Reset hängt), sofern die Firmware 5.5.x ist.
Mit ISFShax lässt sich dann über redNAND einfach eine SD karte im Front Slot slot als Ersatz nutzen - Komplett ohne löten - das ist was die meisten heute tun.
Wer es "richtig" fixen will, kann den eMMC intern mithilfe von MLC2SD durch eine SD Karte ersetzen auf der man dann die Systemdateien mithilfe von ISFShax neu installiert - aber auch hierfür ist es wichtig ISFShax rechtzeitig installiert zu haben. Natürlich lässt sich der eMMC genauso durch einen neuen eMMC ersetzen, das erfordert aber BGA rework, was um einiges aufwändiger ist.
BTW die Wii U hat kein BIOS und kein BIOS Menü. Wahrscheinlich war hier das recovery_menu von GaryOderNichts gemeint.
Eine Sache die häufig noch für Verwirrung sorgt: der 160-0103 Fehler kann mehre Ursachen haben: Wenn er beim booten auftritt kann es ein sogenannter CBHC brick sein. So ein CBHC brick kann auch den 160-0103 Fehlercode erzeugen. Die Ursache ist hier eine komplett andere. Wenn zwecks Homebrew der Coldboot Titel auf ein DS Spiel geändert wurde und dieses Spiel dann gelöscht wird (auch durch einen Factory Reset) fehlt der Titel, den das System starten will und crasht entsprechend.
Darauf ist auch Voultar hereingefallen, in seinem Video zu der Thematik. Er hatte dort nur CBHC bricks gefixt, die nichts mit dem NAND Problem zu tun haben (und auch sonst hatte das Video einige Mängel, es gibt auch keinen Cache oder Titeldatenbank die beim setzen des CB titels neuerstellt wird, es wir einfach nur ein wert in einer XML Datei geändert). Ich erwähne das nur explizit, da ich es sehr häufig als Lösung verlinkt wird.
Das eMMC Problem löst nur 160-0103 fehler aus, keine 160-0101. Und er kann in praktisch allen Situationen auftreten, nicht nur beim start. Sicher lässt es sich über die logs diagnostizieren.
In sehr seltenen Fällen kann auch ein beschädigtes Save den Fehler auslösen, obwohl der eMMC in Ordnung ist. Das kann wohl passieren wenn man z.B bei SSB im falschen Moment ausschaltet.
Kommentare
3
Kommentare
geschrieben
2
Antworten
erhalten
10
Likes
erhalten
Wii U ist eine "tickende Zeitbombe", wenn sie länger ausgeschaltet ist
@MichaelR12: Ne das hat nichts mit der RTC Batterie zu tun. Die ist wirklich nur für die RTC und die Wii U funktioniert problemlos ohne diese Battiere.
Wii U ist eine "tickende Zeitbombe", wenn sie länger ausgeschaltet ist
@s2g: Das hat nichts mit dem hier beschriebenen Problem zu tun...
Falls du einen USB SPeicher angeschlossen hattest, sind die SPielestände wahrscheinlich dort gelandet.
Wii U ist eine "tickende Zeitbombe", wenn sie länger ausgeschaltet ist
Entschuldigung, aber ich sehe da einige Probleme mit dem Artikel...
Das Problem sind in der tat Hynix eMMC. Ihr Flash Speicher scheint Probleme zu haben die Ladung (und damit die Information) lange zu halten (wir sprechen hier über Jahre). Es ist nicht klar ob ob es alle Hynix eMMCs (im context der Wii U) betrifft oder nur bestimmte Chargen. Was wir sehen, dass dieses Bild der Korruption so ausschließlich bei Hynix zu beobachten ist. Wir wissen aber auch von genug Hynix eMMCs in Wii Us, die weiterhin tadellos sind und keine Anzeichnen von diesem Problem haben. Ja, es gibt auch wenige Samsung eMMCs bei denen das reportet wurde, aber das Fehlerbild war dort im Detail anders, soweit ich das prüfen konnte.
Hynix eMMCs kamen ausschließlich in den 32GB Modellen zum Einsatz und machen dort ca 1/3 aus.
Welchen eMMC man hat kann man mit der Wii U Ident Homebrew überprüft werden. Das geht sogar ohne permanente Modifikation, man kann einfach einmalig then Browser Exploit nutzen.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass regelmäßiges Einschalten hilft. Da ist keine Batterie oder Kondensator der sich auflädt. Flash ist auch nicht wie DRAM, der ständig gerefreshed wird oder SRAM, der eine dauerhafte Spannung braucht um die informationen zu halten.
Damit Einschalten alleine Hilft müsste die Firmware des eMMC automatische scrubs durchführen um ECC Fehler zu finden und die entsprechenden Pages neu schreiben. Da der eMMC keine Uhr hat müsste die Konsole dafür dann schon sehr lange laufen. Und ob die Firmware so eine Funktion besitzt und diese funktioniert ist reine Spekulation. Das weiß auch Retro Blast nicht (er sagt selbst dass er ein Experte ist) und sonst gibt es dafür auch keine Quelle. Es ist nur so ein Ding das jemand mal gehört hat und seit dem ständig von irgendwem mit Halbwissen wiederholt wird.
Ich habe auch schon gelesen, man solle die Konsole dauerhaft am Strom lassen. Davon kann ich nur abraten. Solange die Konsole aus ist (rote led), bekommt der eMMC überhaupt keinen Strom. Dafür werden aber andere Komponenten wie Bluetooth, 5Ghz Wifi (fürs Gamepad) mit Strom versorgt. Dafür läuft auch der 3V3SB converter auf dem board. Und all diese Komponenten fallen auch öfter mal aus...
Man könnte nun die "Standby Vorgänge" anführen. Wenn diese aktiviert sind, wird der DRAM durchgehend mit Strom versorgt und die Konsole wacht regelmäßig auf (gelbe LED) und sucht nach updates und aktualisert das Quickstart Menu. Defekte DRAMs hatten wir jetzt auch schon ein paar... Und eine Konsole, die durchgehend am Strom hing. Der Hynix eMMC hatte dort trotzdem Problem entwickelt, zusätzlich war aber nun auch noch der andere Flash Speicher einfach abgenutzt, durch das stündliche automatische anschalten (Design life 100K P/E cycles, die superblocks waren schon bei 120K und es gab keinen einzigen superblock mehr, der noch keinen 1Bit Fehler hatte). An der Stelle wäre es also auch zu empfehlen den Intervall auf das Maximum von 24h zu stellen statt dem default von 1h. Und wenn länger nicht genutzt am besten vom Strom trennen.
Was tut man nun also gegen das Hynix Problem?
Für die meisten gilt, dass sie gar nichts tun müssen, solange die Konsole keine Probleme macht.
Wer einen Hynix eMMC hat kann sich überlegen vorsorglich ISFShax zu installieren. Damit lässt sich die Konsole dann fixen, selbst wenn der eMMC komplett ausfällt.
Wer bereits Probleme feststellt sollte nicht zögern und ASAP ISFShax installieren. Denn wenn die Konsole komplett brickt, ist es zu spät um ISFShax zu installieren und man muss auf shinys defuse zurück greifen, das löten erfordert.
ISFShax lässt sich auch noch installieren, wenn die Konsole bereits die Fehlermeldung beim booten anzeigt (oder sie beim Wii U screen oder im Factory Reset hängt), sofern die Firmware 5.5.x ist.
Mit ISFShax lässt sich dann über redNAND einfach eine SD karte im Front Slot slot als Ersatz nutzen - Komplett ohne löten - das ist was die meisten heute tun.
Wer es "richtig" fixen will, kann den eMMC intern mithilfe von MLC2SD durch eine SD Karte ersetzen auf der man dann die Systemdateien mithilfe von ISFShax neu installiert - aber auch hierfür ist es wichtig ISFShax rechtzeitig installiert zu haben. Natürlich lässt sich der eMMC genauso durch einen neuen eMMC ersetzen, das erfordert aber BGA rework, was um einiges aufwändiger ist.
BTW die Wii U hat kein BIOS und kein BIOS Menü. Wahrscheinlich war hier das recovery_menu von GaryOderNichts gemeint.
Eine Sache die häufig noch für Verwirrung sorgt: der 160-0103 Fehler kann mehre Ursachen haben: Wenn er beim booten auftritt kann es ein sogenannter CBHC brick sein. So ein CBHC brick kann auch den 160-0103 Fehlercode erzeugen. Die Ursache ist hier eine komplett andere. Wenn zwecks Homebrew der Coldboot Titel auf ein DS Spiel geändert wurde und dieses Spiel dann gelöscht wird (auch durch einen Factory Reset) fehlt der Titel, den das System starten will und crasht entsprechend.
Darauf ist auch Voultar hereingefallen, in seinem Video zu der Thematik. Er hatte dort nur CBHC bricks gefixt, die nichts mit dem NAND Problem zu tun haben (und auch sonst hatte das Video einige Mängel, es gibt auch keinen Cache oder Titeldatenbank die beim setzen des CB titels neuerstellt wird, es wir einfach nur ein wert in einer XML Datei geändert). Ich erwähne das nur explizit, da ich es sehr häufig als Lösung verlinkt wird.
Das eMMC Problem löst nur 160-0103 fehler aus, keine 160-0101. Und er kann in praktisch allen Situationen auftreten, nicht nur beim start. Sicher lässt es sich über die logs diagnostizieren.
In sehr seltenen Fällen kann auch ein beschädigtes Save den Fehler auslösen, obwohl der eMMC in Ordnung ist. Das kann wohl passieren wenn man z.B bei SSB im falschen Moment ausschaltet.