- 31.10.19
- 08:26
- Artikel
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Boykott gegen Blizzard: Jetzt springt auch noch ein wichtiger Sponsor ab
Und der völlig überflüssige Hate Train gegen Blizzard geht weiter.
Ich sage weiterhin: Jedes andere Unternehmen in der Branche hätte genau so oder ähnlich reagiert, vielleicht mit ein bisschen mehr Schadensbegrenzung, aber im Kern identisch.
Fakt ist: Blizzard will Zugang zu allen Märkten, auch zum (unbestritten wichtigen!) chinesischen Markt. Deshalb will Blizzard NEUTRAL bleiben und KEINE Position einnehmen. Als Blitzchung, ermutigt von den Castern, das Sieges-Interview gekapert hat, um für seine (durchaus verständliche und von mir auch unterstützte) politische Position zu kämpfen, in einem chinesischen Stream (für Taiwan), hätte ihm absolut klar sein müssen, dass er Blizzard damit in eine extrem schwierige Situation bringt, aus der es keinen einfachen Ausweg gab. Da Taiwan ein ähnliches Problem mit China hat, wie Hong Kong, war dieser Protestaufruf gerade im taiwanesischen Stream extrem geschäftsgeschädigend für Blizzard, weil klar war, dass China das ganze hier sehr genau beobachtet.
Blitzchung hat Blizzard dadurch gezwungen, Position in einem Konflikt einzunehmen, in dem es nur Neutral sein wollte. Und ja, als Unternehmen hat Blizzard ein Recht darauf, nicht ganze Weltmärkte zu opfern, um für eine politische Position einzustehen. Unternehmen DÜRFEN sich politische Agendas auf die Fahne schreiben, MÜSSEN es aber nicht - und wenn sie international erfolgreich sein wollen, SOLLTEN sie es aus sicht der Betriebswissenschaften auch ganz sicher nicht.
Die Forderungen vieler Fans an Blizzard, dass Blizzard sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen und aus dem chinesischen Markt freiwillig zurückziehen sollte (bzw. einen Bann seitens Chinas akzeptieren sollte) sind einfach absurd in Anbetracht der Tatsache, dass nichtmal unsere Regierungen, deren Job es wäre, für Demokratie und Menschenrechte einzuschreiten, so weit gehen. Warum sollte ein gewinnorientiertes Unternehmen hier weiter gehen als so ziemlich jede Regierung auf diesem Planeten?!? Mit welchem Recht werden solche absurden Forderungen aufgestellt?
Der Gipfel der Absurdität ist dann aber der Gedanke, man könnte irgendetwas damit erreichen, Blizzard zu boykottieren. Ihr wollt China treffen, also boykottiert China - China interessiert es überhaupt nicht, ob Leute Blizzard boykottieren oder nicht. Aber wie schwer es ist, China zu boykottieren, würde jeder, der es ernsthaft versucht, sehr schnell merken - es ist quasi unmöglich, China zu boykottieren, ohne einen Teil unseres luxoriösen Lebensstiles aufzugeben, deshalb macht es auch kein Staat. Und weil die persönlichen Kosten, den tatsächlichen Verursacher zu boykottieren, nicht tragbar sind, wird der Hass auf einen Sündenbock, hier Blizzard, gelenkt, den man ohne großen Verzicht boykottieren kann. Das ist absolut naiv und unvernünftig.
Zum Abschluss etwas positives:
Ich finde es gut, dass diese Angelegenheit viele junge Gamer politisiert hat und der eine oder andere, der vorher nichts mit Politik am Hut hatte, jetzt mit etwas offeneren Augen durch die Welt geht. Die Gefahr ist halt leider nur, dass es bei der verkürzten, jugendlich-naiven Sichtweise bleibt. Und unsere Medien tragen mit ihrer Berichterstattung leider dazu bei, dass der Konflikt weiterhin nur oberflächlich angekratzt wird.
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Boykott gegen Blizzard: Jetzt springt auch noch ein wichtiger Sponsor ab
Und der völlig überflüssige Hate Train gegen Blizzard geht weiter.
Ich sage weiterhin: Jedes andere Unternehmen in der Branche hätte genau so oder ähnlich reagiert, vielleicht mit ein bisschen mehr Schadensbegrenzung, aber im Kern identisch.
Fakt ist: Blizzard will Zugang zu allen Märkten, auch zum (unbestritten wichtigen!) chinesischen Markt. Deshalb will Blizzard NEUTRAL bleiben und KEINE Position einnehmen. Als Blitzchung, ermutigt von den Castern, das Sieges-Interview gekapert hat, um für seine (durchaus verständliche und von mir auch unterstützte) politische Position zu kämpfen, in einem chinesischen Stream (für Taiwan), hätte ihm absolut klar sein müssen, dass er Blizzard damit in eine extrem schwierige Situation bringt, aus der es keinen einfachen Ausweg gab. Da Taiwan ein ähnliches Problem mit China hat, wie Hong Kong, war dieser Protestaufruf gerade im taiwanesischen Stream extrem geschäftsgeschädigend für Blizzard, weil klar war, dass China das ganze hier sehr genau beobachtet.
Blitzchung hat Blizzard dadurch gezwungen, Position in einem Konflikt einzunehmen, in dem es nur Neutral sein wollte. Und ja, als Unternehmen hat Blizzard ein Recht darauf, nicht ganze Weltmärkte zu opfern, um für eine politische Position einzustehen. Unternehmen DÜRFEN sich politische Agendas auf die Fahne schreiben, MÜSSEN es aber nicht - und wenn sie international erfolgreich sein wollen, SOLLTEN sie es aus sicht der Betriebswissenschaften auch ganz sicher nicht.
Die Forderungen vieler Fans an Blizzard, dass Blizzard sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen und aus dem chinesischen Markt freiwillig zurückziehen sollte (bzw. einen Bann seitens Chinas akzeptieren sollte) sind einfach absurd in Anbetracht der Tatsache, dass nichtmal unsere Regierungen, deren Job es wäre, für Demokratie und Menschenrechte einzuschreiten, so weit gehen. Warum sollte ein gewinnorientiertes Unternehmen hier weiter gehen als so ziemlich jede Regierung auf diesem Planeten?!? Mit welchem Recht werden solche absurden Forderungen aufgestellt?
Der Gipfel der Absurdität ist dann aber der Gedanke, man könnte irgendetwas damit erreichen, Blizzard zu boykottieren. Ihr wollt China treffen, also boykottiert China - China interessiert es überhaupt nicht, ob Leute Blizzard boykottieren oder nicht. Aber wie schwer es ist, China zu boykottieren, würde jeder, der es ernsthaft versucht, sehr schnell merken - es ist quasi unmöglich, China zu boykottieren, ohne einen Teil unseres luxoriösen Lebensstiles aufzugeben, deshalb macht es auch kein Staat. Und weil die persönlichen Kosten, den tatsächlichen Verursacher zu boykottieren, nicht tragbar sind, wird der Hass auf einen Sündenbock, hier Blizzard, gelenkt, den man ohne großen Verzicht boykottieren kann. Das ist absolut naiv und unvernünftig.
Zum Abschluss etwas positives:
Ich finde es gut, dass diese Angelegenheit viele junge Gamer politisiert hat und der eine oder andere, der vorher nichts mit Politik am Hut hatte, jetzt mit etwas offeneren Augen durch die Welt geht. Die Gefahr ist halt leider nur, dass es bei der verkürzten, jugendlich-naiven Sichtweise bleibt. Und unsere Medien tragen mit ihrer Berichterstattung leider dazu bei, dass der Konflikt weiterhin nur oberflächlich angekratzt wird.