fischwolf

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fischwolf

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  • 22.08.14
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Werbefreies Internet ist bezahlbar, von Nutzern aber nicht gewollt

3,79 im Monat wäre mir ein werbefreies Internet im Monat wert.
Lasst uns mal rechnen, um welchen Betrag es überhaupt geht:

624,5 Mio Euro betrug laut statista der Online-Werbeaufwand in Quat I 2014, also von Januar bis März. Das sind hochgerechnet auf dieses Jahr: 2.498 Mio Euro.

Bei derzeit ca 55 Mio Internetnutzern in Deutschland, wären das pro Kopf

2498/55 = 45,42 Euro im Jahr, und
45,42/12 = 3,79 Euro im Monat

Und nicht vergessen, das Geld ist bereits da. Bezahlt von jedem Käufer eines jeden Produktes, für das geworben wird. Kein Kaufmann zahlt Werbung selber! Das kalkuliert er immer mit ein und läßt es seine Kunden bezahlen!

Würde jeder also hingehen, und sagen: Da hier sind meine 3,79 pro Mond - kloppt euch drum, würde das Netz auch komplett(!!) ohne Werbung auskommen!

Aber nein, das Geld wird zwar abgeschöpft, aber über ein selten dämliches System verteilt, bei dem *ich* mich als derjenige der das bezahlt hat auch noch ANSCHREIEN lassen muss.

Irre, oder? Wo zum Teufel kann ich meine 3,79 Euro abgeben?! Hilfe!

Das sind 45,48 EUR im Jahr und 175 EUR!

  • 19.08.14
  • 14:14
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AdBlocker: So beeinflussen die Anti-Werbe-Programme das Netz

3,79 im Monat wäre mir ein werbefreies Internet im Monat wert.
Lasst uns mal rechnen, um welchen Betrag es überhaupt geht:

624,5 Mio Euro betrug laut statista der Online-Werbeaufwand in Quat I 2014, also von Januar bis März. Das sind hochgerechnet auf dieses Jahr: 2.498 Mio Euro.

Bei derzeit ca 55 Mio Internetnutzern in Deutschland, wären das pro Kopf

2498/55 = 45,42 Euro im Jahr, und
45,42/12 = 3,79 Euro im Monat

Und nicht vergessen, das Geld ist bereits da. Bezahlt von jedem Käufer eines jeden Produktes, für das geworben wird. Kein Kaufmann zahlt Werbung selber! Das kalkuliert er immer mit ein und läßt es seine Kunden bezahlen!

Würde jeder also hingehen, und sagen: Da hier sind meine 3,79 pro Mond - kloppt euch drum, würde das Netz auch komplett(!!) ohne Werbung auskommen!

Aber nein, das Geld wird zwar abgeschöpft, aber über ein selten dämliches System verteilt, bei dem *ich* mich als derjenige der das bezahlt hat auch noch ANSCHREIEN lassen muss.

Irre, oder? Wo zum Teufel kann ich meine 3,79 Euro abgeben?! Hilfe!

  • 18.08.14
  • 18:36
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AdBlocker: So beeinflussen die Anti-Werbe-Programme das Netz

Manchmal stehe mich morgens auf, und frage mich: Warum eigentlich? Ich möchte dann vor lauter Idiotie einfach laut aufschreien und mich wieder ins Bett legen. Es bringt ja doch nichts...

Wir sind weltmeisterlich darin, uns gegenseitig Geld und Resourcen wegzunehmen, ohne eine zählbare Gegenleistung dafür zu bringen. An allen Ecken und Ende passiert das, aber wir nehmen es hin - weil es uns egal ist, weil wir gar nichts davon wissen. Wobei, nicht an allen Ecken und Enden. Komischerweise bei den Steuern und beim Benzinpreis heulen wir auf. Bei den Steuern könnte man jetzt sagen, gut, ohne das Geld, welches von allen anteilig eingesammelt wird, könnte manche Gemeinschaftsaufgabe nicht erledigt werden. Straßenbau zum Beispiel. Aber man kann trefflich darüber streiten, ob die Erhöhung Sinn macht, ob der Ausgabewunsch der da hintersteht Sinn macht. Und wir tun es auch - laut, deutlich, ständig.

Einzig, in der Wirtschaft - da darf das Geld mit offenen Armen zum Fenster rausgeworfen werden, so lange am Ende ein "marktüblicher Preis" dabei rauskommt. Und wenn eh alle in meinem Segment den Posten xy auf eine Ware aufschlagen, dann kann ich das auch. So zum Beispiel für Werbung. Der Kunde zahlt es - ja, er zahlt es nicht nur, er will sogar nicht mal wahrhaben, dass es so ist. Beispiele haben wir hier im Thread, und diese Beispiele gehen sogar so weit, dass sie das System sogar VERTEIDIGEN.

Wäre ich Werber, ich würde mir jeden Tag die Hände reiben, denn ich sitze an einem wirtschaftlichen perpetuum mobile. Werbung würde nur etwas bringen, wenn einige wenige es auf einigen wenigen Kanälen es täten. Fängt aber der erste an, kann der nächste nicht mehr ohne. Also macht es nicht nur einer, sondern alle - und nicht auf wenigen Kanälen, sondern auf allen. Der Gelackmeierte ist eigentlich der Kunde, aber der - s.o. - verteidigt ja sogar das System. Warum, weil ich im eine Mphrrübe vor die Schnauze halte, und die Rübe heißt: GRATIS. Gratis-Fernsehen, Gratis-Internetinhalte, Gratis-Proben am Bahnhof, wenn irgendein Kekshersteller auf die Idee kam: Wir machen mal Frühstückskekse.

Gratis kommt vom lateinischen gratia, und heißt "zum Dank". Zum Dank wofür eigentlich? Das er bezahlt hat? Nein, zum Dank dafür, dass der Kunde nicht eine Sekunde daran verschwendet, dass er eigentlich gar nichts zu bedanken hätte, da er den Sch***, den ich ihm da vorsetze, selbst bezahlt hat.

Irgendwohin muss das Ganze Geld (vermindert durch den Betrag, den die Werbeindustrie für sich abzweigt) ja hin. Hin, im Sinne von "irgendwo müssen wir ja auch Werbung schalten". Und bleiben wir mal nur beim Internet.

Hier haben hunderte und tausende ihr gesamtes Geschäftsmodell darauf aufgebaut, dass es ausreichend ist, Content zu produzieren und den Weißraum drumherum und mittendrin als Werbefläche zu verkaufen. Der Content muss nur interessant genug sein, dass ihn genug Leute sehen wollen, und wenn mans richtig macht, ergibt auch *das* ein wirtschaftliches perpetuum mobile. Hätte auch fast geklappt, wenn man das Spiel nicht übertrieben hätte.

Getrieben von der Goldgräberstimmung wollten das p.m. nämlich viel zu viele. Und so wurde immer mehr Werbung reingeschüttet. Und weil es mehr Werbung (Geld) gab, wollten immer noch mehr ein Stück vom Kuchen, und so wurde auch noch mehr Werbung zu immer niedrigeren Preisen geschaltet. Das, was in der Gesamtheit wieder stetiges Wachstum aussah (es wurde ja immer mehr Werbung placiert), ist im Grunde eine Abwärtsspirale des Preisverfalls. Und weil jetzt immer mehr Werbung geflutet wurde, kamen die ersten auf die Idee "Meine, Fresse, geht mir das Gehupe auf den Sack - kann man das nicht abschalten?" - den Rest des Liedes kennen wir ja. Die Kacke ist am dampfen! Um es mal prosaisch auszudrücken.

Fakt ist: Man kann dem System nicht unbegrenzt Geld entziehen. Man kann auch nicht unbegrenzt Werbung ins System fluten. Wer es nicht glaubt: GUCKT ES EUCH AN! Es liegt hier vor uns, ein klassisches Patientenmodell.

Das dumme ist nur, der Internet-Claim (um mal im Bild der Goldgräber zu bleiben) ist nicht mehr der jüngste im Bunde. Der nächste wurde schon gefunden: mobile. Das konnte sich 20 Jahre lange keiner vorstellen. Ich habe noch eine Aussage im Kopf, aus der Werbebranche: Das Internet ist das letzte große Ding - der heilige Gral. Nun, wie die Gegenwart zeigt (die damals noch Zukunft war): Stimmt nicht. Und ich guck nur mal über den Tellerrand Richtung solcher Sachen wie Google Glass, und mir reicht es.

Reicht es, um zu verstehen, dass die Werbejunkies im Web (aka Contentanbieter) den gleichen Weg gehen, wie vormals Print, Radio, TV :-D Jeder, der vergessen hat, wer die eigentlich Kunden aka Geldgeber waren, wird sich mit Anlauf auf die Fresse legen. Wer geglaubt hat, die mit dem Geld seien die Kunden, ohne sich jemals zu fragen, wo die denn das Geld her hatten, wird sich umgucken - wahrscheinlich nach einem neuen Job.

Aber, und das ist das Tolle für mich als echter Kunde. Ich hab auch mal was über Konjunkturzyklen gehört und gelernt. Ich weiß was kommt. Ich lehne mich gaaaanz entspannt zurück. Der "Markt" wird sich konsolidieren. Es werden viele auf der Strecke bleiben. Es wird zu einem Umbruch kommen. Es wird irgendwann eine gesunde(!) Mischung aus pay-Content und werbefinanziertem kommen. Es wird wieder maßgehalten, es werden sich neue Beziehungen zwischen Anbieter und User aufbauen. Die laut hupende und blinkende Werbekarawane ist dann längst weitergezogen. Übrig bleiben werden die, die mit Augenmaß das neue Verhältnis zwischen Anbieter und User nicht stören, sondern begleiten wollen. Werbefinanzierung ist ja nicht per se etwas Schlimmes. Es muss einfach nur zusammen passen.

Ich halte mich auch für einen bewußten Kunden, der nicht alles gratis will. Ich erkenne Leistung, und erkenne sie auch an. Oder um es genau zu sagen: Ich bezahle für Leistung, wenn sie gut ist und ich sie will. Nur, es muss einfach zusammen passen.

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