Videospiele sind das lukrativste Unterhaltungsmedium

Die geplante Übernahme der Videospielfirma Activision Blizzard King durch Microsoft für rund 69 Milliarden US-Dollar ist, sofern sich der Tech-Konzern mit den Regulierungsbehörden in den USA, der EU und dem Vereinigten Königreich einig wird, der größte Deal seiner Art in der Geschichte der Spieleindustrie. Während Microsoft bereits Ende November ankündigte, EU-Kartellrechtsbehörden hinsichtlich der Bedenken des direkten Konkurrenten Sony entgegenzukommen, gab die US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) am 8. Dezember bekannt, den Kauf blockieren und notfalls vor Gericht ziehen zu wollen. Angesichts des geschätzten Jahresumsatzes in der Spielebranche ist die Entscheidung der FTC nicht überraschend.

Wie die Grafik zeigt, wurden laut Analyse der Branchenexperten von Newzoo 2021 rund 193 Milliarden US-Dollar mit Videospielen umgesetzt. Besonders lukrativ: Das Segment der mobilen Spiele, das für knapp die Hälfte der generierten Einnahmen verantwortlich war. Ohne diesen Geschäftszweig lägen Games noch hinter Büchern und Video-Medien wie Filmen und Serien hinsichtlich des Jahresumsatzes auf dem dritten Platz. 2022 gehen Newzoo-Analysten von einem Umsatzrückgang in der Games-Industrie auf etwa 184 Milliarden US-Dollar aus, wovon rund 49 Prozent von den Märkten China und USA generiert werden sollen.

Auch wenn Microsoft letzten Endes auf den Erwerb von Activision Blizzard King verzichten müssen sollte, schreitet die Konsolidierung in der Spieleindustrie weiter voran. Sony erwarb 2022 beispielsweise das für das erfolgreiche Online-Spiel Destiny 2 verantwortliche Studio Bungie und besitzt mittlerweile 23 eigene Spielestudios. Die schwedische Embracer Group kommt derweil auf weit über 100 aufgekaufte Spielefirmen. Zuletzt hatte der Konzern beispielsweise die europäischen Studios des japanischen Traditionsunternehmens Square Enix sowie die für die Lizensierung von Medienprodukten zu den Tolkien-Werken Der Hobbit und Der Herr der Ringe verantwortliche Firma Middle-earth Enterprises erworben.
von Florian Zandt/Statista
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