Taxifahrer ist keine Berufs-Option mehr: Roboter übernehmen jetzt

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Eine der bekanntesten Dienstleistungen in Städten ist jetzt endgültig auf dem Weg in die Automatisierung: Der legendäre Taxifahrer soll in ziemlich absehbarer Zeit durch autonome Systeme ersetzt werden. Das ist keine große Zukunftsvision bekannter Entwickler wie Google mehr. Ein Pilotprojekt in der Praxis befindet sich jetzt in der Vorbereitung.

Ab dem kommenden Jahr sollen die autonomen Fahrzeuge in Singapur auf die Straße geschickt werden und die ersten Passagiere selbstständig an ihre gewünschten Zielorte bringen. Das teilte das britische Unternehmen Delphi mit, von dem herkömmliche Autos auf Robotik-Steuerungen umgebaut werden. Der Testlauf wird von diesem in Zusammenarbeit mit der Transportbehörde Singapurs durchgeführt.

Autonome Fahrzeuge von DelphiAutonome Fahrzeuge von DelphiAutonome Fahrzeuge von DelphiAutonome Fahrzeuge von DelphiAutonome Fahrzeuge von DelphiAutonome Fahrzeuge von Delphi

Glen DeVos, der Entwicklungs-Chef von Delphi, ist überzeugt, dass die Technologie sich ziemlich schnell gegen die herkömmlichen Taxis durchsetzen wird, wenn sie erst einmal in größerem Stil funktioniert. Der Grund für seine Zuversicht ist dabei ziemlich simpel. Auf die Dauer wird schlicht der Preis entscheiden und autonom operierende Taxis werden - da kein Fahrer mehr bezahlt werden muss - auf längere Sicht zu Preisen fahren können, die nur noch ein Drittel einer heutigen Taxifahrt kosten. Dies nicht nur, weil die Lohnkosten wegfallen, sondern auch, weil die Betriebszeiten des einzelnen Fahrzeugs nicht aufgrund von Pausen des Fahrers oder Schichtwechseln verkürzt werden.

Für die Dauer des Pilotversuches werden allerdings noch Fahrer mit an Bord sein. Diese sollen im Notfall eingreifen, wenn es dann doch zu Problemen kommen sollte. DeVos nannte als Ziel aber, dass man im Jahr 2019 oder 2020 die Fahrzeuge dann komplett allein auf die Straße schicken will.

Bei den Tests kommen mehrere Audis zum Einsatz, die von Delphi umgerüstet wurden. Zum Start werden erst einmal fünf von ihnen auf einer recht umgrenzten Tour in einem Stadtteil unterwegs sein. Im Laufe der Pilotphase will man die Flotte allerdings weiter ausbauen - unter anderem auch mit Elektrofahrzeugen - und diese auch andere Gegenden bedienen lassen. Wenn es nicht zu größeren Rückschlägen kommt, soll dann schon 2022 der Regelbetrieb starten.
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Dieser Schritt war schon lange absehbar, andere Fahrerberufe werden folgen. Neben des Preises dürfte es für den Kunden auch von Vorteil sein, dass die Roboter-Taxis die Sprache des Landes, in dem sie fahren, beherrschen werden und vermutlich auch jede Menge Fremdsprachen, worüber sich die Touristen freuen dürften.
 
@Link: Vorteil ist dass Uber schon alles inhouse managed und nur noch den Fahrer ersetzen muss. LKW und Busse koennen doch schon autonom fahren. Flugzeuge haben acuh nur noch einen Piloten damit man sich nicht so dumm vorkommt. Flugzeuge koennen doch quasi auch schon autonom alles regeln
 
@Link: glaub nicht, dass der preis sinkt. die kostenersparnis wird schön in der tasche des betreibers bleiben
 
@palim: Am Anfang ja, aber das ausgereift ist, kommen die Konkurrenten und wollen am topf mitverdienen. Ergo Preiskampf.
 
@TobiasH: welche konkurrenz? ein zweiter autonomer service würde wohl lange auf sich warten lassen und menschen können einen preiskampf auf dauer nicht mitmachen
 
@palim: Es wird immer Konkurrenz geben. Siehe Uber vs Taxi
 
@Link: Der Roboter fährt mit einem auch nicht in den dunklen Wald.
 
@Toerti: und er trägt einem auch nicht das Gepäck vor die Tür. Er lädt es auch nicht ins Taxi ein oder aus dem Taxi aus, das wird dann alles wieder vom Kunden zu erbringen sein. Endlich sinken dann die Fahrpreise wieder ... zumindest ist das dann der logische nächste Schritt! /ironie
 
Wenn der Computer viele Arbeitsplätze ersetzt dann möchte ich wissen wie sich die ganzen Arbeitslosen noch was leisten können. Das ist ein böser Kreislauf
 
@mach6: Es gibt seit Jahren Leute, die immer wieder darauf hinweisen, dass sich die Gesellschaft darüber mal Gedanken machen sollte. Auf der anderen Seite stehen dann große Organisationen und Parteien, die immer noch rumrennen und irgendwie Vollbeschäftigung hinbekommen wollen. -.-
 
@ckahle: Besonders lustig sind die Helden der Intelligenz die sich allen ernstes hinstellen und behaupten man sollte im Alter noch länger arbeiten, wenn es mehr als genug arbeitslose junge Leute gäbe, die deutlich lieber arbeiten würden.
Aber es ist wohl besser Leuten ALG2 als Renten zu zahlen.
 
@Johnny Cache: Auch nett ist die Idee, dass ein 65 Jähriger Bauarbeiter sicher auch seinen Job wie ein 30 Jähriger ausüben könnte. Als Bürohengst mag das Funktionieren, aber wenn nach 40 Jahren körperlicher Arbeit die Bandscheibe mal den Geist aufgegeben hat, ist Schluss mit dem Beruf... Wobei, freie Stellen als 8,-€ Securityfachkraft im Wärterhäuschen der Garageneinfahrt des Bundestages, wird sicher gern genommen.
 
@ckahle: Im übrigen ist das der normale Verlauf einer wohlhabenden Gesellschaft, und da zähle ich Deutschland im allgemeinen dazu. Was ist bloß aus den ganzen Kutscher geworden, als das Automobil erfunden wurde? Es gibt tausende Beispiele, bei denen die Technik den Mensch ersetzt hat.
 
@Ex!Li: die Kutscher konnten sich immerhin zu Fahrzeugführern welcher Art auch immer umschulen lassen und letztendlich einer moderneren Variante ihres Berufes nachgehen. Problematisch wurde es nur für die Pferde. ;-)

Ein besseres Beispiel wären die Liftführer, die durch paar Knöpfe ersetzt wurden.
 
@mach6: Wird ja dann auch vieles günstiger. Das heißt ein arbeitsloser wird sich auch mehr leisten können.
 
@mach6: die Diskussion gibt es schon seit der Industrialisierung, bis jetzt hat sich alles nur als unbegründete Panik erwiesen.
Vielleicht klappt es ja diesmal.
 
@mach6: in absehbarer Zeit wird sich das derzeitige System (Kapitalismus in Reinkultur) nicht mehr halten lassen. Denn wenn erstmal 50% und mehr Arbeitsplätze durch den Kollegen Robbi besetzt sind, kann keiner mehr die Erwerbslosen finanzieren. Denn diese kosten dem Staat ja doppelt Geld. Denn der Erwerbslose zahlt keine Steuern mehr und er verlangt (zu recht) vom Staat Geld für seinen Lebensunterhalt. Wie auch immer das zukünftige System aussehen wird, die Umstellung eht hoffentlich ohne Blut vergießen ab.
 
@mach6: Genau aus diesem Grund ist der demographische Wandel eher eine Chance als ein Risiko. Solange die Produktivität nicht abnimmt sind auch die Renten gesichert.
 
@Toerti: Und woie macht man das mit einer Geburtenziffer von 1,4? Und als absoluter Gegener von Immigration....?
Rechnen sie mal vor!

Man erfindet eine neue Mathematik oder man druckt Kinder mit dem 3 D Drucker?

Oder arbeitet der Mensch dann irgendwann für den Roboter...
Fangen wir doch einfach an Politiker mit Roboter zu ersetzen, die werden nie müde nehmen alles auf und sind öfter anwesend...
 
@tommit: Beziehen Sie sich auf die Rente? Man muss die Rente natürlich anders finanzieren. Ein System das auf immer währendem Wachstum basiert wie die jetzige Rente ist ohnehin nicht haltbar. Die jetzige Rente ist eine Luftnummer. Hierzu mal mit der Mackenroth-These befassen. Besser wir kriegen die Kurve früher als später. Wir brauchen keine 80 Mio., nicht fürs Fließband, nicht für die Landwirtschaft und für die Armee schon mal gar nicht. Je länger wir diese Umstellung vor uns herschieben desto schwieriger wird es. Die Umwelt wird es uns auch danken.
 
Wie zahlt man da? wie bei einem Automaten vorher? Ansonsten fahre ich mit dem Roboter mit und steig einfach aus^^
 
@Opilol: Du steckst deine Kreditkarte wie bei einer 24h Tankstelle oder einen Geldschein. Vorher gibst du die Route ein und dir wird ein Minimalbetrag errechnet, den du mindestens zu bezahlen hast. Diesen bezahlst du VOR Antritt der Fahrt. So so ähnlich wir es kommen.
 
Wie gibt man da das Ziel an ? Vorallem ältere Menschen werden Schwierigkeiten haben an irgendeinen Navi das Ziel zu programmieren
 
@Einste1n: Stadt und Straße werden sie ja wohl noch eingeben könne. Wenn nicht, müsste man auch überlegen, ob sie noch in der Lage sind selbstständig unterwegs zu sein...
 
@Einste1n: ältere Menschen können doch sprechen, oder?
 
Haha, das wage ich doch arg zu bezweifeln. Sicher werden selbst fahrende Autos früher oder später als zusätzliche Dienstleistung kommen.

Den Ersatz des klassichen Taxifahrers sehe ich dabei nicht. Die gesetzliche Grundlage tut sich in Deutschland schon mit Alternativen zum klassischen Taxigeschäft sehr schwer. Darüber hinaus ist neben dem Autofahren ein Haufen Zusatzqualifikation und Bürokratie erforderlich.

Das klassische Taxi ist deutlich mehr als eine Fahrt von A nach B. Die Fahrer wissen, wie sie mit Behinderten Gästen umzugehen haben und helfen auch bei Problemen. Sie holen Kranke vom Krankenhaus ab und sorgen dafür, das sie nach einer Narkose sicher nach Hause kommen.

Ich denke nicht, dass ein Auto in absehbarer Zeit:

1. Zum Krankenhaus fährt,
2. dort direkt vor dem Eingang in zweiter Reihe hält, wo Parken verboten ist,
3. die Person nach hause fährt
4. und ihr anschließend aus dem Auto hilft.

Sobald Rollstühle ins Spiel kommen, wird es nochmal witziger.

Der Staat schützt die Branche daher schon lange mit speziellen Auflagen, mit denen die Konkurrenz eingedämmt wird. Zumindest in Deutschland wird das selbstständig Fahrende Auto eher eine Ergänzung zu Taxifahrern. Doch selbst das wird in absehbarer Zeit nichts, da meines Wissens nach keine gesetzliche Grundlage existiert.

Bis das alles Praxis wird, gehen noch einige Generationen an Taxifahrern ins Land. Das Internet hat sich vor fast 20 Jahren im Alltag durchgesetzt und wird bisher nur äußerst mangelhaft im geltenden Recht berücksichtigt. Daran kann man sich ausrechnen, wie lange es dauern wird, bis Roboter auf deutschen Straßen kein Problem mehr darstellen. Niemand will im Verkehrsrecht ein ähnliches Patchwork-Gefrickel wird wie im Internetrecht.

EDIT: Am wahrscheinlichsten sind noch selbstfahrende Autos mit anwesendem Taxifahrer.
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