Künstliches Insekt kann tauchen und aus dem Wasser fliegen

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An der Harvard University arbeitet ein Forscher-Team seit Jahren an winzigen Robotern, die Anleihen an den Fähigkeiten von Insekten nehmen. Das neueste Modell, das sie nun präsentieren konnten, ist ein echtes amphibisches System: Der kleine Roboter kann tauchen, auf der Wasseroberfläche schwimmen und sich von dort aus auch in die Lüfte erheben.

Das wäre bei einer größeren Drohne mit etwas Bastelei sicherlich leicht umzusetzen. Das gezeigte System ist aber gerade einmal zwei Zentimeter groß und wiegt nur 175 Milligramm. Allein die Kraft der Oberflächenspannung einer Wasserfläche lastet beim Auftauchen somit zehnmal stärker auf dem winzigen Roboter als das eigene Gewicht.

In Bewegung versetzt sich das System dabei nicht mit rotierenden Antrieben. Vielmehr wurden kleine Flügel angebracht, die jenen von Insekten nachempfunden sind. Diese vibrieren unter Wasser mit 13 Hertz und in der Luft mit 220 bis 300 Hertz. Dies genügt, um das System im jeweiligen Medium in Bewegung zu versetzen.

Treibstoff selbst gemacht

Der kritische Punkt blieb dann der Übergang vom Wasser in die Luft. Das Problem lösten die Forscher, indem sie den Roboter mit einigen Schwimmkörpern versahen, die beim Auftauchen mit Gas gefüllt werden. Allerdings kann das System dieses nicht in einem Tank mitnehmen, das wäre eine viel zu schwere Lösung. Stattdessen wurde die Drohne im zentralen Bereich mit einem weiteren Hohlraum ausgestattet, an dessen Unterseite eine Metallplatte angebracht ist. Unter Zuführung elektrischer Energie wird an dieser eine Elektrolyse durchgeführt, die aus dem umgebenden Wasser Wasserstoff gewinnt und diesen in die Hohlkörper leitet.

Der daraus entstehende Auftrieb reicht bereits nach kurzer Zeit, um den oberen Teil des Roboters mit den kleinen Flügeln aus dem Wasser zu erheben. Mit Hilfe der Vibrationen wird dann die Wasseroberfläche durchstoßen und das System springt regelrecht in die Luft.
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Es kommt nicht nur durch die Flügel aus dem Wasser, der Wasserstoff wird entzündet und durch die Explosion "springt" es aus dem Wasser.
 
Wasserstoffbasierte Energiewirtschaft ist ohnehin die Lösung. Es wird der Tag kommen an dem sogar Politik & Wirtschaft das endlich merken.
Vorher aber werden sie jeden erdenklichen anderen Kram bis zum Exzess treiben, solange sich jedenfalls damit verdienen lässt.
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