Arctic World Archive: Eisiger Daten-Tresor ist in Betrieb gegangen

Der inzwischen recht bekannte Saatgut-Tresor auf der Insel Spitzbergen bekommt einen Nachbarn für Daten. In Kooperation zwischen dem norwegischen Technologie-Unternehmen Piql und der Bergbau-Gesellschaft SNSK soll hier ein extrem sicheres Archiv entstehen. Das so genannte Arctic World Archive ist in seinen ersten Teilen sogar schon in Betrieb gegangen. Die Regierungen von Brasilien, Mexiko und natürlich Norwegen selbst konnten als Kunden gewonnen werden und haben bereits digitale Kopien wichtiger historischer Dokumente eingelagert. Am 27. März versenkte man die ersten Datenträger in den Stollen des Archives, berichtete das US-Magazin The Verge.

Spitzbergen gilt als einer der besten Orte, wenn Dinge quasi für die Ewigkeit bewahrt werden sollen. Das arktische Klima sorgt für recht konstante Bedingungen in den Speichern und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Naturkatastrophen zur Gefahr werden. Außerdem ist die Insel extrem abgelegen und verfügt auch sonst über nicht viel interessantes, so dass sie wohl auch kaum zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen werden könnte. Es wäre sogar recht sinnlos, selbst im Falle eines Atomkrieges, irgendetwas beschießen zu wollen, was auch nur annähernd im weiteren Umkreis liegt.

Aus diesem Grund hatte ein gemeinnütziges Konsortium hier bereits den Svalbard Global Seed Vault errichtet, In diesem wird Saatgut aller nur denkbaren Sorten von Nutzpflanzen aus der ganzen Welt aufbewahrt. So soll sichergestellt werden, dass das genetische Material auch dann erhalten bleibt und wieder nutzbar gemacht werden kann, wenn andere Entwicklungen bestimmte Sorten in der Praxis zum Aussterben brachten.

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Auf ähnliche Weise sollen nun Daten im Felsgestein Spitzbergens bewahrt werden. Die Betreiber des Archivs haben sich entschieden, die Informationen dafür in ein eigenes, proprietäres Speicherformat zu übertragen. Dieses könnte man grob damit umschreiben, dass hochauflösende QR-Codes auf optischen Film geschrieben werden. Dafür sprachen verschiedene Punkte - einerseits ist der Film haltbarer als viele andere Datenträger. Außerdem lassen sich die Informationen relativ leicht wieder rekonstruieren, auch wenn die ursprüngliche Technologie zu ihrer Codierung irgendwann einmal verloren gehen sollte.

Die Kapseln mit den Filmen werden in 300 Metern Tiefe im Permafrost-Fels aufbewahrt. Hier herrschen permanent Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad Celsius und hohe Trockenheit. Ohne dass ständig Energie für Klimatisierung oder ähnliches benötigt würde, sollen die Daten so mindestens 500 bis 1.000 Jahre sicher aufbewahrt sein.
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