Mit Streusand gegen den digitalen Radiergummi

Entwicklung Forscher der Uni Regensburg haben ein Firefox-Plugin namens Streusand entwickelt, mit dem das Konzept des "digitalen Radiergummies" ausgehebelt werden soll. Kürzlich startete der Dienst X-pire, mit dem die schon länger durch die Politik geisternde Forderung nach einer Möglichkeit, Daten nach einer bestimmten Zeit einfach aus dem Internet verschwinden zu lassen, technisch realisiert werden sollte. Das Bild wird dabei verschlüsselt im Netz abgelegt und nur angezeigt, wenn ein zentraler Schlüssel-Server im festgelegten Zeitraum einen Key übermittelt.

Schon kurz nach der Vorstellung wurde X-pire von vielen Seiten kritisiert. Immerhin wird hier mit einem kostenpflichtigen Dienst unerfahrenen Nutzern ein Versprechen gegeben, dass schon allein deshalb nicht gehalten werden kann, weil andere Anwender im einfachsten Fall Bildschirmfotos anfertigen können.

Eine Forschergruppe um Hannes Federrath von der Universität Regensburg zeigte nun außerdem auf, dass von einem Einsatz des Plugins sogar eine zusätzliche Gefahr für die Privatsphäre von Nutzern ausgehen kann. Um dies zu demonstrieren, haben sie ein eigenes Plugin entwickelt, das in Anlehnung an den Streisand-Effekt als "Streusand" bezeichnete wird und auf den ersten Blick eine vergleichbare Funktion bietet.

Streusand fertigt im Hintergrund zusätzlich Kopien der Schlüssel aller betrachteten Bilder sowie der Bilder selbst an und kopiert sie auf einen separaten "Streusand-Server", wo sie auch über das Verfallsdatum hinaus aufbewahrt werden. "Dadurch wird nicht nur die Schutzfunktion von X-pire! ausgehebelt, sondern es werden zudem gerade die besonders schützenswerten Bilder in einer öffentlichen Bildergalerie unbegrenzt zugänglich gemacht", erläuterte Federrath.

Aus ethischen und lizenzrechtlichen Gründen wird die Streusand-Erweiterung vorerst nicht veröffentlicht. Von einem Einsatz von X-pire für ernsthafte Anwendungen sollte nach Ansicht der Experten aber auf jeden Fall abgesehen werden, zumal Streusand-Klone relativ leicht nachgebaut werden können. Mit ihrer weiten Verbreitung wäre dann eher ein Verlust an Selbstbestimmung im Internet und in sozialen Netzen verbunden.
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