Intel: Gute Zahlen täuschen über Probleme mit 10nm-Chips hinweg

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Der Halbleitergigant Intel kann sich zwar über gute Geschäftszahlen freuen, musste aber im Zuge der Vorstellung seiner jüngsten Quartalsergebnisse auch eingestehen, dass die breite Verfügbarkeit von Prozessoren mit 10 Nanometer Strukturbreite anders als geplant erst im Jahr 2019 gegeben sein wird.
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Wie Intel gestern Abend mitteilte, konnte man im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres einen deutlich gestiegenden Umsatz und Gewinn verzeichnen. Intel erwirtschaftete ganze 4,5 Milliarden US-Dollar Plus, was einer Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch der Umsatz legte kräftig zu, denn Intel meldete einen neuen Rekordwert von 16,1 Milliarden US-Dollar und setzte damit - zumindest laut Intel-CEO Brian Krzanich - den Erfolg aus dem Jahr 2017 fort.

Dabei profitierte Intel vor allem von seiner sogenannten Data Center Group, die eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent auf ganze 5,2 Milliarden Dollar erzielte. Die auf Flash-Speicher und Optane Memory spezialisierte sogenannte Non-Volatile Memory Solutions Group wuchs ihrerseits um 20 Prozent und setzte eine Milliarde Dollar um. Auch in der noch immer größten Sparte, der Client Computing Goup, stieg der Umsatz auf 8,2 Milliarden Dollar, was immerhin drei Prozent entspricht. Damit zeichnet sich eine leichte Erholung des PC-Marktes ab, denn Intel verdiente offensichtlich mehr mit dem Verkauf von PC-Prozessoren.

Gute Zahlen täuschen über Probleme mit neuen Chips hinweg

Krzanich hatte allerdings auch enttäuschende Nachrichten im Gepäck. So bestätigte er, dass die Ausbeute bei der Fertigung von Prozessoren mit "10 Nanometer" Strukturbreite geringer ausfällt als erhofft, weshalb Intel erst ab dem nächsten Jahr derartige Chips in großen Mengen liefern kann. Eigentlich sollten die 10-nm-Chips bereits ab der zweiten Jahreshälfte 2018 auf den Markt kommen, doch jetzt will Intel zunächst nur kleinere Stückzahlen vertreiben.

Konkret kündigte Krzanich erstmals von offizieller Seite die Einführung der neuen "Whiskey Lake"-Architektur an, stellte aber klar, dass diese anders als geplant erst ab 2019 in größeren Stückzahlen verfügbar sein werden. Aktuell sollen aber wenigstens kleinere Mengen der sogenannten "Cannon Lake"-SoCs ausgeliefert werden. Für den Großteil seiner Prozessoren setzt Intel bis zum nächsten Jahr jedoch auf "Prozessoptimierung und architekturelle Innovationen", um die aktuellen 14-Nanometer-Chips weiterhin wettbewerbsfähig zu halten.

Bei "Whiskey Lake" handelt es sich um Prozessoren für normale Client-PCs, wobei Intel noch keine offiziellen Angaben darüber machte, welche technischen Eigenschaften die Chips abgesehen von der geschrumpften Strukturbreite haben sollen. Gerüchten zufolge plant Intel unter anderem die Einführung von neuen Chips mit "4+2" und "8+2" Kernen für mobile Geräte.

Dass es um Intels 10-Nanometer-Fertigung nicht gut bestellt ist, zeigt auch die Geschichte der sogenannten "Cannon Lake"-SoCs, die nun zwar in kleinen Stückzahlen vom Band laufen, eigentlich aber schon 2017 in großen Mengen gefertigt werden sollten. Dadurch dürften die neuen Chips zwar recht bald in ausgesuchten Produkte zu finden sein, was aber auch eine erhebliche Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Ziel einer breiten Verfügbarkeit im letzten Jahr bedeutet - schließlich werden sie noch nicht einmal 2018 in großen Mengen zu haben sein. Intel, Prozessor, Cpu, Chip, SoC, x86, Surface Studio, Microsoft Surface Studio, Intel Core i7-6820HQ Intel, Prozessor, Cpu, Chip, SoC, x86, Surface Studio, Microsoft Surface Studio, Intel Core i7-6820HQ Microsoft
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