- 17.10.24
- 22:35
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Bitcoin-Festplatte auf Müll: Brite möchte Graberecht oder 0,5 Mrd. Euro
Entweder ein vollkommener Idiot oder ein absolutes Genie. Warum sage ich das?
Erstens, in alle Welt hinauszuposaunen, dass da auf einer ganz bestimmten Müllhalde in England eine halbe Milliarde liegt, die man mit nur wenig Aufwand und genug Glück einfach so aufsammeln kann, lockt nun garantiert jeden Grabräuber und Glücksritter dorthin, die sich alle, anders als er, nicht so sehr darum bemühen werden, den Rechtsweg bei der Aquirierung dieser Festplatte einzuhalten. Selbst ich muss gestehen, dass, seitdem ich diese Nachricht gehört habe, es eine Stimme in meinem Hinterkopf gibt, die mir sagt, ich soll alles stehen und liegen lassen, dorthingehen, nachts auf diese Müllhalde einbrechen und mein Glück versuchen. Zum Glück obsiegt bei mir der Verstand dieser Versuchung noch. Bei anderen muss das nicht zwingend der Fall sein. Es kann also gut sein, sollte er irgendwann mal diese Erlaubnis für die Grabungen auf der Müllhalde von der Stadt erhalten, dass dann die Festplatte schon lange nicht mehr dort ist.
Zweitens, eine Festplatte ist ein komplexes Stück Elektronik. Anders als beispielsweise eine antike Goldmünze, deren Wert sich aus einer materiellen und einer historischen Komponente zusammensetzen, die sich beide immernoch recht gut erhalten, auch wenn die Münze mal ein paar kleine Kratzer abbekommt, ist es bei dieser Festplatte notwendig, dass sie, nachdem sie wiedergefunden wurde, immernoch einwandfrei funktioniert, um auf die in ihr gespeicherten Vermögenswerte zuzugreifen. In Anbetracht dessen, dass Festplatten generell in einer trockenen Umgebung, von Witterung und direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt und keinen harten Schlägen ausgesetzt sein sollten und dass diese Festplatte jetzt schon seit gut 11 Jahren auf der Mülldeponie genau diesen Elementen tagein tagaus ausgesetzt ist, halte ich es für mehr als wahrscheinlich, dass sie, sollte sie tatsächlich einmal gefunden werden, dann einfach nicht mehr funktioniert oder zumindest nicht mehr gut genug, um auf die Vermögenswerte zuzugreiffen.
Warum aber sage ich, es könnte sich bei ihm auch um ein Genie handeln?
Was, wenn obengenannter Punkt 1 nicht Dummheit ist, sondern eine geschickte List, übernommen aus der Trickkiste Tom Sawyers? Er weiss, dass er alleine kaum Chancen hat, diese Festplatte alleine auf dieser Müllhalde zu finden. Er selbst gibt zu, dass dies, sobald er eine Erlaubnis bekommt, noch 18-36 Monate dauern könnte. Möchte er selbst auf die Müllhalde einbrechen, um, sagen wir, bei Nacht und Nebel nach der Festplatte zu suchen, so lädt er jedes Mal das Risiko auf sich, erwischt zu werden und wegen Hausfriedensbruch selbst in juristische Schwierigkeiten zu kommen. Was aber, wenn er diesen Teil der Arbeit (genauso wie das damit verbundene Risiko) ganz bequem auf andere outsourcen könnte? Wenn andere, von ihrer eigenen Gier getrieben, ohne dafür im Falle, dass sie nichts finden, Lohn von ihm zu verlangen, idealerweise ganz viele und immer wieder, diese riskante Arbeit freiwillig übernehmen, und das, ohne auf eine Bewilligung der Stadt zu warten? Nehmen wir an, die Wallet auf dieser Festplatte sei verschlüsselt, und nehmen wir weiter an, dass Passwort sei sicher genug gewählt worden, so könnte ein möglicher Finder ohne ihn nicht auf die Vermögenswerte auf der Festplatte zugreiffen. Dieser müsste also auf ihn zukommen und er hat bei der darauf folgenden Verhandlung um den Finderlohn eine gute Verhandlungsbasis. Er würde es so schaffen, ohne grossen persönlichen Aufwand, ohne persönliches Risiko und letztlich auch ohne auf die Bewilligung der Stadt zu warten, einen Grossteil seiner Bitcoins (vermutlich so um die 50%) zurückzuerhalten. Vielleicht ist dies von Anfang an sein Plan.
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Bitcoin-Festplatte auf Müll: Brite möchte Graberecht oder 0,5 Mrd. Euro
Entweder ein vollkommener Idiot oder ein absolutes Genie. Warum sage ich das?
Erstens, in alle Welt hinauszuposaunen, dass da auf einer ganz bestimmten Müllhalde in England eine halbe Milliarde liegt, die man mit nur wenig Aufwand und genug Glück einfach so aufsammeln kann, lockt nun garantiert jeden Grabräuber und Glücksritter dorthin, die sich alle, anders als er, nicht so sehr darum bemühen werden, den Rechtsweg bei der Aquirierung dieser Festplatte einzuhalten. Selbst ich muss gestehen, dass, seitdem ich diese Nachricht gehört habe, es eine Stimme in meinem Hinterkopf gibt, die mir sagt, ich soll alles stehen und liegen lassen, dorthingehen, nachts auf diese Müllhalde einbrechen und mein Glück versuchen. Zum Glück obsiegt bei mir der Verstand dieser Versuchung noch. Bei anderen muss das nicht zwingend der Fall sein. Es kann also gut sein, sollte er irgendwann mal diese Erlaubnis für die Grabungen auf der Müllhalde von der Stadt erhalten, dass dann die Festplatte schon lange nicht mehr dort ist.
Zweitens, eine Festplatte ist ein komplexes Stück Elektronik. Anders als beispielsweise eine antike Goldmünze, deren Wert sich aus einer materiellen und einer historischen Komponente zusammensetzen, die sich beide immernoch recht gut erhalten, auch wenn die Münze mal ein paar kleine Kratzer abbekommt, ist es bei dieser Festplatte notwendig, dass sie, nachdem sie wiedergefunden wurde, immernoch einwandfrei funktioniert, um auf die in ihr gespeicherten Vermögenswerte zuzugreifen. In Anbetracht dessen, dass Festplatten generell in einer trockenen Umgebung, von Witterung und direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt und keinen harten Schlägen ausgesetzt sein sollten und dass diese Festplatte jetzt schon seit gut 11 Jahren auf der Mülldeponie genau diesen Elementen tagein tagaus ausgesetzt ist, halte ich es für mehr als wahrscheinlich, dass sie, sollte sie tatsächlich einmal gefunden werden, dann einfach nicht mehr funktioniert oder zumindest nicht mehr gut genug, um auf die Vermögenswerte zuzugreiffen.
Warum aber sage ich, es könnte sich bei ihm auch um ein Genie handeln?
Was, wenn obengenannter Punkt 1 nicht Dummheit ist, sondern eine geschickte List, übernommen aus der Trickkiste Tom Sawyers? Er weiss, dass er alleine kaum Chancen hat, diese Festplatte alleine auf dieser Müllhalde zu finden. Er selbst gibt zu, dass dies, sobald er eine Erlaubnis bekommt, noch 18-36 Monate dauern könnte. Möchte er selbst auf die Müllhalde einbrechen, um, sagen wir, bei Nacht und Nebel nach der Festplatte zu suchen, so lädt er jedes Mal das Risiko auf sich, erwischt zu werden und wegen Hausfriedensbruch selbst in juristische Schwierigkeiten zu kommen. Was aber, wenn er diesen Teil der Arbeit (genauso wie das damit verbundene Risiko) ganz bequem auf andere outsourcen könnte? Wenn andere, von ihrer eigenen Gier getrieben, ohne dafür im Falle, dass sie nichts finden, Lohn von ihm zu verlangen, idealerweise ganz viele und immer wieder, diese riskante Arbeit freiwillig übernehmen, und das, ohne auf eine Bewilligung der Stadt zu warten? Nehmen wir an, die Wallet auf dieser Festplatte sei verschlüsselt, und nehmen wir weiter an, dass Passwort sei sicher genug gewählt worden, so könnte ein möglicher Finder ohne ihn nicht auf die Vermögenswerte auf der Festplatte zugreiffen. Dieser müsste also auf ihn zukommen und er hat bei der darauf folgenden Verhandlung um den Finderlohn eine gute Verhandlungsbasis. Er würde es so schaffen, ohne grossen persönlichen Aufwand, ohne persönliches Risiko und letztlich auch ohne auf die Bewilligung der Stadt zu warten, einen Grossteil seiner Bitcoins (vermutlich so um die 50%) zurückzuerhalten. Vielleicht ist dies von Anfang an sein Plan.