- 09.07.19
- 12:18
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John Oliver greift Amazon scharf an, der Konzern reagiert beleidigt
@Fropen:
zum einen stimmt es ja auch, die Bezahlung ist für ungelernte Arbeitskräfte echt gut (11,27€/Stunde als Einstieg, nach zwei Jahren 13,63€/Stunde + noch weitere Boni), zum anderen sind die Streiks bei Amazon aus gutem Grund aber auch nicht sehr umfangreich. Ver.di bauscht das in den Medien immer ziemlich auf, aber ich arbeite selbst seit 6 Jahren bei Amazon und kann nur sagen, dass die allermeisten Kollegen gar nicht den Tarifvertrag wollen. In Werne, wo ich vorher gearbeitet habe, waren vielleicht maximal 50 Leute am streiken, die restlichen 1400 Kollegen haben normal weiter gearbeitet. Hier in Dortmund gibt es niemanden, der streiken will.
Das liegt nicht per sé an Gewerkschaften oder irgendeinen Druck von oben (wir haben ja sogar einen Betriebsrat), sondern daran, dass der Einzelhandelstarifvertrag für die Kollegen, die länger dabei sind, nachteilig ist. Das Einstiegsgehalt ist höher als das aktuelle bei Amazon, aber als langrfristiger Mitarbeiter verdient man gute 200 Euro weniger durch den Tarifvertrag. Da macht das Urlaubsgeld keinen Unterschied, da es bei Amazon stattdessen jedes Jahr ein Aktienpaket gibt bspw. Wir haben uns den Tarifvertrag angesehen und sind mit dem und den Forderungen von ver.di schlicht nicht einverstanden.
Außerdem empfinden wir hier die Arbeitsbedingungen als nicht so furchtbar, wie man das in den Medien liest. Es gibt keine Überwachung, der Druck ist nicht höher als in anderen Unternehmen und Amazon achtet ziemlich auf die Gesundheit der Mitarbeiter.
Ich kann natürlich nur aus meiner Sicht berichten, aber ich hab schon in drei Logistikzentren gearbeitet und bin eigentlich jemand, der lieber skeptisch durchs Leben geht, aber ich teile nicht die Erfahrung, die einem in den Berichten von frustrierten (Ex-)Mitarbeitern suggeriert wird.
Freundliche Grüße,
Karsten Amazon FC Botschafter
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John Oliver greift Amazon scharf an, der Konzern reagiert beleidigt
@Fropen:
zum einen stimmt es ja auch, die Bezahlung ist für ungelernte Arbeitskräfte echt gut (11,27€/Stunde als Einstieg, nach zwei Jahren 13,63€/Stunde + noch weitere Boni), zum anderen sind die Streiks bei Amazon aus gutem Grund aber auch nicht sehr umfangreich. Ver.di bauscht das in den Medien immer ziemlich auf, aber ich arbeite selbst seit 6 Jahren bei Amazon und kann nur sagen, dass die allermeisten Kollegen gar nicht den Tarifvertrag wollen. In Werne, wo ich vorher gearbeitet habe, waren vielleicht maximal 50 Leute am streiken, die restlichen 1400 Kollegen haben normal weiter gearbeitet. Hier in Dortmund gibt es niemanden, der streiken will.
Das liegt nicht per sé an Gewerkschaften oder irgendeinen Druck von oben (wir haben ja sogar einen Betriebsrat), sondern daran, dass der Einzelhandelstarifvertrag für die Kollegen, die länger dabei sind, nachteilig ist. Das Einstiegsgehalt ist höher als das aktuelle bei Amazon, aber als langrfristiger Mitarbeiter verdient man gute 200 Euro weniger durch den Tarifvertrag. Da macht das Urlaubsgeld keinen Unterschied, da es bei Amazon stattdessen jedes Jahr ein Aktienpaket gibt bspw. Wir haben uns den Tarifvertrag angesehen und sind mit dem und den Forderungen von ver.di schlicht nicht einverstanden.
Außerdem empfinden wir hier die Arbeitsbedingungen als nicht so furchtbar, wie man das in den Medien liest. Es gibt keine Überwachung, der Druck ist nicht höher als in anderen Unternehmen und Amazon achtet ziemlich auf die Gesundheit der Mitarbeiter.
Ich kann natürlich nur aus meiner Sicht berichten, aber ich hab schon in drei Logistikzentren gearbeitet und bin eigentlich jemand, der lieber skeptisch durchs Leben geht, aber ich teile nicht die Erfahrung, die einem in den Berichten von frustrierten (Ex-)Mitarbeitern suggeriert wird.
Freundliche Grüße,
Karsten Amazon FC Botschafter
John Oliver greift Amazon scharf an, der Konzern reagiert beleidigt
@Gast11962: Hallo Krib,
grundsätzlich finde ich deine Einstellung bezüglich deiner Meinungsbildung gut. Aber als jemand, der seit über 6 Jahren bei Amazon arbeitet, kann ich dir sagen, dass auch in DE die Ansichten durch die Medien ziemlich verfälscht werden. Eigentlich sind die allermeisten Kollegen sehr zufrieden mit den Arbeitsbedinungungen und den Löhnen. Dafür, dass wir in der Logistik arbeiten und die Arbeit da sehr hart ist, achtet Amazon sehr auf unsere Gesundheit. Überstunden sind nur Ausnahmefälle, es gibt regelrecht Ärger, wenn man alleine Pakete hebt, die schwerer als 15kg sind, usw. Ich hab nun in drei verschiedenen Logistikzentren gearbeitet und hatte nie das Gefühl, ausgebeutet oder schlecht behandelt zu werden. Zum einen haben wir gute Gesetze und zum anderen einen sehr aktiven Betriebsrat, der immer an der Seite der Kollegen steht.
Bei Amazon ist es nicht schlechter und vermutlich sogar besser als in anderen Logistikbetrieben. Ich hab Freunde, die beneide ich, weil sie z.B. keine Schichtarbeit haben, bei anderen graut es mir, wenn ich von deren Arbeitsbedinungungen höre. Und die meisten dieser Unternehmen haben nicht mal einen Betriebsrat, wir halt schon.
Freundliche Grüße,
Karsten Amazon FC Botschafter