MRAM: Nichtflüchtiger DRAM-Ersatz entwickelt sich rasant weiter

Chip, Computer, Elektronik, Board Bildquelle: anthony bolan photography
Jahrelang haben schnelle, nichtflüchtige Speicher quasi ausschließlich als Labor-Experimente die Begehrlichkeiten hochgehalten. Doch inzwischen kommen sie nach und nach wirklich auf den Markt und entwickeln sich rasch weiter. Ein MRAM-Hersteller vervierfacht die Kapazität seiner Chips gleich mal.
Auf dem Branchentreffen Flash Memory Summit muss man sich inzwischen schon anstrengen, um mit eigentlichem Flash-Speicher noch Aufmerksamkeit zu erregen. Denn neue Technologien wie Intels 3DXPoint und eben auch das so genannte MRAM machen als existierende Produkte von sich reden. Der Hersteller Everspin hat auf der Veranstaltung beispielsweise seine neuesten MRAM-Entwicklungen vorgestellt, berichtete das Fachmagazin EETimes.

Das Unternehmen will noch in diesem Jahr die ersten Speicherkarten mit ein bis zwei Gigabyte in größeren Mengen produzieren, die auf Chips mit 256 Megabit Kapazität beruhen. Parallel werden aber auch schon Muster eines neuen MRAM-Chips bereitgestellt, der gleich auf eine Kapazität von einem Gigabit springt. Die Entwicklung in dem Bereich geht aktuell also so schnell, dass der übliche verdoppelnde Schritt gleich mal ausgelassen wird.


Klassischer RAM soll schnell verschwinden

Allerdings sind die neuen Speicherprodukte von Everspin noch nicht für den Privatkundenmarkt gedacht. Vielmehr will das Unternehmen erst einmal den klassischen DRAM in Storage-Systemen ersetzen. MRAM kann in Sachen Geschwindigkeit mit diesem mithalten, verliert seine Daten bei Stromverlust aber nicht. Dadurch soll er sich für den Einsatz als Cache-Speicher, der Daten schnell aufnimmt und dann nach und nach auf die Flash-SSDs weiterreicht (oder andersrum) letztlich besser geeignet sein. Auch Intel vermarktet seine ersten 3DXPoint-Produkte ja erst einmal als Caches.

Bei Everspin ist man aber natürlich optimistisch, dass die fortschreitende Entwicklung schnell auch andere Anwendungsbereiche erschließen wird. "In der Zukunft werden alle Speicher dauerhaft sein", erklärte Marketing-Chef Patrick Patla. Und diese Zukunft beginne in seiner Vorstellung an einem Punkt, der nur noch fünf bis sieben Jahr entfernt ist.

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