Deutsche Börse bietet Marktplatz für virtuelle Computerspielgüter an

Die Deutsche Börse hat nun eine Austauschplattform für virtuelle Gegenstände ins Leben gerufen. Somit können begeisterte Spieler bald auch an der Börse einkaufen. Auch wenn dies seltsam klingt: Mit solchen Objekten werden in Computerspielen Milliarden von Euros umgesetzt.
Börse, Aktie, Kurs
Mashable
Dass virtuelle Güter schon seit einiger Zeit immer erfolgreicher über den Tisch gehen, ist bereits bekannt. Doch Gedanken über eine offizielle Kommerzialisierung haben sich bislang nur wenige gemacht. Daraus entstand mit der Zeit ein regelrechter Schwarzmarkt, wo Raumschiffe oder Gewehre in Rollenspielen für hohe Summen gehandelt werden. Bei vielen Online-Spielen sei dies möglich, um mit Hilfe dieser Erweiterungen einen schnelleren Fortschritt im Spiel erreichen zu können. Gerade seltene Gegenstände erzielen höhere Verkaufspreise. Darüber hat das Handelsblatt berichtet. Demnach soll ein Nutzer etwa 38.000 Dollar für einen pinken Kriegshund aus dem Multiplayer-Spiel Dota 2 gezahlt haben. Die Deutsche Börse schätzt, dass mit solchen Gegenständen aus Spielen jährlich rund 46 Milliarden Dollar umgesetzt werden - Tendenz steigend. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Das in Frankfurt ansässige Unternehmen steigt nun in diesen Markt ein: Auf einer Switex genannten Plattform können zukünftig Gegenstände aus Computerspielen gehandelt werden.

Börse erhofft sich Bekämpfung von Betrug

Der Markt weist Parallelen zur realen Ökonomie auf. So ist auch beim Handel mit virtuellen Spieleobjekten ein Schwarzmarkt in großem Umfang entstanden. Oft resultieren daraus Betrugs-Szenarien, sodass ein potentieller Interessent immer ein erhöhtes Risiko beim Kauf oder Verkauf von Objekten eingehen muss. Denn eine weltweite und regulierte Plattform gab es bislang noch nicht.

Die Möglichkeit, virtuelle Gegenstände mit Switex an der Börse zu handeln, soll ab dem zweiten Quartal des nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Bereits in Vergangenheit hatte die Deutsche Börse Bemühungen gezeigt, eine Plattform für virtuelle Waren anzubieten. Dies war Anfang 2014 der Fall, wo das Projekt Cloud Exchange gestartet wurde. Hier konnten Nutzer mit Speicherplatz und Rechenleistung handeln. Jedoch wurde dieses Angebot nur wenig später eingestellt, da kein all zu großes Interesse bestand.

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