Microsoft unter Verdacht: Verkäufe durch Bestechung angekurbelt?

Microsoft, Logo, Headquarter Bildquelle: Robert Scoble / Flickr
Microsoft muss sich aktuell mit neuen Vorwürfen möglicher Beste­chungs­ver­suche konfrontiert sehen, laut denen das Unternehmen von illegalen Geldzahlungen an Behördenvertreter in Ungarn profitiert haben könnte. US-Behörden ermitteln derzeit wegen des Verdachts, dass in Ungarn Geld geflossen ist, um die Verkäufe von Microsofts Software-Produkten anzukurbeln. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, die mit den Ermittlungen vertraut sind, gehen sowohl das US-Justizministerium als auch die Börsenaufsicht derzeit gegen den Softwarekonzern vor, weil der Verdacht der Bestechung zum Zwecke der Verkaufsförderung im Raum steht. Hintergrund sind Bemühungen des Unternehmens, die vor rund fünf Jahren begannen, um die Verwendung von alternativer Software durch ungarische Behörden einzudämmen.

Damals hatte Microsoft verschiedene Software-Produkte über Zwischenhändler nach Ungarn verkauft, wobei die Mittelsmänner teilweise starke Preisnachlässe erhielten. Letztlich wurden die Produkte aber zu Preisen an die Behörden weiterverkauft, die deutlich näher an der offiziellen Preisempfehlung lagen. Der Vorwurf lautet nun, dass Microsofts Mittelsmänner die Preisspanne nutzten, um die Gunst von Entscheidern aus den jeweiligen Behörden durch unzulässige Zahlungen zu erkaufen.

Microsoft hat eigene Ermittlungen eingeleitet

Microsoft selbst ließ verlauten, dass man umgehend mit eigenen Ermittlungen reagiert hat, nachdem es Hinweise auf mögliches Fehlverhalten bei der ungarischen Niederlassung gegeben habe. Das Unternehmen entließ im Zuge seiner internen Maßnahmen nach eigenen Angaben vier teilweise hochrangige Mitarbeiter. Unter anderem musste der frühere Country-Manager von Microsoft für Ungarn seinen Hut nehmen, der eigentlich für das gesamte Geschäft des Softwarekonzerns in dem Land verantwortlich war.

Außerdem wurden die Geschäftsbeziehungen zu vier ungarischen Unternehmen beendet, die gegen Microsofts Richtlinien verstoßen hatten. Hinzu kommt, dass die Redmonder nach eigenen Angaben die Transparenz beim Umgang mit Preisnachlässen gesteigert haben, heißt es. Schon 2013 gab es allerdings Berichte, wonach Microsoft auch in diversen anderen Ländern wie etwa China, Rumänien, Italien, Russland und Pakistan eine Untersuchung seines Geschäftsgebahrens durch US-Behörden wegen des Verdachts auf Bestechungszahlungen über sich ergehen lassen musste.

In einer offiziellen Stellungnahme hatte man erst vor einigen Wochen betont, dass man in verschiedenen Ländern gegen mögliche Korruptionsfälle im Zusammenhang mit dem Vertrieb der eigenen Produkte vorgeht. In Ungarn hatte Microsoft seit 2012 versucht, mit Preisnachlässen von bis zu 30 Prozent auf Verkäufe mit einem Volumen von rund 30 Millionen US-Dollar einen Vorteil gegenüber den Anbietern von freier und alternativer Software mit ähnlicher Funktionalität zu erlangen. Aktuell ist unklar, in welchen Fällen möglicherweise Bestechungsgelder geflossen sein könnten.

sentifi.com

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