Smartphones verbessern die Produktivität der Mitarbeiter gar nicht

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Infografik: Smartphone Nutzerverhalten der Generation YSmartphone Nutzerverhalten der Generation Y
Smartphones werden gemeinhin als großer Fortschritt für das Arbeitsleben angesehen. Immerhin ermöglichen sie es, dass Mitarbeiter auch dann mit ihren Kollegen weiter an Projekten arbeiten, wenn sie unterwegs sind. Ob das aber die negativen Effekte ausgleichen kann, darf nach einer neuen Untersuchung durchaus angezweifelt werden.

Durch die höhere Flexibilität kommt es auf der einen Seite durchaus zu positiven Effekten auf die Produktivität. Im Auftrag von Kaspersky Lab haben sich Forscher der Universitäten aus Würzburg und Nottingham-Trent aber einmal genauer angesehen, wie sich die Leistung von Beschäftigten im normalen Job durch die Verfügbarkeit eines Smartphones verändert. Es stellte sich heraus, dass die Geräte einen extrem negativen Einfluss haben.

Nach der Auswertung der Daten zeigte sich ein überraschend klares Ergebnis: Wenn die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz keinen Zugriff auf ihr Smartphone hatten, kletterte ihre Produktivität um signifikante 26 Prozent. An dem Experiment nahmen 95 Personen im Alter zwischen 19 und 56 Jahren teil.

Geräte-Verbot verschlechtert das Klima nicht

Da man aber keine Empfehlungen nur auf Grundlage der allgemeinen Produktivität geben wollte, ging man bei der Untersuchung auch auf das Arbeitsklima ein. Immerhin könnte es ja sein, dass die Beschäftigten zwar mehr arbeiten, wenn ihr Smartphone nicht in der Nähe ist, sich aber auch das Stresslevel erhöht, wenn man von der persönlichen Kommunikationszentrale abgeschnitten ist. Das könnte letztlich längerfristig negative Folgen nach sich ziehen.

Tut es aber nicht nicht. Egal, ob man den Testpersonen ihr Gerät ließ oder es wegnahm - das Stresslevel veränderte sich nicht. Generell wurden hier nur bei den Frauen höhere Werte als bei den Männern gemessen, was aber eher darauf zurückzuführen ist, dass diese es aufgrund anderer Faktoren weniger leicht haben, sich in den meisten Arbeitsumgebungen als gleichwertig zu behaupten.

Eines der Testszenarien während der Untersuchung zeigte konkret beispielsweise, dass es nicht sonderlich gut ist, wenn Mitarbeiter bei Besprechungen auf ihr Smartphone zurückgreifen, um sich Notizen zu machen. Hier waren sie weniger konzentriert bei der Sache und konnten das besprochene Problem auch weniger gut durchdringen, als wenn sie für Mitschriften klassisch auf ein Blatt Papier zurückgriffen.
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Statussymbole sonst gar nix.
 
@Kiergard: also wenn man sehr jung ist...vielleicht. aber ist heutzutage ein gerät das 800 EUR kostet - und das ist ja im grossen und ganzen noch die grenze - wirklich noch ein symbol von STATUS? das erinnert mich an die dicken karren vor der fitness bude in der ich bin. 15 euro / monat inkl. getränke. egal was für ne karre ich da parke, das bringt doch keinen STATUS. wenn ich rumknapse um mir irgendeine karre zu leisten. wenn man neben dem handy noch 37 andere statussymbole aufzeigt...ok...aber ein handy lockt doch keinem mehr hinter dem ofen hervor. oder werde ich einfach alt? ich meine ich liebe mein handy auch. weil es spass macht. aber status? mein status ist da höchstens "online" :)
 
@Matico: Da bin ich bei dir.
Ich sehs aber bei uns in der Firma.
Keine Ahnung von irgendwas aber es muss Apple sein und da natürlich am besten jedes Jahr ein neues obwohl das alte Teil einwandfrei tut.
 
@Kiergard: oh und das nicht bei den jungen Leuten. Eher bei den über 40 jährigen.
 
Und wenn man den Leuten Facebook auch noch weg nimmt, dann steigt die Produktivität noch einmal um 24 Prozent.
 
Also ich bin mit Smartphone produktiver als mit papier. Ein Grund ist meine miserable Handschrift, wenn ich mich nicht anstrenge. Die Zeit die brauche das in eine Reinform zu bringen, die man dann verteilen kann, spare ich mir. Ein bisschen umformulieren und schon kann die Notiz mit raus. Dazu noch ein Foto vom Whiteboard und schon läufts.

Das setzt natürlich vorraus, das man sein Smartphone intuitiv nutzen kann (ich könnte das mit einem Android nicht, da ich ständig an der UI scheitern würde).
 
@Bautz: Sehr unterhaltsamer Beitrag
 
Ich bezweifle, dass es an der möglichen Ablenkung durch eingehende Nachrichten und Status-Updates liegt, eher ist der Formfaktor das eigentliche Problem.

Notizen auf dem Smartphone brauchen natürlich mehr Zeit, als wenn man sich handschriftliche Notizen anfertigt, nachdem man zum Schreiben auf einem nicht haptischen Handy-Display mehr Konzentration aufbringen muss.

Schließlich lassen sich Whatsapp-Nachrichten am Desktop/Notebook auch viel einfacher und ausführlicher beantworten, als auf dem Smartphone.
 
Wieder eine Studie die hinter dem gesunden Menschenverstand hinterher läuft....
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