Unser neues Auge ins Universum: Nachfolger von Hubble ist fertig

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Infografik: James Webb Space TelescopeJames Webb Space Telescope
Eines der ambitioniertesten High Tech-Projekte der letzten zwei Jahrzehnte steht vor seinem Abschluss: Die Raumfahrt-Ingenieure und Wissenschaftler vom Goddard Space Flight Center der NASA vermeldeten, dass das James Webb Space Telescope (JWST) fertiggestellt wurde. Jetzt muss die große und fragile Konstruktion nur noch in den Weltraum transportiert werden.

Viele werden sich noch daran erinnern können, als die ersten Aufnahmen des Weltraum-Teleskops Hubble veröffentlicht wurden und der Öffentlichkeit einen bis dahin noch nicht bekannten Blick auf das Universum boten. Das JWST, das bisher schon 8,7 Milliarden Dollar kostete, soll die Leistungsfähigkeit von Hubble weit in den Schatten stellen. Dafür soll ein Spiegel sorgen, der Licht auf einer sieben Mal größeren Fläche einfangen kann.

Und noch eine Besonderheit wird dafür sorgen, dass das neue Teleskop noch weitaus mehr bringt: Es wurde im Gegensatz zu Hubble von Beginn an dafür ausgelegt, auch im Infrarot-Bereich zu sehen. Dies ist auch der Grund, warum das JWST unbedingt in den Weltraum muss, denn während das sichtbare Licht die Erdathmosphäre gut durchdringen kann, lassen sich die Infrarot-Spektren nur schwer beobachten. Denn die uns umgebende Luft ist relativ warm und Infrarot-Aufnahmen des Himmels müssten stets durch einen selbst glühenden Schleier hindurch angefertigt werden.

Die Ausrichtung des JWST auf Infrarot macht natürlich auch im Weltraum zusätzliche Maßnahmen erforderlich, damit die Wärme der Sonne nicht ständig zu Störungen führt. So wird das Teleskop einerseits im Lagrange-Punkt 2 positioniert, wo stets die Erde zwischen ihm und der Sonne steht. Außerdem sitzen Spiegel und Instrumente auf einem zusätzlichen Sonnenschild von der Größe eines Tennisplatzes.

Selbst für die Raumfahrt-Ingenieure der NASA, die hier mit der europäischen ESA und der kanadischen CSA zusammenarbeiteten, war die Konstruktion des Hubble-Nachfolgers im größten Reinraum der Welt kein Alltag. Denn es gibt verschiedene Technologien, die erst einmal komplett neu entwickelt und erprobet werden mussten, damit ein Weltraum-Teleskop dieser Größe gebaut werden kann. Nun heißt es Daumendrücken, dass die zahlreichen Tests des Systems erfolgreich verlaufen. Dann soll das JWST voraussichtlich im Oktober 2018 von einem Ariane 5-Launcher von der Erde getragen werden.
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"So wird das Teleskop einerseits im Lagrange-Punkt 2 positioniert, wo stets die Erde zwischen ihm und der Sonne steht."
Das ist so nur halb richtig. Zwar wird das JWST im L2 positioniert, aber nicht so, dass die Erde zwischen dem Teleskop und der Sonne steht. Die Kühlung des Teleskops wird durch einen mehrlagigen Hitzeschild sichergestellt. Der Grund für die Positionierung im L2 ist, dass dann Erde und Sonne immer in etwa in der selben Richtung vom Teleskop aus stehen. Das führt dazu, dass man den Hitzeschild deutlich kleiner bauen kann.
Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt auf die ersten Bilder.
 
Hoffeltlich verläuft der Start ohne Probleme. Wäre schade um so ein interessantes Projekt.
 
@Spacerat: Mal nicht das Unglück nicht an die Wand. Das wirft uns um Jahre zurück. Wir alle wollen sehen. Das muss einfach klappen. Ich freue mich so sehr darauf. Das wird beeindruckend
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