Sigmas erste DSLM: Super Kamera - mit quasi unverzeihlichen Schwächen

Kamera, ValueTech, Sigma, DSLM, SD Quattro Kamera, ValueTech, Sigma, DSLM, SD Quattro
Sigma ist mit der SD Quattro jetzt auch in den Kreis der DSLM-Hersteller eingestiegen. Und die Kamera, mit der dies geschieht, macht durchaus einiges her. Der Kunde bekommt ein solides Gehäuse und eine gute Menüführung geboten. Und nicht zuletzt Auflösungen, die man sonst eher im Profi-Preisbereich findet. Die Kamera wäre so im Grunde eine unbedingte Empfehlung für ambitionierte Amateure - wenn da nicht zwei Schwächen wären, die Sigma einfach nicht in den Griff bekommt: Die Bildqualität sinkt bei schwächeren Lichtverhältnissen sehr schnell ab und die Geschwindigkeit, mit der Bilder auf die Speicherkarte weggeschrieben werden, ist schlicht unterirdisch. Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigen euch die Kollegen von ValueTech TV.

Mehr von ValueTech: ValueTech - Technik. Einfach. ValueTech auf YouTube

Dieses Video empfehlen
Kommentieren3
Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Wenn die Schärfe nur bei niedrigem ISO vorhanden ist und dann exponentiell ansteigt, ist das keine "echte" optische Schärfe, sondern einfach nur softwareseitig extrem nachgeschärft, worauf auch die lange Verarbeitungszeit hindeutet. Nichts was man in seiner Kamera haben möchte.
Schade dass meine Vorurteile gegen Sigma mal wieder bestätigt werden.
 
@rallef: Das die Kamera mit ISO800 schon merkbar rauscht ist meiner Meinung nach eher ein Zeichen dafür, dass die Sensordaten in der Kamera EBEN NICHT groß nachbearbeitet werden. Wenn man tatsächlich RAW und JPEG in der Kamera bearbeiten, also künstlich entrauschen und nachschärfen würde, wie das heute ansonsten wohl bei allen Kameras der 40MP-Klasse unter 10.000EUR offizieller Preisempfehlung passiert um selbst bei ISO1600 und höher auf Kosten der Augflösung noch pseudo-rauschfreie Bilder zu liefern, würde niemand Rauschen bei ISO800 erkennen. Damit liefert die Sigma hier schon einmal ehrlichere Bilder als viele DSLRs der 3000EUR- und sogar der 6000EUR-Klasse (Ich habe mir vor einiger Zeit extra eine Hasselblad H4D und keine Nikon D800E und auch keine Canon 5D MkIII gekauft, weil die letztgenannten beiden Kameras schon im RAW mit Entrauschungs- und Nachschärfungsalgorithmen herumpfuschten und ich keine Bearbeitungsartefakte im RAW haben möchte, da dieses dann bei einer Bearbeitung ausserhalb der Kamera qualitativ noch wesentlich schlechter wird als wenn es in der Kamera nicht bearbeitet worden wäre.).

Ich besitze schon einen älteren Vorgänger -- die Sigma SD1 Merrill (Wohl eine der drei besten Digitalkameras die ich je besessen habe.) -- dieser Sigma mit Foveon-Sensor und diese Technik überzeugt gegenüber der Bayer-Filter-Technik wirklich durch qualitativ weit hochwertigere Bilder.

Schade, dass der Sensor hier so viele Pixel aufweist und gegenüber der Merrill eine abgewandelte Technik nutzt. Von der Pixelzahl bräuchte ich nicht einmal die Hälfte, aber das Problem habe ich bei meiner Hasselblad auch schon, die es leider auch nicht mit weniger hoch auflösender Rückwand gab (und die es leider nicht mit Foveon/Merrill-Sensortechnik gibt -- darüber sollte Hasselblad vielleicht einmal nachdenken um die Qualität auf ein neues Level zu bringen).

Was es an der Verarbeitungsgeschwindigkeit zu beanstanden gibt, verstehe ich allerdings nicht, denn augenscheinlich kann die Kamera mindestens 9 Bilder hintereinander mit 4 Bildern/s und dieser hohen Auflösung wegschiessen. Wenn ich mehr brauche, dann gilt das bei mir als Film und wird dann ohnehin per Videokamera erledigt.

Die Platzierung des IR-Sperrfilters ist ideal und das schlichte Metallgehäuse ist, abgesehen von dem herausstehenden Sucher das hübscheste und zweckmässigste Gehäuse, dass ich in den letzten Jahren gesehen habe. Auch die Bedienung ist nach wie vor top. Schade, dass diese Sigma keine echte Spiegelreflex mehr ist. Das ist ein echter Rückschritt und ich werde wohl vor dem Kauf erst einmal im Shop testen müssen, ob die manuelle Scharfstellung/Schärfebeurteilung mit dem elektronischen Sucher ordentlich klappt, denn ohne die geht es bei keiner meiner Kameras. Ich bin kein großer Fan des Autofokus. Selbst der einstellbare Autofokus den Canon teilweise verbaut ist nicht 100% zuverlässig und damit in der Funsport-/Action-Photographie für mich weitgehend unbrauchbar, da er mir teilweise im besten Moment den Auslöser sperrt bis er scharfgestellt hat oder im Moment der Aufnahme gar auf irgendwelche Lichtreflexe im Wasser statt auf mein Hauptmotiv auf dem Wasser scharfstellt.

Für 800EUR werde ich mir die Kamera -- bei brauchbarer manueller Scharfstellmöglichkeit -- einfach einmal kaufen und sie mit meiner alten Sigma und meiner etwas neueren Hasselblad H4D-40 vergleichen. Ist ja ein absoluter Schnäppchenpreis für so eine Kamera. ;-)
 
Vielen Dank fürs Teilen dieses Tests!

Also es hängt natürlich auch von den Ambitionen und von den Vorstellungen ab, aber ein Freund von mir ist mit der SD Quattro von Sigma sehr zufrieden. Er ist aber eben auch ein "Amateur", und gehört damit der im Test erwähnten Zielgruppe für diese DSLM an. ;-)
Kommentar abgeben Netiquette beachten!