Prozess der Seidenherstellung entschlüsselt

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Sie sind nicht ganz so stark wie Spider-Mans Fäden, aber auch diese Spinnenfäden sind unglaublich reißfest. Die synthetische Herstellung gestaltete sich bislang schwierig. Doch nun ist es einem Forschungsteam der Universität Bayreuth gelungen, den Prozess der Seidenherstellung in der Spinne zu entschlüsseln und auch im Detail erfolgreich nachzuahmen. Diese biomimetisch Spinnenseide ist genauso belastbar wie ihr Vorbild.

Belastbare Spinnenfäden

Prof. Dr. Thomas Scheibel erklärt: "Das Besondere an Spinnenfäden ist ihre unglaubliche Belastbarkeit, es ist eine Kombination aus Stärke und Elastizität. Das bedeutet, dass eine Spinnenseidenfaser im Vergleich zu anderen Fasern viel mehr Energie absorbieren kann, von Menschen hergestellte oder natürliche".

Viele Entwickler erforschen die synthetische Seidenherstellung, denn die Seidenernte ist sehr aufwendig. Künstliche Seide ist zwar nicht so stark wie natürliche, aber sie ist elastischer. Ihre Belastbarkeit - ein Resultat aus Stärke und Elastizität - kommt der natürlichen damit gleich. Die Prototypen sind weich, angenehm auf der Haut und schimmern wie Seide. Sie sind brillant weiß und können einfach gefärbt werden.

Für Kosmetik und Medizin

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. "Wir wissen noch nicht genau, wie wir diese Fasern nutzen werden. Wir entwickeln einige Produkte, Kosmetikprodukte, wo es um kosmetische Aspekte geht, aber es gibt auch Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin, wir können Implantate damit überziehen, um die Biokompatibilität zu verbessern", so Professor Scheibel.

Und: die Forschung ist noch nicht am Ende. Es gibt bereits Ansätze, die synthetische Seide bei der Entwicklung von künstlichen Herzmuskeln, Haut oder Nervengewebe einzusetzen.
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Hmmmm,.. dann hängt das Nervenkostüm am spirchwörtlichen seidenen Faden. :-)
 
Ich dachte ja erstmal an Seile so als Anwendungsbereich... Weben, Spinnen (no pun intended) etc.
Aber hey Medizin und co auch gut
 
@Welzfisch: War da nicht früher auch oft die Rede von Schusswesten die so dünn wie T-Shirts sind ?
 
@mike4001: Ich glaube ja aber wenn das so elastisch ist :S
 
Ich versteh jezt zwar nicht so ganz was das mit der "ganzen Welt der IT" zu haben soll, aber wahrscheinlich haben sie für ihre Forschung Windows-Computer benutzt und dann stimmt das ganze wieder. ;)
 
Mir kommen da als erstes Schußsichere Westen in den Sinn und dann Seile/Schnüre für Lasten und Klettern.
 
@Gunni72:
Das ist schon nicht schlecht :)
ultraleichte schusssichere Westen
nicht brennbare, extrem reißfeste Stoffe
chirurgischen Fäden
Gewebeträgertextilien
bioverträglichen Wundauflagen,...
 
@wertzuiop123: Ich bin einfach 40 Jahre zu früh geboren worden, z.B. haben die Computer Heute erst eine annehmbare Geschwindigkeit erreicht mit den SSDs. Mal sehen was die Technik noch so bringt und wann sie endlich marktreif sind. So ein Exoskelett für den Heimgebrauch wäre nicht schlecht :-) oder gleich ein Menschenähnlicher Roboter als Hausmädchen und Arbeitssklave...
 
@Gunni72: Naja, vielleicht auch ein kleiner Schritt in Richtung Herstellung sehr langer Seile für Aufzüge in große Höhen.
Und wer weiß, vielleicht sogar auch irgendwann für einen orbitalen Aufzug (Weltraumlift):
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumlift
 
@Gerdo: Da habe ich eher an die Graphen Nanoröhrchen gedacht, jetzt wäre noch ein Vergleich zur Belastbarkeit der beiden Stoffe sehr interessant.
 
@Gunni72: Bei Graphen habe ich jetzt nichts genaues gefunden http://daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/umat/proteine_spinne/spinnenseide.htm
 
"Wir entwickeln einige Produkte, Kosmetikprodukte, wo es um kosmetische Aspekte geht,..."
Achne, Kosmetikprodukte die für die Kosmetik gedacht sind, ist es die Möglichkeit ^^

Aber ehrlich, wie andere hier schon sagten hätte ich auch an Schusssichere Materialien gedacht, aber in der Kosmetik steckt das ganze Geld, also erstmal da hin.
 
Die Frage ist nur, was hat das mit Computern oder dem Kerngeschäft dieser Seite zu tun?
 
@Trabant: Mit etwas Fantasie schon. Daraus kann man doch schußsichere Abdeckungen (auf neudeutsch cover) für Computer machen. http://winfuture.de/news,86772.html
 
Jetzt müssen sie nur noch das Rätsel lösen um das Verhältnis zwischen Stärke und Elastizät zu beeinflussen und viele Materialprobleme wären gelöst, wenn man das günstig produzieren kann. Es war früher mal angedacht sogar Stahl damit zu ersetzen, time will tell, ob eine Massenproduktion möglich wird nicht gesagt, daher vermutlich derzeit nicht.
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