Hurrikane: Neue Supercomputer retten heute viele Menschenleben

Satellitenbilder, Sturm, Hurrikan Bildquelle: NASA
Die enorme Weiterentwicklung der Rechenkapazitäten von Supercomputern sorgen dafür, dass sich Hurrikane heute signifikant genauer vorhersagen lassen als noch vor 20 Jahren. Die enormen Verbesserungen geben hier sehr viel mehr Zeit, damit Menschen in betroffenen Regionen sich und ihren Besitz besser schützen können.
Eines der weltweit führenden meteorologischen Institute weltweit ist das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), das in Großbritannien angesiedelt ist. Dieses verfügte im Jahr 1998 über einen Rechner, der auf der Liste der schnellsten Supercomputer den Platz 27 einnahm. Mit 116 Prozessorkernen lieferte das System 213 Gigaflops. Auch heute verfügt das EZMW über die Nummer 27 auf der Liste - und zusätzlich auch noch die Nummer 28. Beide Systeme sind mit 126.000 Kernen bestückt und ihre Leistung liegt um jeweils einen Faktor von 20.000 mal höher als die Maschine vor 20 Jahren.

Diese Steigerung bringt den Wissenschaftlern, die im EZMW arbeiten - oder in Partner-Insituten weltweit auf ähnliche Leistungssteigerungen zurückgreifen können, nicht nur theoretische Vorteile. Neue Daten zeigen, dass sie das National Hurricane Center der USA mit sehr praxisrelevanten neuen Daten beliefern können, wie Ars Technica berichtet.

Tausende Opfer lassen sich vermeiden

Im Durchschnitt kann man nun die Bahn eines Wirbelsturmes jetzt mit fünf Tagen Vorlaufzeit auf 250 Kilometer genau vorhersagen. Die Bewohner in dem voraussichtlich betroffenen Gebiet können also ziemlich rechtzeitig gewarnt werden. Vor nur 20 Jahren wurde diese Genauigkeit erst mit zwei Tagen Vorlaufzeit erreicht, was in einer solchen Situation deutlich weniger Vorbeugung möglich macht.

Das ist aber nur ein Beispiel von vielen. Auch die anderen Vorhersage-Marken, die von einigen Tagen bis zu Stundenfristen gehen, erreichen inzwischen eine vielfach höhere Genauigkeit. Hier spielen neben sehr viel schnelleren Rechnern auch verbesserte Modelle in der Datenanalyse - die sich teils auch erst mit den heutigen Systemen überhaupt nutzen lassen - eine Rolle.

Die praktische Konsequenz zeigt sich ein Stück weit am Hurrikan Mitch, der als Wirbelsturm der Kategorie 5 im Jahr 1998 aufzog. 5-Tages-Prognosen waren damals noch so experimentell, dass sie gar nicht veröffentlicht wurden. Die damaligen Modelle gingen auch davon aus, dass der Sturm sich in Richtung Nordosten bewegt. Das tat er in der Praxis aber erst, nachdem er in westliche Richtung zog und in Honduras und Nicaragua so schwere Verwüstungen anrichtete, dass 11.000 Menschen ihr Leben verloren und Mitch zum tödlichsten Hurrikan seit Jahrzehnten machten. Mit den heutigen Verfahren könnten die Menschen viel früher und teils überhaupt gewarnt werden, so dass die Opferzahlen wohl sehr viel geringer wären. Satellitenbilder, Sturm, Hurrikan Satellitenbilder, Sturm, Hurrikan NASA
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