Update ist da: Google schließt mit Chrome 55 das Kapitel 'Flash' ab

Google, Browser, Chrome Bildquelle: Wikipedia
Das Dezember-Update von Google Chrome ist da - Nutzer können ab sofort mit der finalen Version 55 durch das Internet surfen. Mit der Veröffentlichung der neuen Version im stabilen Kanal schließt Google nun ein wichtiges Kapitel "Internet-Geschichte" ab - denn Flash wird nun von Haus aus nicht mehr zugelassen. Schon seit Mitte 2015 hat Google daran gearbeitet, Flash endlich in Rente zu schicken. Damals startete man damit, dem Webbrowser Chrome das automatische Pausieren bestimmter, nicht zentraler Flash-Inhalte wie Webseiten-Animationen als Standard zu erlauben. Der Nutzer hatte noch immer die Möglichkeit, alle Flash-Inhalte zuzulassen, musste dafür aber die Grundeinstellungen des Browsers ändern. Nun beendet Chrome 55 den langsamen Wechsel von Flash auf HTML5 und setzt Flash standardmäßig außer Gefecht.


Ausnahmen bleiben bis Ende 2017

Da viele Webseitenbetreiber diesem Anti-Flash-Trend aber noch immer hinterherhinken - ganz vorn natürlich Google selbst mit YouTube, da die Video-Plattform noch Altlasten mit sich rumträgt - wird es bis Ende 2017 noch Ausnahmen geben. Laut Google nimmt man die zehn größten Webseiten, die noch in Teilen Flash einsetzen, aus der Automatik heraus. Das sind:

  • YouTube.com
  • Facebook.com
  • Yahoo.com
  • VK.com
  • Live.com
  • Yandex.ru
  • OK.ru
  • Twitch.tv
  • Amazon.com
  • Mail.ru
Besucht man eine dieser Seiten und stößt auf Flash, werden die Inhalte weiter entsprechend ausgeliefert. Bei anderen Seiten ist Google da rigoroser, der Nutzer muss beim Besuch Flash explizit zulassen. Dafür gibt es den bekannten Warnhinweis, ein Klick und man kann Flash auf dieser Seite dann starten.

Das ist noch lang nicht alles

Interessant ist das Update aber nicht nur durch den "Todesstoß" für Flash-Inhalte. Google hatte angekündigt, dass die neue Version mit der Render-Engine V8 bis zu 30 Prozent weniger Arbeitsspeicher-hungrig sein wird. Einige Tests vorab mit den Beta-Versionen hatten bereits gezeigt, dass Google da nicht übertreibt und im Schnitt durch die schnellere Freigabe von Arbeitsspeicher zum Beispiel beim Laden von Webseiten der Speicherbedarf auf die Hälfe reduziert werden konnte. Die verbesserte Speicherfreigabe gilt im Übrigen für Desktop und Smartphones. Wie sich das im Alltag merkbar macht, werden die ersten Nutzer-Berichte zeigen.

Mehr dazu: Chrome: Google will im Dezember-Update den RAM-Hunger halbieren

Laut den Release-Notes schließt das Update zudem noch 36 Sicherheitslücken, zwölf davon waren als hoch eingestuft worden.

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