Über 10.000 Hunde können dank 3D-Druck wieder rennen

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Hunde-Implantat aus dem 3D-DruckerTTA RAPID-Implantat
Dort, wo die Zulassungsverfahren nicht ganz so aufwändig sind, wie in der Humanmedizin, sorgen 3D-Drucker bereits im großen Stil für die Behebung gesundheitlicher Probleme. Tausende Hunde können sich inzwischen bereits mit entsprechend angefertigten Implantaten besser bewegen.

Bei Hunden kommt es immer wieder vor, dass es Probleme mit dem Kreuzband an den Hinterbeinen gibt. Früher hatte dies oft schwerwiegende Folgen: Entweder war das Tier fortan in den Bewegungen eingeschränkt oder es musste eine umfangreiche Operation vorgenommen werden, bei der der komplette Knochen durchtrennt und anders zusammengesetzt werden musste, was einen langwierigen Heilungsprozess erforderte.

Seit einiger Zeit wird mit einem neuen Verfahren namens "Tibial Tuberosity Advancement" gearbeitet. Bei diesem wird ebenfalls das Kniegelenk neu modelliert, indem nur ein Teil des Knochens geöffnet und mit einem Implantat in eine neue Position gebracht wird. In nur wenigen Wochen können die Tiere sich dann wieder völlig normal bewegen.

Die Herstellung der Implantate war bisher allerdings relativ aufwändig, da sie für jedes individuelle Hundegelenk genau angepasst werden mussten. Durch den Einsatz moderner elektronischer Verfahren und des 3D-Drucks kann dieser Prozess aber deutlich schneller und billiger vonstatten gehen. Am Rechner wird das Implantat genau in die Aufnahmen des jeweiligen Knochens eingepasst und kann dann präzise als Einzelstück hergestellt werden.

Das belgische Unternehmen 3D Systems greift dabei auf ein Druckverfahren zurück, bei dem die Produkte aus Titan gefertigt werden können. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man so inzwischen mehr als 10.000 Hunden ihre Beweglichkeit zurückgeben können. Aktuell ist man dabei, die Technik dahinter auch außerhalb Europas auf den Markt zu bringen. Und während man bisher vor allem Implantate für größere Hunde herstellte, entwickelt man nun auch solche für kleinere Rassen sowie Katzen.
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Hört sich klasse an, denke da wird sich in der Humanmedizin in den nächsten Jahren einiges zum guten für die Patienten verändern!
 
@bebe1231: ich hoffe mal die Stützende wirbelsäule oder ganze knochen... + Schaniere wenn die Gelenke kaputt sind... Stimmt schon... Theoretisch außer Organe lässt sich auch bei uns alls kaputte erneuern, aber dann zu welchem Preis.? 1000 2000 5000 10000 50000 100000, ka , bestimmt nicht günstig.... aber Leute mit Glasknochen können da bestimmt dran persönlich profitieren
 
weiss jemand zufällig, ob es das schon in der Schweiz gibt, oder wo man sich darüber genauer in formieren kann? Wir haben gerade aktuell diesen Fall mit unserem Hund.
 
@b.marco: Aus der Schweiz kommt sogar der TTA-Standard und aktuell TTA-2 (Firma Kyon in Zürich) - eventuell hast du Glück und findest eine Kontaktmöglichkeit auf deren Seite (http://kyon.ch/)
 
@Tical2k: Und Wer hats mal wieder erfunden? Die Schweizer und Wer genau? Kyon nicht Ricola :P... die haben bestimmt das... was das kostet in schweizer Franken keine ahnung...
 
@Tical2k: Danke für die Info, werde ich gleich mal schauen. Ich glaube sogar, dass wir das Verfahren schon beim ersten Knie angewandt haben. Ist aber leider sehr teuer (3500CHF). jetzt wo das zweite Knie betroffen ist, wäre ne günstigere Alternative natürlich willkommen.
 
@b.marco: Als kleine Ergänzung noch: Das hier erwähnte TTA-Rapid hingegen findet sich auf http://www.tta-rapid.com/de (mit Informationsmaterial). Man kann sich als Tierarzt darin schulen lassen, habe nun auf die Schnelle aber keinen Schweizer gefunden, der das macht.
 
@Tical2k: unsere Tierärztin hatte damals einen gebucht, der das macht. Der scheint von den Praxen gebucht werden zu können , die es selbst nicht anbieten. Leider ist unsere Tierärztin nicht mehr da. Ich denke aber, dass die Tierklinik in Zürich auch dieses Operationsmethode können sollte.
 
da blüht mein herz auf :)
 
Bald ist die Welt voll von Cyborg-Hunden... Rette sich, wer kann! o.O
 
@dodnet: So wird die Menschheit also untergehen :P^^
 
Da könnt ihr jetzt davon halten was ihr wollt, aber was in den letzten Jahren mit Tieren angestellt wird, ist meiner Meinung nach nicht mehr normal.

Früher wurde ein altes Tier, wenn es nur noch kriechen konnte halt von einem Tierarzt erlöst.
Heute weigern sich die Tierärzte, weil es nur noch ums Geld geht.
Da wird an Medizin reingepumpt was geht und nur noch operiert.

Und weil man den Besitzern ein schlechtes Gewissen einredet, wird das Geld aufgenommen und
viele verschulden sich total.
 
@andi1983: Nun, die Probleme haben nicht unbedingt alte Hunde, eher im Gegenteil. Problem ist dabei Überzüchtung, Ernährung, etc. Solange wir Menschen Hunde is massen "produzieren" und verkaufen, sind wir auch dafür verantwortlich! Wenn wir da nur Mutter Natur Ihren Weg gehen lassen würden, würde ich dir ja eventuell zustimmen, dem ist aber nicht so!
 
@LivingLegend: Aber das Problem ist trotzdem, dass Tiere in der heutigen Zeit bei vielen Menschen mehr zählen als z.B. ein Kind. Nicht umsonst gibt es schon Gespräche mit Organspenden bei Tieren, richtige Krankenversicherungen usw. Und sowas finde ich krank.
Ein Tier bleibt für mich ein Tier. Und da muss es nicht sein, dass man für tausende für Euro Teile reinoperiert.
 
@andi1983: hättest du miterlebt, wie gut sich unser Hund von der OP erholt hat und welche Lebensqualität er auf einmal wieder hatte, dann würdest du nicht so reden. Ein Hund ist ein Lebewesen und ich als Besitzer habe die Verantwortung dafür. Wenn du das Gefühl hast, ein Hund könnte irgendwann eine Belastung für dich werden, dann darfst du dir halt auch keinen zulegen. Für mich war diese OP die 3500 CHF wert. Als das Kreuzband gerissen war, hat unser Hund bei jedem aufstehen gewimmert, weil er Schmerzen hatte. 1 Tag nach der OP hat er nicht mehr gewimmert und man merkte wie es ihm von Tag zu Tag besser ging. Er hat sofort, einen Tag nach der OP, das Bein wieder belastet und ca. 3 - 4 Wochen später war er schon wieder fast der Alte. Ach ja... das war übrigens meine Entscheidung und nicht die des Tierarztes.
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