Wendelstein 7X: Wunder der Technik oder Höllenmaschine?

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Die Experimentieranlage Wendelstein 7X in Greifswald könnte ab November 2015 bahnbrechende Erkenntnisse zur Energiegewinnung durch Kernfusion liefern. Rund 14 Jahre Bauzeit und 1,6 Milliarden Euro wurden bislang in das Projekt investiert, durch welches sich in Zukunft vielleicht eine neue Energiequelle erschließen lässt.

Im Inneren der Anlage befindet sich ein experimenteller Kernfusionsreaktor, eine tatsächliche Energieerzeugung soll vor Ort aber noch nicht stattfinden. Das Video der Max-Planck-Gesellschaft zeigt die Montage von Wendelstein 7X im Zeitraffer.
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Erst die V2 und dann das ;-)
 
@turboburn86: Ouch, der war böse!
 
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie schlecht Fusionsenergie gefördert wird, wenn es tatsächlich vorzeitig so ziemlich alle Energieprobleme der Menschheit praktisch für immer lösen könnte. Würde man so viel Geld da rein pfeffern wie in Fissionsenergie im letzten Jahrhundert, dann würde der erste kommerzielle Reaktor vermutlich schon stehen. Wahrscheinlich lassen sich damit einfach nicht gut genug Menschen töten. Schade, dass man für eine Fusionsbombe keinen Fusionsreaktor braucht.
 
@nablaquabla: "so ziemlich alle Energieprobleme der Menschheit praktisch für immer lösen könnte." Das war doch noch nie das Ziel.
 
@nablaquabla: Also schlecht gefördert würde ich bei 1.6 Mrd. nicht sagen. Ich frage mich allerdings, ob da auch mit Sinn und Verstand an die Sache rangegangen wird. Für das Geld hätte man die Produktionsanlagen gleich neben Wendelstein stellen können und bei Problemen könnte man neue Teile in 0,nix produzieren. Sollte es wieder erwarten funktionieren, könnte man die Reaktoren auch gleich dort bauen.
 
@gutenmorgen1: 1.6 Mrd klingt viel, ist aber für den Maßstab solcher Reaktoren schlicht und ergreifend nichts (Man beachte, dass diese 1.6 Mrd. innerhalb von 14 Jahren und vermutlich noch länger eingezogen wurden). Fast jede Fusionsreaktoranlage muss runterskaliert werden und Jahrzehnte auf eine Finanzierung warten. Wenn man sich überlegt wie viel jedes Jahr für teils völlig unsinnige Projekte in Richtung der erneuerbaren Energien gesteckt werden, dann ist das schon recht mager.
 
@gutenmorgen1: Im Vergleich dazu, was in andere Forschung investiert wurde, ist das Inflationsbereinigt nicht viel. Natürlich sind das nicht alle Forschungsgelder, welche bereits in die Fusion gesteckt wurde, aber wenn man überlegt was alleine die Fissionsreaktoren an Geld verschlungen haben und noch verschlingen werden (Lagerung, Rückbau etc.) ist es eigentlich Lächerlich wenn man sich da über diese Summe aufregt.
 
@nablaquabla: "Energieprobleme der Menschheit praktisch für immer lösen könnte"

Stell dir mal vor wer alles verlieren würde wenn dies denn so wäre. Da haben sicher einige ziemlich Angst davor und werden sich auch entsprechend dagegen stellen.
 
@Smoke-2-Joints: bevor so etwas ernsthaft entwickelt und in betrieb geht muss Geld als solches verschwinden und alle Menschen einen gewissen Wohlstand haben. Ansonsten hängen da zu viele Interessen dran und die wollen alle Geld verdienen.
 
Was ist denn mit dem Iter?
Der steht doch schon in Frankreich oder? Das ist ein Gemeinschaftsprojekt, möchte man jetzt etwas eigenständiges machen, oder wie soll ich den Bau verstehen?
 
@chrisnx: Iter wurde erst später ins Leben gerufen und soll der erste Reaktor werden, der auch mal Energie produziert. Bis er fertiggestellt ist, werden aber noch einige Jahre vergehen. Die beiden Anlagen ergänzen sich also bzw. würde es Iter ohne Wendelstein womöglich nicht geben.
 
@TiKu: Danke für die schlüssige Antwort. Der Iter war mir eben ein Begriff. Meines Erachtens nach ist die Fusion ohnehin die Energiegewinnung der Zukunft.
 
@chrisnx: Ich hab mich grad noch kurz belesen: Die beiden Reaktoren verfolgen auch zwei unterschiedliche Ansätze. Iter nutzt das Tokamak-Prinzip, während Wendelstein das Stellarator-Prinzip nutzt.
 
Kann man denn im November mit ersten Ergebnissen rechnen oder dauert das dann wieder Jahre bis man weiß, ob das Konzept funktioniert und als Grundlage/Layout für Fusionsreaktoren geeignet ist?

Wenn ich bedenke, dass mittlerweile eine Hand voll privater Unternehmen mit (mutmaßlich) weit weniger Budget und alternativen Ansätzen daran arbeiten, müsste doch so etwas wie Erfolgsdruck entstehen, oder?
 
@hhf: Habe mich eben selbst bei Wikipedia geschläut: Also dauert es doch Jahre, bis man erste Ergebnisse hat. Na prima! Dann gilt also doch wieder der Satz: Fusion wird in 50 Jahren funktionieren.

Ich denke aber, bis dahin wird es einer der nicht-staatlichen Konkurrenten schaffen.
Die Wette gilt.
 
@hhf: Ich warte seit 40 Jahren darauf. Damals hat man uns in der Schule erzählt das es noch so 20 bis 25 Jahre dauern wird bis der erste funktionsfähige Reaktor fertig ist.
 
@daknol: Du hast recht, es verspätet sich gefühlt um mindenstens 20 jahre, liegt wahrscheinlich auch dadran das bestimmte komplizierte Herstellungs-Techniken erst heute Realisiert werden können. Ich wette Wendelstein wird als Forschungs Reaktor vieles zeigen, Iter wiederrum verfolgt eine andere Strategie, die aber genauso gut funktionieren kann. Beide sind hoch interessante Projekte in die richtige Richtung, die meiner Meinung nach langfristig die Zukunft der Menscheit sichern kann. Wenn nicht sofort, dann ergänzen sie sich vielleicht irgendwann und darauf kommt es an.
 
@daknol: kann man sich drüber streiten... aber wenn man sich die "Funktionsweise" so anschaut... besonders die Temperaturen, ist der AKW halt noch iwie Kindergarten...

Ich glaub hier fehlt besonders noch viel Wissen... weil könnte man in 5 Jahren (mit etwas mehr Geld) so ein Teil "Zuverlässig" auf die Beine stellen, würde man es machen (egal was es kostet). Aber wenn dann der Investor Fragt: "und das läuft dann zuverlässig und ist ertragreich und sauber" und der Ingenieur sagt: "vermutlich könnte es eventuel und bestimmten gegebenheiten mit Glück schon irgendwie dingsen"... dann läuft das wieder etwas "langsamer"
 
@hhf: Bis es wirklich kommerziell funktioniert, kannst du von 20-40 Jahren ausgehen. 2026 soll ITER in Betrieb gehen, aber noch alles experimentell. Wendelstein ist eher zur Forschung konzipiert anstatt Energie zu liefern.
 
zur erklärung:
Iter und Wendelstein ergänzen sich. ITER basiert auf dem Tokamak prinzip und Wendelstein ist ein sog. Stellarator. beides prinzipien des sog. magnetischen plasmaeinschlusses. ein tokamak kann aber nur gepulst arbeiten, d.h. der plasmaeinschluss bricht nach ein paar minuten zusammen und dann muss neu gezündet werden. ein stellarator kann im dauerbetrieb fahren, ist aber technisch ungleich komplizierter.

daher ist man beim tokamak weiter und iter basiert daher auf diesem prinzip. während also iter "nur" die prinzipielle machbarkeit eines energie liefernden fusionsreaktors zeigen soll, legt wendelstein den schritt NACH iter. DEMO (der erste kommerzielle reaktor) wird, wenn wendelstein funktionert, wohl ebenfalls ein stellarator werden.
 
Warum muss man sowas ausgerechnet auf einem Berg in Oberbayern bauen? Was passiert wenn der Reaktor explodiert? Muss man den gesamten Alpenraum evakuieren? Ist dann das Uran von der Nordsee bis Süditalien und von der Tschechei bis zum Atlantik verteilt?
 
@Grendel12: Seit wann liegt Greifswald in Oberbayern? Kann man vo ndir auch mal Kommentare lesen, die überlegt sind?
 
@klein-m: Seit wann steht der Wendelstein in Greifswald?
 
@Grendel12: Behauptet wer?
 
@Grendel12: Das Ding heißt "Wendelstein 7X", Steht in Greifswald an der Ostseeküste und läuft ohne Uran und ähnliche langlebige Isotope. Eine atomare Explosion ist bei der Funktionsweise eines Fusionsreaktors nicht möglich, bei einer anderen Zerstörung ist bedeutend weniger radioaktives Material für eine eventuelle Verteilung vorhanden als man es vom AKW her kennt.
 
DIe Kanadier haben doch auch schon einen am laufen!
 
Schon Tesla hat eine Möglichkeit geschaffen, kostenlose Energie zu beziehen. Nach seinem Tod "verschwand" diese Möglichkeit, weil der Industrie kein Interesse besteht, dem Mensch etwas gutes zu tun - wir sind nur solange gut, wie wir zahlen. Alles was billiger ist, wird als schlecht verpöhnt - und ein "Geschäft" zu machen mit Strom ist und bleibt stets das Ziel der Gier !
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