Lichtfeldfotografie: Womit die Nutzer bei der Technologie zu rechnen haben

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Im Test der Lichtfeldkamera Lytro Illum haben die Kollegen von ValueTech TV bereits angerissen, welche Besonderheiten diese neue Form der Fotografie mit sich bringt. Nun erklären sie noch einmal genauer, welche Technologie in den Kameras steckt und womit der Nutzer bei dieser Technik zu rechnen hat.


Grundsätzlich gilt: Für alle Arbeiten, auf die der Fotograf beim Ablichten der gewünschten Objekte verzichten will, müssen zusätzliche Informationen mitgenommen werden, damit sie später auf dem Rechner im Bearbeitungsprozess noch eine Rolle spielen können. Das bedeutet konkret: Für ein Foto, das später etwa dem Äquivalent einer 4-Megapixel-Aufnahme mit einer herkömmlichen DSLR entspricht, muss mit einer Datenmange von über 100 Megabyte pro Bild gerechnet werden.

Native Daten haben ihren Preis

Das hat seine Ursache in der Funktionsweise der Technologie. Denn es ist keinesfalls so, dass der Sensor hier kurzerhand mehrere Bildebenen hintereinander erfasst und die verschiedenen Schärfepunkte später durch Software errechnet werden. Vielmehr nimmt der Sensor Informationen auf, die bei einer herkömmlichen Kamera gar keine Rolle spielen.

Der normale Sensor bekommt von der Optik selbst direkt ein Bild vorgesetzt und speichert anschließend weg, wie viel Licht auf einen bestimmten Pixel fällt und in welchem Farbsprektrum es liegt. Der Sensor einer Lichtfeldkamera ermittelt zusätzlich die Einfallswinkel einzelner Lichtstrahlen, was letztlich Wesentlich dafür ist, ob Objekte scharf fokussiert sind oder zusammen mit anderem Streulicht zu einer unscharfen Masse verschwimmen.

Diese Informationen ermöglichen es bei der vorliegenden Technologie, aus dem Rohmaterial mehr Bearbeitungsmöglichkeiten herauszuholen, als es bei einem normalen Sensor möglich ist. Welche Möglichkeiten diese Technologie dadurch noch bietet, wohin die Reise geht und wo die Grenzen des aktuell machbaren liegen, erfahrt ihr im Video.
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Die Lytro hat leider 3 absolute Schwachpunkte, die sie für Fotografen uninteressant macht:
1. keine ernstzunehmende Software, mit der man die 4MPx Bilder auch vernünftig als normales Foto oder vielleicht sogar als RAW speichern könnte.
2. Das Lichtfeld reicht anscheinend gerade mal für die Tiefenunschärfe einer Kompaktkamera nachzubilden, da könnte man noch einiges mehr rausholen. Könnte man damit Portraits schießen, die wie mit einem 50mm f0.95 Objektiv aufgenommen aussähen, wäre das ganze weitaus interessanter.
3. Die Bildqualität ist eher lau, ich habe noch kein knackscharfes Bild von einer Lytro gesehn, selbst von der Illum nicht.

So ist und bleibt die Lytro leider nur ein experimentelles Spielzeug.
 
Schönes Video - ein "sch" zu hören wäre allerdings mal schön ;-)
 
Ich kapier das System nicht. Warum rechnet die Kamera nicht einfach intern alle Bereich scharf und erzeugt damit ein Bild, das in allen Ebenen scharf ist. Dann kann die 100MB Information weggeworfen werden. Sollen Teile später unscharf erscheinen, ist dies mit Bildbearbeitung schnell erledigt. Aber generell will man ja alles scharf habe oder bestimme Bereiche unscharf, die man später aber nicht scharf braucht.
 
@DailyLama: Keine Bildbearbeitung der Welt kann eine echte Objektiv-Unschärfe erzeugen. Dein letzter Satz sagt doch, was der Vorteil hier is. Mann will bestimmte Bereiche scharf und andere unscharf darstellen. Um das später Entscheiden zu können, braucht man die Lichtfelddaten.
 
@0xLeon: Ging doch mit Nokia Refocus bzw. Lumia Refocus auch. Er hat einfach mehrere Bilder erzeugt hat doch fast den gleichen Effekt.
 
@DailyLama: Und selbst zwei verschiedene Objektive mit gleichen parametern (z.B. Nikkor 50mm 1.4 vs. Sigma 50mm 1.4 liefern unterschiedliche ergebnisse. Das Nikkor ist dabei etwas schärfer, das Sigma hat dafür ein wunderschönes Bokeh. Habe beide getestet und mich fürs Sigma entschieden. Beim 35mm ist es übrigens genau umgedreht.
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