Kleinster All-in-one-PC der Welt: Viel Technik mit begrenztem Sinn

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Der chinesische Hersteller Gole hat vor einiger Zeit den Gole 1 als weltweit kleinsten All-in-one-PC angekündigt. Und es ist durchaus beeindruckend, was das Unternehmen alles an Technik in das winzige Gehäuse gesteckt hat. Unser Kollege Alexander Böhm hatte nun Gelegenheit, das Produkt auszuprobieren - und schwankt offensichtlich etwas zwischen beeindruckt und enttäuscht sein.

In dem kleinen Computer, der kaum größer als ein Smartphone und lediglich etwas dicker ist, steckt erst einmal natürlich etwas Rechentechnik, die nicht sonderlich spektakulär ist: Als Prozessor dient ein Atom-Chip von Intel, dem zwei bis vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite gestellt werden. Als Festspeicher dienen 32 oder 64 Gigabyte Flash.

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Die Entwickler des Gerätes hatten aber wohl wirklich die Ambition etwas zu bauen, das auch von den Anschlüssen her als echter PC durchgehen kann. Zu finden sind hier fünf USB-Ports, von denen einer auf der Standard-Variante 3.0 basiert und einer in Micro-Baugröße realisiert ist, HDMI, MicroSD-Slot und sogar ein Ethernet-Anschluss.

Auf der Front-Seite präsentiert sich dem Nutzer ein 5 Zoll großes IPS-Display mit 720p-Auflösung und einer Touch-Oberfläche. Geliefert wird das System gleich mit zwei Betriebssystemen: Der Nutzer kann hier nach Belieben zwischen Android und Windows 10 umschalten.

Von einen schnellen Wechsel kann dabei allerdings kaum die Rede sein. Während die Performance von Android ziemlich ordentlich ist, bringt Windows 10 das System dann doch schnell an seine Grenzen. Und es ist zwar durchaus möglich, auch verschiedene PC-Spiele auf dem Gole 1 zu nutzen, viel Spaß macht dies auf dem kleinen Touchscreen und einer ruckelnden Darstellung aber nicht. Ersteres kann aber letztlich durch die Anbindung von Maus und Tastatur abgemildert werden. Wie man es letztlich aber auch dreht - komplett erschließt es sich nicht, warum Gole den gar nicht mal so schlechten Eindruck des Produktes letztlich durch die Entscheidung für Windows 10 ziemlich schmälert.

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Die haben sich halt AUCH für Windows entschieden, weil es den ein oder anderen gibt, der einen "Bürorechner" sucht mit dem er eh nur Office und Internet macht. Und da kann man halt auch einen kompetenten Drucker/Scanner anschließen.
Es gibt tatsächlich Leute, die nicht daddeln wollen. Tatsächlich, gibt es. Und eine Preisangabe wäre auch nicht schlecht, dann könnte man das Paket ein bisschen besser einschätzen.
 
Ich habe mehrere Win10 Kleingeräte. Allerdings benutze ich auf meinem (richtigen) PC seit Jahren Linux. Ich mag Linux und ziehe das allen anderen Betriebssystemen vor. Was ich schade finde ist, das die Hersteller von Klein(st)rechnern und Tablet i.d.R. nicht die Möglichkeit mitgeben, alternativ etwas anderes zu installieren. So habe ich zum Beispiel auf einem chinesischen Billig-Tablet mit Win10 ein völlig normales UEFI Bios vorgefunden, wo man mehr einstellen kann als bei vielen PCs. Leider jedoch werden ein paar wenige Einstellungen völlig ignoriert. Änderungen an der Bootreihenfolge sowie das deaktivieren von Secure Boot wird zwar gespeichert und auch geändert angezeigt, jedoch komplett ignoriert. Damit ist es mir (bis jetzt) nicht gelungen Linux zu installieren. Hier sollte den Käufern von Geräten wieder die Wahl gelassen werden was sie damit machen. Ich kaufe etwas, ich bezahle es, es wird mein Eigentum, ich sollte entscheiden können was ich damit mache.
 
@0815unknown: Ich persönlich stimme Dir in allen Punkten zu. Ich habe gelernt vor dem Kauf zu eroieren, was mit dem gewünschten Gerät machbar ist und was nicht. Wenn sich z.B. Hersteller für Androide nur auf perfide und sehr schwere Art und Weise rooten lassen um auch Custon Roms drauf laufen zu lassen und es keine, oder nur spärliche CM-Unterstützung dafür gibt, kaufe ich es nicht mehr.

Meiner, eventuell auch falschen Meinung nach, mitunter vielleicht auch der Grund des schleichenden Untergangs von HTC. Wenn ich an mein HTC Sensation denke, daß man nur mit einem widerlichen Wire-Trick rooten konnte, das ich 3x für Bekannte gemacht habe, denen ich es damals empfahl und bei 4.04 war dann offiziell Schluss. Obwohl bei meinem heute sogar ein aktuel gepatchtes 6.01 darauf läuft. War für mich ein Grund nie wieder HTC in die Wahl zu nehmen.

Das bin zwar erstmal nur ich und klingt erstmal als Randgruppe, aber dann kommt halt die Mundpropaganda. Leute, die sowas nicht interessiert und keine Ahnung haben, fragen manchmal Leute, von denen sie glauben, eine gute Empfehlung für Hersteller zu bekommen. Und da würde ich z.B. kein HTC mehr empfehlen.

Auch wenn es vielleicht bitter klingt und ich nie ein Samsung-Fan war: Wenn ich heute eine billige Smartphoneempfehlung abgebe, empfehle ich, gern auch ein gebrauchtes, Galaxy S3 ab 80€, S4 ab100€, S5 ab 150€, rooten und mit CM13 versehen. Das ist auf Softwarebasis und in der Benutzhaptik schneller, aktueller und sicherer als so mancher 6 Monate alte Wegwerf-Preisknüller.
 
@0815unknown: Stimmt, man sollte sich immer erst einmal überlegen WOFÜR man ein Gerät benutzen will. So habe ich neben Smartphone und Desktop-PC sowohl ein Android-Tablet und ein Surface Pro 4 - mit unterschiedlichen Einsatzgebieten. Bei dem Gerät hier kam mir als erstes in den Sinn es für ein Steuerung im Smarthome-Bereich zu nutzen. Überwachung, Geräte regeln, eventuell mal auch Medien streamen, ... Da ist die Größe perfekt und über Touch auch sinnvoll bedienbar.
 
Wo kann ich die Packung Ritalin hinschicken? :D
Ist ja ganz nett, so ein Spielzeug, aber tuts da ein abgelegtes Smartphone nicht auch? Oder ein 8" Tablet für 3,50? Und sogar besser?
 
@Zumsl: Das gerät ist eher als mobilen PC gedacht den man hauptsächlich an Bildschirm und maus anschließt aber auch mal schnell so nutzen kann, und dabei sehr klein ist.
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