Handysucht? Ab ins Digital-Detox-Camp!

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Mit dem neuen Jahr kommen die guten Vorsätze: Wie wäre es beispielsweise mit ein paar Tagen Internetabstinenz, einer digitalen Entgiftungskur? Die Idee kommt wie so oft aus den USA und findet inzwischen auch in Europa regen Zuspruch, etwa beim ersten Digital-Detox-Camp im schweizerischen Boltigen.

Immer online

Smartphones, Tablets, Laptops und andere Suchtgeräte sind tabu und werden gleich am Eingang abgegeben. Denn die digitale Abhängigkeit ist eine Sucht mit entsprechenden Symptomen. Ein 30-jähriger Camp-Teilnehmer berichtet: "Wenn am Morgen der Wecker, das iPhone läutet, steht man auf, nimmt das iPhone in die Hand, man geht ins Internet, man schaut auf WhatsApp, Facebook, man schaut, was ist passiert, während ich geschlafen habe. Was habe ich verpasst? Und dann geht man an den Frühstückstisch, hört Musik mit Spotify, und so ist man permanent den ganzen Tag vom Internet umgeben. Auf dem Weg ins Büro, im Büro, permanent."

Die digitale Standleitung fordert unsere ganze Kraft und kann zu ernsthaften Folgen wie Depressionen oder zum Burnout führen. Aktuelle Statistiken besagen, dass ein Erwachsener pro Tag über 200 Mal aufs Handy schaut und mehr als 50 Mails erhält. Die große Mehrheit der Befragten gibt zu, ihr Smartphone abends, kurz vor dem Ins-Bett-gehen zu benutzen.

Das Handy als Glücksautomat

Alexander Steinhart, Koordinator, Digital-Detox-Camp: "Das Smartphone und das Internet sind wie ein kleiner Glücksautomat, wie ein Casino, das wir in der Hosentasche haben, das uns konditioniert immer wieder drauf zu schauen. Das Gefühl, ob ich jetzt einen Hauptgewinn habe, eine Notification von meiner Freundin oder ein wichtiges Ereignis, das löst eine Emotion aus. Aber in 90 Prozent der Fälle ist es letztlich unwichtig, was da passiert."

Stattdessen gibt es für die Teilnehmer der digitalen Reinigungskur Spaziergänge, Yoga und gemeinsames Kochen. Drei Tage abseits der Medienflut, die meisten hat es gar nicht gestört. Und viele überraschte, wie gut es tut, sich ohne Ablenkung mit anderen zu beschäftigen.
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Wir sitzen zur fünft im Pausenraum, jeder hat sein Handy in der Hand, keiner spricht was, wenn die Pause rum ist zurück am Arbeitsplatz, und das ein paar mal bis zum Feierabend, arme Kranke Welt
 
@Wlimaxxx: Wir sitzen zu fünft im Pausenraum, keiner hat sein Handy in der Hand, mal was zeigen klar, ansonsten Kaffee trinken und plaudern.

Es hat nichts damit zu tun ob man 24/7 das Handy in der Hand haben könnte, sondern mit der Selbstdisziplin. Facebook und Co. nicht installiert zu haben hilft übrigens auch enorm.
 
@Wlimaxxx: früher haben wir zu fünft im Pausenraum gesessen und jeder hat ne Tageszeitung vor sich gehabt oder müde in den Kaffee gestarrt... ;)
 
@Wlimaxxx: Wir stehen zu zehnt auf der Terasse in der Kälte und rauchen.
 
@JacksBauer: Frische Luft ist ja auch gesund ;)
 
Früher,ja Früher war alles anders.Ich sehe da keinen unterschied zwischen Zeitung in der Hand oder Smartphone,ob man am Frühstückstisch mit der Zeitung in der Hand sitzt oder mit dem Handy seine News liest.
 
@x81Reaper: Augenfreundlicher ist die gedruckte Form in jedem Falle. Dazu kommt, das die Wahrscheinlichkeit wirklich dabei kurz abzuschalten wesentlich höher ist, als hier und da noch mal schnell überall hinzutippen und zu wischen und unbemerkt doch das Gehirn nicht entspannen kann. So geht man im Endeffekt kein Stück relaxed aus der Pause und nimmt den Dauerbeschuss auf die Nervenzellen in Kauf. Die Sucht ist befriedigt, aber gesund ist etwas anderes. Auf Dauer mit Sicherheit ein Teufelskreis und bestimmt für sich selbst kontraproduktiv.
 
Früher musste ich pro Zugfahrt eine Tasche Batterien und eine voll mit Kasetten mitnehmen. Das waren noch Zeiten.
Kasetten, das waren die Dinger wo man Radio drauf aufnehmen konnte, ohne als Terrorkopierer von der Medienmafia auf 6 Fantastillionen Euro verklagt zu werden. Das kennt dir Jugend heute alles nicht mehr.
 
Und hier ist der Link zum gezeigten Offtime Digital Detox Retreat: http://offtime.co/de/retreats-digital-detox/
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