Gedruckte Lautsprecher erweitern Bildband um passende Sounds

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Eine neue Technologie kann Bücher zukünftig um gänzlich neue Sinneseindrücke erweitern: An der Technischen Universität Chemnitz ist ein Verfahren entwickelt worden, mit dem sich Lautsprecher auf die einzelnen Seiten drucken lassen. In einem eindrucksvollen Pilotprojekt wurde ein Bildband mit den Pressefotos des Jahres unter Einsatz der Technik mit den jeweils passenden Tonspuren unterlegt.

Das Ergebnis ist das so genannte T-Book - mit T für Ton. Blättert man in dem Bildband eine Seite um, beginnt der mit auf das Papier gedruckte Lautsprecher mit der Audiowiedergabe. Ein gedruckter Sensor stellt dabei fest, welche Seite des Buches der Leser öffnet, sodass der genau passende Klang zu hören ist. Laut und deutlich kommt der Ton direkt von dem Papier.

In Zusammenarbeit mit der Kreativagentur Serviceplan aus München schufen die Chemnitzer Entwickler für jedes enthaltene Siegerfoto ein eigenes Klangumfeld, in dem Stimmen, Geräusche und Musik die vom Fotografen eingefangene Stimmung erweitern. "Das Buch informiert über die Hintergründe des Bildes und weckt mit Stimmen und authentischen Sounds Emotionen", erklärte Cosimo Möller, Chef von Serviceplan.

Erste funktionierende gedruckte Lautsprecher konnte man an der TU Chemnitz bereits vor drei Jahren zeigen - allerdings war die Technik dabei noch in einem sehr frühen Stadium. Inzwischen wurde die Technologie spürbar weiterentwickelt. Die Lautsprecher des insgesamt 100 Seiten umfassenden Bildbandes zum World Press Photo-Wettbewerb werden durch eine SD-Karte, die neben der Stromversorgung und der Steuerelektronik in der Buchdecke eingebettet ist, mit den Daten versorgt.

Die Lautsprecher selbst bestehen aus einer dünnen Schicht eines piezoelektrischen Polymers. Dieses beginnt beim Anlegen einer elektrischen Spannung zu schwingen und gibt so Schallwellen ab. Projektleiter Arved C. Hübler von der TU Chemnitz rechnet damit, dass die Technologie zukünftig in deutlich erweiterten Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen wird.

Denn gedruckte Elektronik hat sich in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt und kann bereits verschiedene Aufgaben übernehmen. Der Vorteil liegt zusätzlich darin, dass sie in der Massenproduktion sehr preiswert ist. "Die Tablets der Zukunft werden auf Papier gedruckt, und das T-Book gibt einen ersten Ausblick, was alles möglich sein wird", ist sich Hübler sicher.
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Kommt das in die blaue oder gelbe Tonne? Oder vielleicht Restmüll. Könnte aber auch Sondermüll sein :/
 
Die Technik ist interessant, aber für diesen speziellen Einsatzzweck einfach atemberaubend sinnlos - hier hätte es ein zentraler Lautsprecher im Buchrücken oder im Einband genauso getan.
 
@ZappoB: naja, das müsste man mal live vergleichen. ich schätze bei dem aufwand ist die tonqualität hoffentlich auch entsprechend besser als das was man bisher kennt wie "sprechende" glückwunschkarten ;)
 
"Nein Schatz, das Magazin kann zum Restehof. Batterie ist ja leer" :)

Aber schon beeindruckend was möglich ist. Gab doch auch vor einiger Zeit die News, dass in einer PC Zeitschrift gleich ein Router/ Access-Point (millimeterdünn) drin war.
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