Ein Etikett gegen die Lebensmittelverschwendung

Lebensmittel, Etikett, Lebensmittelverschwendung, Mindesthaltbarkeitsdaten, Gelatineetikett, Gelatine Lebensmittel, Etikett, Lebensmittelverschwendung, Mindesthaltbarkeitsdaten, Gelatineetikett, Gelatine
Tag für Tag werden in Europa gewaltige Lebensmittelmengen weggeworfen, die eigentlich verzehrt werden könnten, nur weil das offizielle Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Die Produktdesignerin Solveiga Pakštaitė hat ein System entwickelt, mit dem sich die Lebensmittelfrische quasi in Echtzeit kontrollieren lässt.

Solveiga Pakstaite: "Es ist ein bioaktives Etikett, das der Entwicklung des Lebensmittelprodukts in der Verpackung folgt. Es besteht aus einer Gelatineschicht, die über einem welligen Belag liegt. Ich habe Gelatine ausgewählt, weil es ein organisches Material ist, das zeitgleich mit dem Lebensmittelprodukt verdirbt. Am Anfang ist die Gelatine fest, die Unebenheiten der unteren Schicht sind nicht zu spüren. Doch mit der Zeit verdirbt sie und wird wieder flüssig. Wenn man mit dem Finger über die oberste Schicht gleitet, sind die kleinen Dellen zu spüren. Das bedeutet, das Lebensmittel ist nicht mehr genießbar."

Das Problem der aktuellen Regelungen zur Kennzeichnung von Nahrungsmitteln ist, dass die Mindesthaltbarkeitsdaten bei vielen Produkten früher ablaufen als nötig. Das Gelatineetikett wäre eine zuverlässigere Alternative, meint die Erfinderin. Solveiga Pakštaitė: "Das Etikett kann bei allen verderblichen Produkten angewendet werden, nicht nur bei Lebensmitteln. Zum Beispiel beim Transport von Organspenden, um zu überprüfen, ob die Temperatur und andere Parameter eingehalten werden. Das Etikett könnte auch bei kurzlebigen pharmazeutischen Produkten zum Einsatz kommen. Im Grunde überall, wo es ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt, solange der Verfall nicht zu lange dauert."

Das Gelatineetikett ist billig in der Herstellung und zudem biologisch abbaubar. Solveiga Pakštaitė kam bei der Entwicklung von Produkten für sehbehinderte Menschen auf die Idee. Sie wurde für ihr Etikett mit dem Designpreis James-Dyson-Award geehrt.
Dieses Video empfehlen
Kommentieren1
Tags:
Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Es wird schon seit Jahren an Systemen gearbeitet, die die Frische des LMs anzeigen sollen. Dies hier ist aber ein völlig unzureichender Ansatz. Ich sag bloß Designpreis! Bei Gelatineprodukten wie Gummibärchen mag das vielleicht noch funktionieren, aber sobald die Zusammensetzung des Produktes abweicht, ist doch kein vernünftiges Ergebnis zu erhalten. Gelatine besteht zu großen Teilen aus Protein, wie soll das funktionieren, wenn höhere Anteile von Kohlenhydraten oder Fetten vorhanden sind? Oder was ist bei verarbeiteten Produkten, z.B. gepökeltes Wurst, da herrschen völlig andere Bedingungen als in der Gelatine. Andere Arten von Mikroorganismen wachsen, der Abbau der Inhaltsstoffe verläuft auf andere Art und Weise. Besser man verlässt sich auf seine eigenen Sinnesorgane (sehen, riechen, schmecken, fühlen).

Übrigens sagt MHD nicht nur aus, dass das LM noch ungefährlich ist, sondern auch wann die Qualität eines LM noch gewährleistet ist. Nur weil es noch nicht gesundheitsschädlich ist, heißt es ja nicht, dass es noch genießbar ist. Deshalb heiß es ja im englischen auch: Best before.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Verwandte Tags