Billig-Drohnen finden sich besser allein im Wald zurecht als Menschen

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Immer wieder verlaufen sich Menschen in ausgedehnten Waldgebieten und müssen dann von fachkundigen Personen meist möglichst schnell wiedergefunden werden. Diese Aufgabe könnte ein Schwarm von Drohnen zukünftig wesentlich schneller und mit geringerem Personalaufwand durchführen.

Schweizer Informatiker arbeiten dafür an Algorithmen, die es kleinen, billigen Fluggeräten erlaubt, eigenständig in einem Wald zu navigieren. Ihre Aufgabe besteht darin, autonom Waldwege entlang zu fliegen und die Umgebung im Auge zu behalten. Hier geht man davon aus, dass verirrte Personen hoffentlich auf einem einmal gefunden Pfad bleiben, statt einfach querfeldein zu marschieren.

Eine solche autonome Navigation ist kein Problem, wo klare Strecken zu erkennen sind - wie etwa asphaltierte Straßen. Doch im Wald kommt es immer wieder vor, dass es selbst für einen Menschen nur schwer zu erkennen ist, wo ein kleiner Pfad sich fortsetzt. Genau diese Aufgabe sollen die Drohnen aber meistern, ohne dass ihnen aufwändige Sensoren zur Verfügung stehen.

Lernen durch Beobachten

Die Schweizer Forscher haben es bereits geschafft, dass die Flugsysteme sich nicht nur in der bewachsenen Waldregion fortbewegen können, ohne sich in Ästen zu verheddern. Sie erreichen beim Erkennen des Weges auf komplizierteren Streckenabschnitten auch eine Treffergenauigkeit von 85 Prozent - und dies nur aufgrund der Analyse von Bildern einer mitgeführten Kamera. Menschliche Probanden kamen hingegen nur auf 82 Prozent.

Möglich wurde dieser Erfolg durch Deep Learning-Algorithmen, die neuronale Netzwerke simulieren. Diese sind in der Lage, selbstständig durch Beobachtungen sowie Versuch und Irrtum zu lernen. Die Forscher fütterten das System dafür erst mit über 20.000 Bildern, die von menschlichen Wanderern mit Helmkameras aufgenommen wurden. Anschließend wurden die Drohnen viele Stunden durch die Wälder der Alpen geschickt.

Bis wirklich ein Schwarm von Drohnen allein ausschwärmen und vermisste Personen suchen kann, ist zwar noch einiges an Arbeit vonnöten, doch zeigen sich die Informatiker optimistisch, dass man zügig vorankommen wird. Das Projekt ist eine Kooperation vom Dalle Molle Institut für Künstliche Intelligenz, der Universität Zürich und NCCR Robotics.
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Eins muss noch geklärt werden.
Läuft der Mensch der Drone hinterher oder von ihr weg.
 
Also die paar Hanseln, die sich heutzutage noch im Wald verirren, sollten sich nun doch auch mal ein Smartphone oder ähnliches GPS-taugliches Zeug zulegen. Da braucht's meiner Meinung nach keine aufwendige Forschung. Aber vlt. habe ich den Artikel ja auch nicht wirklich verstanden.
 
@hhf: Naja, ein paar scheinen es ja nicht gerade zu sein. Denn der Aufwand muss sich ja irgendwo rechnen. Dabei stehe ich auf dem Standpunkt, das die Leute, welche sich so tief in den Wald wagen, sich vorher informieren sollten. Wer einfach auf gut Glück mal in die Taiga wandert, bitte schön...
 
@skyjagger: Das genau stelle ich in Frage: forscht man dort, weil man echt relevante Probleme angehen kann oder forscht da jemand vlt. etwas am Bedarf vorbei?
 
@hhf: Ich komme nicht aus der Schweiz und kenn auch keinen Schweizer. Aufgrund deines Kommentars habe ich mal die Mühe gemacht und dieses hier gefunden. https://scmplc.begasoft.ch/plcapp/pages/gis/netzabdeckung.jsf?netztyp=lte
wenn ich rechts durch die 3 Netze klicke sieht es mir so aus, als gäbe es ein paar Waldgebiete in der Schweiz, die von keinem Netz abgedeckt werden. Vielleicht ist das dafür gedacht?
 
@Lastwebpage: Dafür gibt es Offlinenavigation wie Locus oder OSM z.B. unter Android und GPS, da geht es auch ohne Netz.
 
@Lastwebpage: Aber Wälder die sooo groß sind, dass Du nicht binnen Stunden herausfällst und unerschlossene Gebiete findest Du in Europa bestenfalls noch in Osteuropa.
Was Ausflüge in echte Wildnis/Busch angeht, denke ich auch, dass diese mit etwas mehr Vorbereitung einhergehen sollten. Da hilft Dir auch kaum ein Schwarm Drohnen, weil's da i.d.R. auch kein Wegenetz gibt. Denke ich.
 
@hhf: Sehe ich auch so. Eine alltägliche Notwendigkeit für jemanden durch einen großflächigen und nicht kartografisch erfassten Wald zu gehen, wird eine Seltenheit sein. Demnach sollte sich der Person bewusst sein, dass solch ein Pfad durch den Wald auf eigene Gefahr stützt und wenn diese Person wirklich diese Erfahrung machen möchte, dann sollte mit diesem Bewusstsein auch klar sein, dass eine gewisse Vorbereitung von Nöten ist. Andernfalls wird lediglich den Personen mit diesem Dronen-Projekt "geholfen", die solche Situation ohne Verstand bewältigen möchten. Nach diesem Prinzip gäbe es dann aber auch in vielen anderen Lebensfelder bedarf nach Dronen, was dann aber irgendwann der Überwachung gleich kommen würde.
 
@hhf: Das letzte Mal, als ich in einem Wald GPS benutzt hab lag der Standort 500m daneben. Aber ja, ich hätte auch noch 500m gehen können und mit freier Sicht dann eine genauere Bestimmung erhalten. Wäre in dem Moment allerdings vom Akku her ziemlich knapp geworden. Wusste aber zum Glück eh wo ich bin, konnte es nur nicht gut beschreiben.
 
@andy01q: Genau so meine ich es auch. In unseren Gegenden ist es einfach verdammt schwer, sich richtig zu verlaufen. Ich wohne in einer Wald-reichen Gegend und erlebe, wie dieser durch diverse Maßnahmen sukzessive "urbanisiert" wird. Da wird auf die Waldwege Sand und Asphalt gekippt, Warn-Schilder für Schlaglöcher auf Gott-verlassenen Wegen angebracht.
Wanderwegweiser sowieso.
Mir fällt es jedenfalls heutzutage schwer, wilde Natur zu erleben, in der ich mich verlaufen könnte.
 
@hhf: Naja, sogesehen hab ich es mal geschafft mich in ner Stadt zu Verlaufen (vor 15 Jahren bevor ich ein Handy besaß) und als ich für nen Fußweg von 25 Minuten nach 90 Minuten noch nicht angekommen war hat sich ne Freundin aufgemacht, mich gesucht und zum Glück halbwegs schnell gefunden.
 
@andy01q: Schreib' das mal den Forschern. Vlt. sollten die ihr System eher auf Städte und Straßenzüge hin entwickeln :-)
 
Dumme Drohne, dabei braucht die doch nur aufzusteigen und davonzufliegen ;D
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