Bessere 3D-Technologie mit Hilfe von Gottesanbeterinnen

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Forscher in Großbritannien haben Gottesanbeterinnen 3D-Brillen aufgesetzt, um besser zu verstehen, wie ihr dreidimensionales Sehvermögen funktioniert. Die Wissenschaftler der Universität in Newcastle erhoffen sich von der Natur neue Inspiration für 3D-Technologie für Computer und Roboter.

Ideales Studienobjekt

Die Leiterin der Studie, Jenny Read, erklärt, warum sich die Gottesanbeterin als Studienobjekt besonders gut eignet: "Gottesanbeterinnen sind großartig, da sie einem durch ihre Reaktionen zeigen, was sie sehen. Sie können ihre Augen nicht innerhalb ihres Kopfes bewegen. Wenn sie sich also für etwas interessieren, bewegen sie ihren Kopf, um es anzusehen. Und sie sind Raubtiere. Wenn sie etwas sehen und denken, dass sie es erwischen können, dann werden sie das auch versuchen."

Gottesanbeterinnen haben eine 3D-Sicht, sehen aber nur in schwarz-weiß. Bereits in den 1980er Jahren haben Forscher herausgefunden, dass diese Insekten in 3D sehen. Wenn man ihnen einen Käfer in 2D zeigt, reagieren sie nicht, aber sobald er in 3D erscheint, greifen sie an. Die Wissenschaftler wollen mit Hilfe der Beobachtungen neue Algorithmen entwickeln.

Bessere Sicht für Roboter

"Wir machen Experimente, um herauszufinden, was sie sehen können und was sie nicht sehen. Wir überprüfen so verschiedene Hypothesen über ihre 3D-Sicht. Wir stellen ständig neue Hypothesen auf. Wir widerlegen sie manchmal und wenn wir sie bestätigen können, hoffen wir, dass wir einen Schritt weiter sind und wir bald einen Algorithmus haben, der diese Sicht nachstellt," so Jenny Read.

Die Forscher gehen davon aus, dass die 3D-Sicht der Gottesanbeterinnen einfacher als die unsere ist. Sie könnte ihnen bei der Entwicklung von 3D-Sicht für Roboter helfen. Durch die Arbeit der Wissenschaftler könnten unter Umständen auch neue Behandlungsmethoden für Menschen, die schielen, entwickelt werden.
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Durchsage der Forscher vor Beginn der Testreihen: "Die Brillen am Ausgang wieder abgeben."
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