AMD stichelt: SYSmark ist der Volkswagen unter den Benchmarks

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Der Chiphersteller AMD lässt seinen seit Jahren andauernden Zwist mit dem Benchmark-Tool SYSmark wieder aufleben. Offenbar ist für das Unternehmen einmal wieder die Zeit gekommen, die Nutzer daran erinnern zu müssen, dass SYSmark aus seiner Sicht keine objektiven Ergebnisse liefert und den Konkurrenten Intel stets bevorzugt.

Um die Botschaft herüberzubringen, stellt sich kein geringerer als John Hampton, AMDs Chef der Prozessorproduktion für den Privatkundenmarkt, vor die Kamera. Dabei erklärte er, warum SYSmark aus seiner Sicht schlicht nicht dazu taugt, um den Verbrauchern verlässliche Informationen über die Performance eines Systems zu liefern. Er ließ sich sogar dazu hinreißen, Parallelen zum Abgas-Skandal rund um Volkswagen zu ziehen.

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Das Problem liegt in der Praxis darin, welche Schwerpunkte ein Benchmark-Test setzt - weshalb es ohnehin sinnvoll ist, entweder einen Mittelwert aus den Ergebnissen verschiedener Tools zu bilden, oder sich ein Werkzeug herauszusuchen, das die Performance vor allem bei Aufgaben misst, die der eigenen Arbeit entsprechen. Nutzer aufwändiger Webanwendungen sollten hier entsprechend eher auf die JavaScript-Leistung achten, während Gamer die GPU-Performance viel stärker in den Mittelpunkt rücken müssen.

SYSmark legt hingegen vor allem Wert auf die reine Rechenleistung der CPU-Kerne. Hier hat Intel eindeutig die Nase vorn. Der AMD-Manager zeigt so beispielsweise einen direkten Vergleich zwischen einem System mit einem Core i5-Prozessor von Intel und einem Rechner mit AMDs FX-Chip. Intel hat hier laut SYSmark mit 987 Punkten die Nase weit vorn, während das AMD-System lediglich auf 659 Punkte kommt. Das entspricht einer Differenz von rund 50 Prozent.

Die gleichen Computer liegen hingegen in einem Durchlauf mit Futuremarks PCMark 8-Tool kaum noch auseinander. Zwar hat auch hier Intel die Nase vorn, aber nur noch mit sehr geringem Abstand: 4.199 gegen 3.908 Punkte, was nur noch einem Unterschied von 7 Prozent entspricht. Dies liege daran, dass der PCMark-Benchmark wesentlich praxisnäher teste, so sieht es zumindest Hampton. AMD kann hier die schwächere Leistung der CPU-Kerne wieder ein Stück weit ausgleichen, weil andere Komponenten wie die Grafikeinheit verschiedene Aufgaben besser übernehmen und sich die Last besser über die jeweiligen Spezialbausteine im System verteilt. Kaum Unterschiede gibt es ebenso bei einem Test, in dem eine ganze Reihe von Skripten unterschiedliche Aufgaben in Office-Anwendungen durchspielen.

AMDs Auseinandersetzung mit dem SYSmark-Benchmark dauert schon viele Jahre an. Der CPU-Hersteller trat so schon unter Protest aus dem BAPCo-Konsortium aus, von dem das Tool entwickelt wird. Außerdem verweist man darauf, dass die US-Handelsorganisation FTC bereits verfügte, dass Intel zumindest im Kleingedruckten darauf hinweisen müsse, dass der Benchmark strittige Ergebnisse liefert, wenn man mit dessen Daten Werbung macht.
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AMD hatte eine Chance, Intel in die Knie zu zwingen, als man mit der 64bit CPU einen Vorsprung vor Intel hatte. Seitdem ist AMD nur noch hinterhergehastet. Das Diktat hätte damals deutlicher ausfallen müssen, als man Techniken austauschte. 64bit gegen MMX und SSE etc. Im nachhinein ein schlechter Tausch.
 
@MahatmaPech: Zu Athlon XP und 64 Zeiten hatte sie auch einen deutlichen, technischen, Vorsprung. Durch die Praktiken von Intel (MediaMarkt & Co. durften nur Intel anbieten) konnte man diesen jedoch nicht wirklich nutzen.
 
@DeepBlue: Die Praktiken von Intel kannst vergessen. hätte AMD auch machen können und es gibt ja nicht nur die Massen Dau Anbieter für PCs. Das meiste Geld wird in den CPUs verdient, die im mittel Segment liegen und da macht Intel einfach super Werbung. Geh mal auf ne Gamer oder Modelbau messe. Da sieht man fast nur Intel Werbung und rate mal wen die die Leute auf Arbeit oder sonst wo fragen. Immer den Gamer Nerd weil der muss es ja wissen. Ob er jetzt wirklich plan hat oder net ist da erstmal egal. Der sagt dir "Ich habe Intel und kann alles machen". Damit steht zu 90% fest was der andere kauft.
 
@deischatten:
Durch den Mehrverdienst über die Methoden von früher konnte Intel eine ganze Menge Kohle scheffeln und deshalb mehr in Forschung und Werbung stecken.
Mittlerweile muss man wahrscheinlich nicht mal mehr die Märkte bestechen, dass die Intel anbieten.
Momentan ist Intel einfach besser.
(meine CPU i5-4570k auf 4,4GHz)

Intel braucht einmal wieder einen richtigen Konkurrenten.
 
@Mixermachine: Da hätte man als Konsument die Verantwortung, einfach keine Intel CPUs zu kaufen und diese Methoden so abzustrafen und nicht noch Intel durch kauf ihrer Prozessoren dafür zu belohnen. Mit meinem FX-8320 komme ich noch 2 Jahre klar, das wären dann 5 Jahre mit der CPU und dann kommt ZEN rein.
 
@Mixermachine: Ich verstehe halt nicht was einige hier als Unfair ansehen. Es ist vollkommen Üblich das Firmen Verträge mit Händlern machen für Exklusiv Nutzung. Das wird in vielen Bereichen gemacht. Jedes Restaurant oder Imbiss muss sich zb. auch für Cola oder Pepsi entscheiden und darf niemals beides anbieten. Warum soll jetzt Intel nicht einen Vertrag mit MediaMarkt machen das die nur Ire Geräte vertreiben dürfen.
 
@deischatten: Dann informier dich mal bissel besser, Intel musste nicht ohne Grund eine saftige Strafe zahlen. Intel hat die Händler erpresst indem sie ihnen die Intel CPUs deutlich teurer oder gar nicht mehr mehr verkauft hätten, wenn sie zusätzlich AMD Systeme angeboten hätten. Sowas ist Wettbewerbsverzerrung und das ist Illegal!
 
@X2-3800: Was daran Verzehrung? Mediamarkt hätte ja die Intel Sachen einfach aus dem Programm nehmen können und gut. Hatten alle die freie Wahl dies zu tun.
 
@MahatmaPech: Bei einem Mitbewerber, der unfaire Geschäftspraktiken an den Tag legt, hat man es eben schwer.
 
@M4dr1cks: Wenn man davon nix weiß, stimmt es. Aber bei gerade mal 2 oder 3 Spielern auf dem Feld darf man nicht davon ausgehen, dass sich alle an die Regeln halten. Schließlich ist der erste faire Spieler auch der erste Verlierer. In dem betrachteten Fall hat AMD zu fair gespielt und damit die Spitzenposition, die sie mit XP und 64 inne hielten, wieder verloren.
 
@MahatmaPech: Deshalb sollte man mMn nicht den unfairen Mitbewerber unterstützen, dessen Produkte boykottieren.
 
ich verstehe nicht ganz wo das Problem ist. Wenn SYSmark reine CPU-Leistung misst und PcMark noch die GPU hinzunimmt ist es doch klar dass sich die Werte im PcMark angleichen
 
@AlyxO: Benchmarking ist leider nicht so einfach. Du kannst ganz unterschiedliche Dinge messen und bekommst auch ganz unterschiedliche Aussagen. Du schreibst zum Beispiel CPU-Leistung. Mehr CPU-Leistung zu haben klingt toll, bringt aber für den Benutzer... im Zweifelsfall gar nichts. Denn vielleicht brauchen seine Anwendungen vor allem GPU-Leistung oder Speicher oder Festplattenzugriffe, vielleicht lassen sie sich parallelisieren oder müssen sequentiell abgearbeitet werden, ... Früher gab es synthetische Benchmarks wie Dhrystone und Whetstone, die CPU-Leistung bewertet haben. Das führte dazu, dass Soft- und Hardware-Hersteller ihre Systeme auf diese Benchmarks hin optimiert haben. Mehr Dhrystones hatte aber dann nicht unbedingt einen Mehrwert mehr für den Benutzer, sind also aussagelos geworden. Daher gab es dann SPEC als Benchmark-Suite, die reale Anwendungen aus dem täglichen Leben als Basis für Benchmarks benutzt haben. Damit wird dann versucht den Rechner zu bewerten nachdem was beim Benutzer ankommt. Inzwischen gibt es zahlreiche Anwendungsbenchmarks, aber auch synthetische Benchmarks sind nicht ausgestorben. Ein synthetischer Benchmark ist zum beispiel 3D-Mark. Damit kann man toll Grafikkarten vergleichen und sieht dann, welche Grafikkarte besser ist. Es ersetzt aber keinen Anwendungsbenchmarks. Spiele-Webseiten vergleichen daher die Grafikkarten zusätzlich noch mit mehreren Spielen: Leistung unter Witcher 3 mit UHD, Metro Last Light in FullHD, ... Das ist das was beim Benutzer ankommt. Wenn jemand aber einen Webserver betreiben will, dann nützt einem das gar nichts. Dann ist vor allen Hauptspeicher wichtig. Sysmark ist ebenfalls ein Benchmark, der natürlich eine bestimmte Ausrichtung hat. Und da im Konsortium Intel eine dominierende Rolle hat und den Benchmark massiv beeinflusst, meint AMD, dass er auch Intel-Hardware optimiert ist und andere benachteiligt. Das wäre nicht das erste mal, das so etwas passiert.
 
"Das entspricht einer Differenz von rund 50 Prozent"
Die AMD CPU hat ~66,77% der Leistung der Intel CPU. 100%-66,77%=33,23% und nicht rund 50%.
 
@Crywars: und und Intells haben die 150 prozentige leistung eines AMDs. Kommt auf den Blickwinkel an
 
@AlyxO: faszinierend. Und was ist nun die korrekte Antwort?
 
@Crywars: rund 50% :D
 
@Crywars: beides ist korrekt. deswegen immer nochmal nachrechnen ob der 50% Rabatt im H&M doch nicht nur 30% ist. Läden machen das gerne.
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