John Oliver ruft dazu auf, Netzneutralität zu verteidigen - mit Erfolg

In den USA steht die Netzneutralität immer wieder unter Beschuss, so mancher Konzern würde sie gerne einschränken oder gar ganz abschaffen. Im Wesentlichen hätte gerne so mancher, dass man im Netz "bezahlpflichtige Überholspuren" einrichten kann. ... mehr... Internet, Netzneutralität, Himmel Bildquelle: Openmedia / Flickr Internet, Netzneutralität, Himmel Internet, Netzneutralität, Himmel Openmedia / Flickr

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Der Mann ist super. Last Week Tonight lohnt sich jedes Mal!
 
Beste Mann. Guter John Stewart ersatz
 
Man kann übrigens auch aus Deutschland der FCC schreiben. Nur so zur Info, denn es betrifft uns über kurz oder lang alle.
 
Ich sehe da das Problem nicht. Solange mein Provider den Zugang zu irgendwelchen Internetseiten nicht unbenutzbar macht, was dann ja wohl ein sofortiger Kündigungsgrund, da eine klare, vorsätzliche Vertragsverletzung wäre, interessiert mich Netzneutralität nicht wirklich.

Im Gegenteil: Ich wäre sogar dafür wenn edukative, arbeits- und datensicherungsbezogene Inhalte im Netz generell beschleunigt würden und anspruchsloses Massenentertainment, welches heute die Hauptursache für Bandbeitenengpässe ist, die niedrigste Priorität im ganzen Netz erhalten würde. Dafür wären aber wohl staatliche Regelungen nötig anstatt es der Privatwirtschaft zu überlassen welche Daten sie bevorzugt.

Im Endeffekt hat ohnehin in jedem Falle der Nutzer die Entscheidung ob ihm die Praxis seines Providers gefällt oder nicht. Wenn mir irgendetwas am Service meines Providers nicht gefällt kann ich meinen Zugang monatlich kündigen, wovon ich Anfang des letzten Jahres auch mal gebrauch gemacht habe und dann eben für ein paar Monate auf einen eigenen Internetzugang verzichtet habe, weil mir mein früherer Provider dumm gekomen war. Es zwingt mich ja niemand dem mein Geld in den Rachen zu werfen wenn ich mit seiner Politik nicht einverstanden bin.
 
@monumentum!: "was dann ja wohl ein sofortiger Kündigungsgrund"

Nein wäre es nicht. Wenn das so umgesetzt wird, ist das alles legaler Bestandteil der Verträge. Auch die Verträge mit dir.

2. Du glaubst vielleicht eine Wahl zu haben. Die Realität sieht jedoch anders aus. Bis auf in wenigen Ausnahmesituationen hast du genau einen Anschluss und damit bist du gebunden, was die Leistung angeht. Zwar wird dir auf den Telekomleitungen eine Auswahl vorgegaukelt. Der Begriff "Reseller" kommt jedoch nicht von ungefähr.

3. Du hast das Problem nicht verstanden: Bei der Netzneutralität geht es nicht um dich. Es geht um Chancengleichheit aller Inhalteanbieter. Mit Aufhebung der Neutralität werden die großen bevorzugt und viele kleine werden untergehen.
 
@KarstenS: >>2. Du glaubst vielleicht eine Wahl zu haben. Die Realität sieht jedoch anders aus. Bis auf in wenigen Ausnahmesituationen hast du genau einen Anschluss und damit bist du gebunden, was die Leistung angeht. Zwar wird dir auf den Telekomleitungen eine Auswahl vorgegaukelt. Der Begriff "Reseller" kommt jedoch nicht von ungefähr.<<

Ich habe immer die Wahl. Wenn mir auch niemand der Reseller ein akzeptables Angebot macht, verzichte ich eben ganz auf einen Internetanschluss, wie ich das Anfang letzten Jahres für ein paar Monate getan habe. Mich kann bisher auch im überbürokratisierten Deutschland niemand dazu zwingen einen Internetanschluss zu buchen. Ein Internetanschluss ist in Deutschland nicht wie die GEZ-Zwangsabgabe, die einem einfach auf's Auge gedrückt wird wenn man einen Haushalt führt, egal ob man in diesem überhaupt ein elektronisches Gerät betreibt. Es gibt immer noch genug Haushalte die haben keinen Internetanschluss. Insofern habe ich immer die Wahl. Ich wohne in Deutschland auf dem Land und mein über einen Kilometer entfernt wohnender nächster Nachbar dort hat beispielsweise gar keinen Internetanschluss, weil er auch so genug zu tun hat und sich dafür nicht interessiert.

>>3. Du hast das Problem nicht verstanden: Bei der Netzneutralität geht es nicht um dich. Es geht um Chancengleichheit aller Inhalteanbieter. Mit Aufhebung der Neutralität werden die großen bevorzugt und viele kleine werden untergehen.<<

Solange die Seiten aller Anbieter für mich zugänglich sind, ich sie also weiterhin ansurfen kann und sie sich im Browser öffnen lassen, haben die alle dieselbe Chance bei mir. Eine Webseite komplett unbenutzbar machen ist für mich keine Drosselung, sondern eine Sperrung dieser Seite und wenn mir mein Anbieter den Zugang zu Seiten vorsätzlich sperrt, dann ist das entgegen dem Vertrag den ich bzw. die Firma welche als Dienstleister für mich mein Haus und Grundstück in Deutschland betreibt mit ihm haben. Insofern wäre das dann ein Kündigungsgrund.
 
@monumentum!: Okay, lass es mich bildlich versuchen zu beschreiben.
Du hast bisher eine dreispurige Autobahn, auf der geregelte 130 km/h erlaubt sind und alle gleich schnell zum Ziel kommen, du kannst teilweise bestimmen dass A kurz anhält, damit B vorbeizieht/schneller ankommt.
Nun gibt es zukünftig, erst mal die Möglichkeit, dass man für eine entsprechend hohe Maut auf den zwei linken Spuren 300km/h fahren darf.
Soweit so gut, kommt eben ein kleiner Teil schneller an, ist doch vorteilhaft für dich, richtig?
Das bedeutet jedoch, die rechte Spur bekommt deutlich mehr Verkehr und wird stocken, damit kommen die Inhalte später an und selbst wenn 130 km/h erlaubt sind, fahren sie mit 80.
Ebenfalls bedeutet das, dass womöglich du nicht an denen interessiert bist, die auf der schnellen Spur fahren, wenn du aber ein Shared Medium nutzt (LTE, Kabel & Konsorten), wirst du es zu spüren bekommen, wenn andere es in Anspruch nehmen.

Und was dein Einwand bezüglich "anspruchsloses Massenentertainment" angeht, was meinst du denn, welche Art von Firmen am Ehesten extra zahlen, damit die Inhalte ankommen?
Glaubst du wirklich, dass sind dann die bildungsbezogenen?
Also ich für meinen Teil gehe da doch eher von der Unterhaltungsbranche aus.
 
@Tical2k: >>Das bedeutet jedoch, die rechte Spur bekommt deutlich mehr Verkehr und wird stocken, damit kommen die Inhalte später an und selbst wenn 130 km/h erlaubt sind, fahren sie mit 80.<<

Dann braucht die Internetseite halt ein paar Zehntelsekunden länger für den Aufbau, was mich nicht umbringt. Ich filtere ohnehin die Werbung heraus und damit laden Internetseiten bei mir schon heute erheblich schneller als bei Bekannten mit viel schnellerer Leitung in einer Großstadt.

Damit, mir den Zugang zu einer Seite komplett zu kappen, weil andere Dienste bevorzugt werden, würde der Provider seinen Vertrag verletzen, da er Teile des Internets damit für mich unzugänglich machen würde. Das kann sich also kein Provider erlauben

>>Ebenfalls bedeutet das, dass womöglich du nicht an denen interessiert bist, die auf der schnellen Spur fahren, wenn du aber ein Shared Medium nutzt (LTE, Kabel & Konsorten), wirst du es zu spüren bekommen, wenn andere es in Anspruch nehmen.<<

Trotzdem wird es auch da eine notfalls von meinem Anwalt zu klärende Grenze geben, wie lange eine Internetseite für den Aufbau benötigen darf bevor man sie als unbenutzbar ansehen muss. Wenn ein Provider die unterschreitet, wird er von Klagen überrollt und das vermutlich gerade von den Kunden, die sonst bevorzugte Dienste benutzen und bei dem Aufruf anderer Webseiten dann plötzlich viel länger als gewöhnlich warten müssen. Der Provider schneidet sich also ins eigene Fleisch, wenn er die Drosselung jemals übertreiben sollte.

>>Und was dein Einwand bezüglich "anspruchsloses Massenentertainment" angeht, was meinst du denn, welche Art von Firmen am Ehesten extra zahlen, damit die Inhalte ankommen?
Glaubst du wirklich, dass sind dann die bildungsbezogenen?<<

Deshalb sprach ich ja von staatlichen Regelungen, die sicherstellen sollen, dass anspruchsloses Massenentertainment die niedrigste Priorität im Netz hat. Seine Lebenzeit mit passivem Fernsehgucken totschlagen kann man schließlich auch per Satellit, wenn es zu Übertragungsengpässen im Internet kommen sollte. Derartige Dienste sollte man also nicht bevorzugt behandeln, da heute gerade sie es sind, welche die meiste Bandbreite verschwenden und es zudem alternative Übertragungswege für Fernsehprogramm gibt. Für Webseiten mit edukativem Inhalt gibt es diese alternativen Übertragungswege beispielsweise eher nicht.
 
@monumentum!: "Trotzdem wird es auch da eine notfalls von meinem Anwalt zu klärende Grenze geben, wie lange eine Internetseite für den Aufbau benötigen darf bevor man sie als unbenutzbar ansehen muss. Wenn ein Provider die unterschreitet, wird er von Klagen überrollt und das vermutlich gerade von den Kunden, die sonst bevorzugte Dienste benutzen und bei dem Aufruf anderer Webseiten dann plötzlich viel länger als gewöhnlich warten müssen."
Ein Anwalt kann dann so viel Lärm schlagen wie er wollte, wenn er überhaupt den Auftrag von dir ausführt, wenn das alles legal ist und damit keine Erfolgschance besteht.

"Der Provider schneidet sich also ins eigene Fleisch, wenn er die Drosselung jemals übertreiben sollte."
Der Provider drosselt aber nicht, er lässt lediglich bestimmte Teile schneller durchs Netz und es gibt nur einen bestimmten Durchsatz, den eine Leitung erreichen kann.

Im übrigen sollten reguläre Webseiten nicht wirklich davon betroffen sein, da sind jetzt nicht die riesen Datenmengen dahinter.
Es ging mehr ums Streaming (gibt's für deine Bedürfnisse ebenfalls mit lehrreichem Inhalt), Gaming, Downloads, Uploads, Telefonie, Fernsehen, usw. usf.

"Deshalb sprach ich ja von staatlichen Regelungen, die sicherstellen sollen, dass anspruchsloses Massenentertainment die niedrigste Priorität im Netz hat."
Das hast du aber nicht zu bestimmen und du sprachst davon, dass du erst mal kein Problem mit der Bevorzugung hast, nur hast du die bisherigen Pläne dann entweder nicht verstanden oder von wem die auf den Plan gerufen wurden.

Und was dein Kündigungsgrund angeht, das kannst du dann nur in den geregelten Kündigungsfristen und nach den Mindestestlaufzeiten machen, denn das ist dann alles rechtens, wenn das durch wäre.
Denn der Provider selbst verstößt dann gegen keinerlei Punkte, die eine Sonderkündigung erlauben würde.
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