Tim Berners-Lee findet jüngste Privatsphäre-Aufweichungen 'widerlich'

Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, hat sich in einem Interview zu den jüngsten Gesetzesänderungen in den USA geäußert und Gutes hat er dazu nicht zu sagen: Der Internet-Pionier bezeichnete den künftig Providern erlaubten Verkauf von ... mehr... WWW, World Wide Web, Tim Berners-Lee Bildquelle: Paul Clarke/CC-BY-SA 4.0 WWW, World Wide Web, Tim Berners-Lee WWW, World Wide Web, Tim Berners-Lee Paul Clarke/CC-BY-SA 4.0

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Es wurde schon vorher unter der Hand getan. Das wusste jeder. Auch steht das Recht auf Privatsphäre nicht in der Amerikanischen Verfassung - leider.
 
@Freudian: ja es wurde vorher unter der hand getan, wenn aber ein gesetzesentwurf der das verhinderjn soll wiederrufen wird, dann tut das weh
 
@Freudian: Das stimmt so nicht...
Da steckt sogar noch viel mehr drin... und zwar in dem einzigen noch wichtigeren Dokument .. der Unabhängigkeitserklärung

Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen wurden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräusserlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit. Daß zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; daß sobald einige Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.

Meiner Meinung nach steckt das im begriff SIcherheit mit drin... und man beachte - Alle Menschen also all men nicht all americ men..

Soweit ich weiss hat dieses Dokument nach wie vor Wirkkraft...

Hier steht sogar das Recht der 'User': es das Recht des Volks ist sie zu verändern oder abzuschaffen
 
@tommit: genau dies ist der Grund, warum die US-Bürger Waffen tragen dürfen - denn wie sonst sollten sie eine Regierung abschaffen und ersetzen, wenn diese mutwillig bösartig antidemokratisch ist...?
Mit Böllern kann man halt nicht gegen Karabiner angehen...
 
@Druidialkonsulvenz: Mit ner Shotgun, nem MG oder sonstigem ähnlichen macht man aber auch nicht viel gegen einen Panzer.
 
@Darkcloud: Nun, 1776 gab es noch keine Panzer...
Damals wurden diese Grundrechte geschaffen.

Das Prinzip ist, das Volk darf sich bewaffnen, damit die Regierung nicht macht, was sie will.

Aus diesem Grund ist (theoretisch) der Sheriff den alten Grundsätzen nach auch nicht dem US-Kongress oder dem Präsidenten unterstellt, sondern eine eigene Entität, die direkt vom Volk (im County) gewählt wird.

Sollte die Regierung korrupt / kaputt sein, ist der Sheriff dem nicht unterstellt und kann sich auf der Seite seiner Leute (der Bevölkerung im County) gegen die Zustände auflehnen.

Theoretisch...

Heutzutage ist das aber alles ausgehöhlt und untergraben.

Früher hatte der Sheriff all die Aufgaben, die heutzutage zwischen Sheriff und Marshall aufgeteilt sind.
 
@tommit:
Ich würde das eher der "Glückseligkeit" zuschreiben.
Du weißt wie das mit der Justiz ist. Wenn das nicht klipp und klar drin steht, kann man es dehnen bis es fast reißt.
 
Machen wir uns keine Illusionen, das wird bei uns auch noch kommen.
 
@Knödeldieb:
Mit einem Trump? Glaube ich nicht. Da sagt man einfach: Wie? Ihr wollt was machen was Trump gemacht hat? Und schon ist der Käse gegessen. Erst wenn es wieder ein Präsident der "Demokraten" wird und das Gesetz nicht rückgängig macht oder gar noch verschärft.
 
Die Frage die ich mir stelle, wie viel der außerhalb anfallenden Netz Aktivität wird indirekt oder direkt über Amerikanische Netzknoten und Server gelenkt, ist damit defacto unter Kontrolle der dortigen (US Amerikanischen)Netzknotenverwalter.
Für die wäre es nicht schwierig diese Daten abzuschöpfen und weiterzuverkaufen.

Egal welchen Datenschutz ein Land hat, es wäre damit ausgehebelt, wiederlich².
 
Da macht sich der Tim Berners-Lee vollkommen zurecht Sorgen...
 
Was er sagt ist imho richtig ... nur an die Demonstrationen mag ich nicht so recht glauben.
 
Naja... Erfinder des WWW... ftp und gopher Seiten zum Austausch wissenschaftlicher Forschungen? ...
Sobald irgendeine Sache einen gewissen beliebtheitsgrad überschritten hat, wird diese eben zwangsläufig kommerziell. Das Problem beim WWW ist doch aber, dass es nur auf einer Seite kommerziell ist, wenn man mal von Streaming&Co, Spielen usw. absieht, ist doch fast das komplette WWW kostenlos. Das da die Seite des WWW, die Gewinn machen will, eben auch vielleicht Dinge macht, die zwar fragwürdig sind, aber viel Gewinn abwerfen, so ist dass dann eben.
 
>>Der Internet-Pionier bezeichnete den künftig Providern erlaubten Verkauf von Kundendaten als "widerlich" [...]<<

Ich habe mit dem Verkauf von Kundendaten seitens der Provider kein Problem. Das haben die unter der Hand ohnehin immer schon getan. Nun dürfen sie es in den USA halt offiziell und damit weiß der amerikanische Provider-Kunde im Gegensatz zum deutschen Kunden woran er ist. Wer sich so verhält, dass sein Provider interessante Daten über ihn sammeln und verkaufen kann, ist eben selber Schuld, denn da gibt es simple Möglichkeiten das zu verhindern. Anon-Netzwerke beispielsweise. Da sieht der Provider dann den ganzen Tag nur eine einzige verschlüsselte Verbindung und kann nicht mitloggen auf welchen Webseiten sich sein Kunde tummelt und was er dort macht.

Ein viel größere Gefahr stellt imho der von Google und seinen (Werbe-)Partnern dem eigentlich früher einmal demokratisch funktionierenden W3C untergeschobene/aufdiktierte Webstandard HTML5 dar. Der sorgt nämlich schon heute und in Zukunft noch mehr für einen komplett gläsernen Nutzer, indem er Funktionalitäten wie Mediaplayer und Digital-Rights-Management, die in keinster Weise zum HTML-Standard gehören sollten, da sie nichts, aber auch rein gar nichts mit Hyper-Text-Markup-Language zu tun haben, als feste Bestandteile des kommenden HTML-Webstandards und damit eines jeden Browsers vorschreibt.

Mit diesen unter dem HTML5-Standard nun vorgeschriebenen Funktionalitäten ist bzw. wird es Google und seinen (Werbe-)Partnern möglich selbst Nutzer die mit Anon-Browsern surfen und keine Cookies zulassen eindeutig zu identifizieren und ihre Bewegungen in Web zu tracken.

Die W3C hat selbst einen HTML4-Nachfolger auf XML-Basis entwickelt, bei dem Google was diese Nutzertracking-Möglichkeiten angeht leer ausgegangen wäre. Scheinbar hat es Google aber irgendwie geschafft den W3C davon zu überzeugen, den HTML5-Entwurf als neuen Web-Standard zu akzeptieren, auf dem mit Ian Hickson eine einzige Person Schreibrecht hatte, die "ganz zufällig" auf der Google-Gehaltsliste stand bzw. steht.

Das kann man hier unter "Kritik am Entstehungsprozess von HTML5" nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/HTML5

Bei mir wird es daher nie einen HTML5-kompatiblen Browser geben. Seine mit Videoplayer-Software, DRM- und Fingerprinting-Mechanismen etc. im Browser integrierten Identifikations- und Tracking-Funktionen kann Google sich dahin stecken, wo die Sonne nicht hinscheint.

Ich bleibe bei meinen alten Browser-Versionen ohne diesen HTML5-Quatsch. Wenn in denen irgendwelche Webseiten nicht mehr funktionieren, weil sie irgendwelche der HTML5-Funktionalitäten voraussetzen, trage ich deren Webserver schon heute einfach in meiner Firewall aus und vergesse die Webseiten danach einfach, da ich sie dann ohnehin nicht einmal mehr versehentlich aufrufen kann.

Das Internet war bei mir schon immer optional und wenn mir die Bedingungen dort nicht mehr passen bzw. ich mich irgendwann der Verfolgung nicht mehr entziehen kann indem ich meinen Browser auf simpelste Grundfunktionen von HTML4 beschränke und über Anonymisierungsnetzwerke surfe, verabschiede ich mich notfalls auch ganz daraus. Kein Problem. Ich habe fast die Hälfte meines Lebens ohne Internet gelebt, erst letztes Jahr einige Monate als Selbstversorger in einer Gegend ohne Internetzugang verbracht und ich hätte keine Probleme das für den Rest meines Lebens wieder zu tun, wenn mir am Internet irgendwas nicht gefällt. Bei mir läuft das nach dem Motto: "Test me and you will fail, Google!"
 
Ich kaufe dann den Browser-Verlauf aller Kongress-Mitglieder bitte! Wuerde mich wundern, wenn sich da nichts Kompromittierendes findet.
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