FBI: Schutz eigener Malware wichtiger als Strafe für Kinderpornos

Die US-Bundespolizei wollte eigentlich die Kunden eines Anbieters von Kinderpornographie belangen. Vorerst ließ man den Prozess gegen einen Beschuldigten aber platzen. Die Behörden entschieden sich lieber dafür, die eigene Malware geheim zu halten. mehr... Hacker, Tastatur, Maus Bildquelle: Davide Restivo / Flickr Hacker, Tastatur, Maus Hacker, Tastatur, Maus Davide Restivo / Flickr

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Ich verstehe das nicht, bei einer Hausdurchsuchung hätte man feststellen können, ob er solches Material besitzt, insbesondere wenn sein Computer schon durch das FBI kompromittiert ist.
Der Besitz dürfte schwerer wiegen als der Besuch eines Portals, zumal man dabei ja die Absicht zum Besuch nachweisen müsste.
 
@Kribs: vielleicht wurde das ja gemacht und es geht hier um die leute bei denen man nicht finden konnte (weil unschuldig oder festplatte verschlüsselt oder sämtliche daten sicher gelöscht). In diesem fall scheinen sie jedenfalls keine weiteren Beweise zu haben.
 
@DNFrozen: Du brauchst auch einen Grund für die Durchsuchung. Wenn der illegal ist, ist alles gefundene Wertlos
 
@DNFrozen: Möglich, aber da wäre m.M.n. der Beweismangel der Einstellungsgrund, jedenfalls für einen Anwalt wäre das en exzellenter hebel, aber das US Justizsystem ist das sowieso schwer verständlich/nachvollziehbar.
 
@Kribs: Man darf nicht einfach Wohnungen durchsuchen. In Deutschland regelt das §102 ff StPO. §103: ...Bei anderen Personen sind Durchsuchungen nur zur Ergreifung des Beschuldigten oder zur Verfolgung von Spuren einer Straftat oder zur Beschlagnahme bestimmter Gegenstände und nur dann zulässig, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen zu schließen ist, daß die gesuchte Person, Spur oder Sache sich in den zu durchsuchenden Räumen befindet.... §107: ...Dem von der Durchsuchung Betroffenen ist nach deren Beendigung auf Verlangen eine schriftliche Mitteilung zu machen, die den Grund der Durchsuchung (§§ 102, 103) sowie im Falle des § 102 die Straftat bezeichnen muß....
 
@Nunk-Junge: Da ich im Kontext über die USA Schreibe, ist Deutsches Recht eher nicht anwendbar, da macht man sich seine Gedanken wie die Foreign Intelligence Surveillance Act oder der Patriot Act angewandt werden,
https://www.heise.de/newsticker/meldung/USA-Patriot-Act-Jedes-Jahr-Tausende-geheime-Hausdurchsuchungen-2434589.html

http://www2.hss.de/fileadmin/migration/downloads/1703HSS_Bericht_Gartzke_01.pdf

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kinderpornografie-hausdurchsuchung-nach-hinweis-durch-microsoft-a-1012713.html
 
@Kribs: Ich kenne das amerikanische Recht leider nicht. Aber grundlose Hausdurchsuchungen dürften auch dort nicht legal sein. Zumindest in amerikanischen Filmen und Serien brauchen auch die einen Richterentscheid, daher kann man wohl davon ausgehen, dass die Rechtslage dort ähnlich wie bei uns ist. Edit: Foreign Intelligence Surveillance und Patriot Act passen zu dem Thema überhaupt gar nicht. Das ist etwas völlig anderes.
 
@Nunk-Junge: Ich hab dir drei Links als Beispiel gegeben, das es eben nicht so "Schwer" ist wie im Vergleich bei uns.
 
@Kribs: Hast Du die Artikel überhaupt gelesen??? 1. Der Heise-Artikel sagt klar, dass Durchsuchungen genehmigt werden müssen. Die Genehmigungen müssen durch Richter erfolgen, wie man leicht googlen kann. Also wie bei uns. Im Gegensatz zu Deutschland müssen in den USA die Durchsuchten danach informiert werden. Der Heise-Artikel beschreibt, dass das immer öfter nicht geschieht (was dann wie bei uns ist) - und dass das vermutlich illegal ist. 2. Der Artikel des CSU-Stiftung behandelt eigentlich ein anderes Thema: Spionage fremder Mächte. Da gilt dann FISA. Aber selbst da steht wörtlich drin: "Zur Überwachung einer US-Person innerhalb der USA gibt es prinzipiell zwei mögliche Rechtsgrundlagen: Entweder mit richterlichem Beschluss oder auf Anordnung des US-Präsidenten." 3. Der Spiegel-Artikel beschreibt, dass man in Deutschland einen richterlichen Beschluss braucht. Auf die amerikanischen Vorraussetzungen für eine Durchsuchung geht er gar nicht ein.
 
@Nunk-Junge: Ich weiß das du den Kontext nicht verstehen WILLST.

1. Der Kontext ist, der auch wirklich leicht nachzuvollziehen ist, das der "Section 215 of the Patriot Act" dazu missbraucht wird Leicht an Durchsuchungsbeschlüsse zu kommen, hierfür recht ein Tatverdacht aus!
http://theoceancountylibrary.org/USPatriotActSection215.htm

2.Zweiter Absatz Seite 4.
"Die National Security Agency (NSA) kann nunmehr jegliche Telefon-
und Internetkommunikation zwischen den USA und dem Ausland (inklusive von US-Personen im eigenen Land) ohne vorherige richterliche Genehmigung abhören, sofern die involvierten Personenals potentielle Informationsquellen für die amerikanischen Geheimdienste interessant erscheine."
*Einfach die Information an US Behörden weiterleiten, Reaktion Hausdurchsuchung.

3. Microsoft (oder jemand anderer) weist Behörden auf den Versdacht von KP hin, Reaktion Hausdurchsuchung.
 
@Kribs: Sorry, DU HAST ES OFFENSICHTLICH NICHT VERSTANDEN. Lies doch mal Deine eigenen Quellen. Ein Anfangsverdacht kann zum Beispiel von Microsoft geliefert werden. Aber das kann jeder. Jeder Bürger, jede Firma, jede Behörde. Deswegen darf aber noch keine Hausdurchsuchung gemacht werden. Die muss ein Richter anordnen. Und der schaut, ob der Anfangsverdacht gerechtfertigt und ausreichend ist. Du blendest einfach die entscheidenden Punkte in Deinen Aussagen aus. Das wäre so, als wenn Du sagst: "Verbrecher kommen ins Gefängnis." Dazwischen stehen aber Ermittlungen der Polizei und Gerichtsverfahren. Das gehört zwingend dazu. Bevor Du antwortest, solltest Du wirklich mal Quellen und Gesetze lesen.
 
@Kribs: Und auf welcher Grundlage sollte die Hausdurchsuchung veranlaßt werden? Dann müßten sie ja die Software genauso preisgeben... eine Hausdurchsuchung muß man bei Beantragung schon handfest begründen können... anderenfalls wären die gefundenen Beweise ebenfalls nichtig. Ohne die durch die Malware erhobenen IP-Adressen wüßte man ja gar nicht, wo man durchsuchen sollte.
 
@starship: "Und auf welcher Grundlage sollte die Hausdurchsuchung veranlaßt werden?"

Z.B. ein anonymer Tipp an die Polizeidienstelle?
Lass deiner Phantasie mal freien Lauf.
 
Das ist eine extrem schwierige Situation. Zum einen kann ich den Richter verstehen der wissen will ob die Beweiskette wirklich valide ist. Was ein interesannter Punkt ist, denn es ist nicht wirklich geklärt in wie weit ein digitaler Beweiß auch sicher ist. Auf der anderen Seite will man SELBSTVERSTÄNDLICH dass dem Täter eines solchen wiederlichen Verbrechens das Handwerk gelegt wird.

Aber ich verstehe das FBI auch irgend wie. Entweder die Bringen jetzt X Leute vor Gericht und verlieren dann die Möglichkeit doppelt so viele in Zukunft zu überführen oder man belangt die jetzt und hat auch für die Zukunft ein Tool.

Wobei man nicht denken sollte, dass bei so einem Verbrechen der einfach weitermachen darf. Der bleibt ja trotzdem so oder so auf diversen Watchlists und die werden sicher probieren diese Mistkerle anders zu erwischen!
 
@Sam Fisher: Wer einen Kinderschänder schützt - und sei es durch zurückhalten von Beweisen - ist nicht besser als die Kinderschänder selbst, denn er duldet dass sie weitermachen.
 
@Sam Fisher: In Bigottistan denkt man halt anders: ein Kinderschänder ist keine "Gefahr für die nationale Sicherheit". Wär's ein islamistischer Bombenbauer gewesen. sähe die Sache wohl anders aus.

Traurig, aber wahr...
 
Haben die Beweise ein Verfallsdatum oder warum ist es ein Problem, einen Prozess vorerst auf unbestimmte Zeit (bis man die Malware ohnehin ändert) zu verschieben?
 
Wow, wenn nicht zum Einsatz gegen KiPo, wofür wollen sie sich den Exploit dann aufsparen?
 
@Memfis: Vielleicht suchen sie noch nach den Hintermännern dieses abscheulichen Verbrechens.
 
@Sam Fisher: Meine Vermutung ist eher, dass sie den Exploit für wirklich schlimme Verbrechen aufheben. Urheberrechtsverletzungen beispielsweise. Was sind schon diese paar Kinderleben? Sind eh traumatisiert und beim anderen kann man wenigstens richtig Kohle abgreifen.
 
@Memfis: Was hast du denn für eine Vorstellung von solchen Plattformen? Die Nutzer so einer Plattform sind nur kleine Zierfische in einem mittelgroßen Gartenteich.. Die wirklich echten Bösewichte treiben sich doch gar nicht auf so Plattformen rum?! Warum auch?! Das sind nämlich keine Pädophilen. An die echten Bösewichte, also die, die täglich in Indien Kinder entführen und zur Prostitution zwingen, kommen Sie doch gar nicht ran. Das ist auch der Grund warum man in den Nachrichten nur über die Hops genommen Forenuser berichtet, aber so gut wie nichts über die Fälle wie oben berichtet. Also ich würde mir lieber wünschen, dass sie mehr Energie da reinstecken, wo die wirklich abartigen Taten begangen werden, als sich an den Festnahmen von so kleinen Fischen so dermaßen aufzugeilen.
 
@Memfis: Keine Ahnung.. Vielleicht 5-jährige Kinder, die von Isis dazu abgerichtet werden "ungläubige" ab zu schlachten? Mütter/Väter die aus Frust, kaputter Psyche oder sonstigen Problemen, ihre Kinder physisch misshandeln, und damit meine ich nicht mal eben einen Klaps auf den Hintern, sondern wirklich abartiges oder mein Beispiel oben. Such dir was aus.. Mir geht es hierbei nicht den Exploit an sich, sondern um die Energie die aufgewendet wird.
 
@Memfis: vielleicht haben/hatten/werden Sie mehr als diese 135 im Visier haben.
 
@Memfis: Den Exploit brauchen sie noch, um immer wieder mal die Anti-Terror Sau durchs Dorf zu treiben...
 
wären paar mille schwarzgeld oder andere verwertbare güter im spiel, wäre das sicher nicht passiert.
aber geld > menschen - wundert mich (zumindest in den usa überhaupt) nicht
 
@sashaman: Seh ich genauso....stehen wieder wirtschaftliche Intressen gegenüber dem wohl mehrer Kinder. Eigentlich ist das, das Verbrechen.
 
@Xeroxxx: Liest sich eher so, als würden sie mit dem Tool eine Vielzahl Leute überwachen und evtl die eine oder andere Straftat verhindert , bzw welche Dingfest gesetzt haben.

Und wenn man nun "wegen der paar Täter" den Quellcode offen legt, wäre das nicht mehr möglich.
 
Den Quellcode offenlegen?!
Ist das nicht ein wenig over-the-top?

Immerhin scheinen sie ja schon offengelegt zu haben, WIE sie nun auf die Schliche gekommen sind. Das nun ein Experte (LOL.... oder der Richter mit Computer-Bild-Wissen) nun entscheiden soll, dass das Programm auch wirklich funktioniert und die Behörden keine Lügner sind.... ich weis nicht.

Eine Demonstration/ Nachstellen sollte ja genügen
 
@tomsan: Naja, nicht zwangsläufig, denn aus der Vergangenheit wissen wir, dass Behörden manchmal doch lügen um ihre Ziele zu erreichen. Im großen Ganzen ist es doch so, dass es notwendig ist, auch offenzulegen wie die Behörden zu den Beweismitteln gekommen sind. Einfach nur zu sagen "der Tatverdächtige wurde observiert" langt da nicht, denn es kann ja sein, dass der richterliche Beschluss zwar das observieren aus der Ferne erlaubt, es aber nicht heißt, dass manch übereifriger Beamter, nicht doch zu illegalen Mitteln wie zum Beispiel den Tatverdächtigen zu verwanzen, Telefon abzuhören usw. gegriffen hat. Daher muss das alles bis ins kleinste Detail protokolliert und dem Richter vorgelegt werden.
 
@tomsan: Hier mein Ermittlungsprogramm: >>>print 'tomsan ist ein Kinderschänder und IS-Terrorist'<<<. Das kann ist beliebig oft demonstrieren und viele Szenarien nachstellen. Trotzdem hält es - zum Glück für Dich - vor Gericht nicht stand.
 
@Nunk-Junge: Evtl.... und dann wird mein Rechner beschlagnahmt um nach weiteren belastenden Beweisen zu suchen.
 
@tomsan: Vielleicht. Aber wenn Du Filesharing-Urteile ansiehst, dann findest Du auch einige Verurteilungen, die sich nur auf die - erwiesenermaßen unzuverlässigen - Ermittlungen der IP-Adressen stützen. Die Rechner der Beschuldigten wurden gar nicht untersucht.
 
@tomsan: Darum verschlüsselt man ja auch besser seine Festplatten, denn dann finden die nicht einmal die Beweise die sie selbst über das Internet auf Deinem Rechner platziert haben, um Dich ins offene Messer laufen zu lassen und sich einen gelösten Fall mehr in ihren Karriereverlauf schreiben zu können. ;-)
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