E-Tickets statt Papierfahrscheine: BMVI stellt Fördergelder bereit

Auch im Jahr 2017 verwendet ein Großteil der Reisenden im Nahverkehr noch immer Papierfahrscheine oder Plastikkarten. Das soll sich nun ändern: Bis 2019 sollen bundesweit Chipkarten und Handytickets nutzbar sein. Insellösungen sollen möglichst ... mehr... Hannover, Zug, Üstra, Stadtbahn, Straßenbahn Bildquelle: Üstra Hannover Hannover, Zug, Üstra, Stadtbahn, Straßenbahn Hannover, Zug, Üstra, Stadtbahn, Straßenbahn Üstra Hannover

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
"Allerdings betrachten viele das Vorhaben auch kritisch: Eine einheitliche Mobilitätsplattform könnte Bewegungsprofile der Reisenden anfertigen und den Datenschutz der reisenden Person gefährden."

Ich unterstelle das genau dies die Absicht ist.
Ich will dagegen gar nicht mal pauschal gegen die E-Tickets sein. Eine Sinnvolle Umsetzung, die eine automatische (die günstigste) einzelverbinduns-Buchung vornimmt, wäre durchaus sinnvoll.

In Berlin kann man das E-Ticket derzeit ja nur als Fail bezeichnen. Nur für Abos vorgesehen, ist das Teil ziemlich nutzlos. Alle Pläne das Ding für Fahrgäste aller Art (auf Wunsch) auszustellen, wurden eingestellt.
 
@kkp2321: In den Niederlanden kann man eine Prepaid-Karte mit NFC-Chip erwerben und bucht sich damit in den Bahnen ein und aus, anhand der Bewegungen wird der Preis bemessen aber es ist alles komplett anonym. Es gibt also genug Möglichkeiten den Datenschutz zu wahren.
 
@otzepo: So sollte es sein
 
@otzepo: damit lässt sich ein Bewegungsprofil für diese Karte aber problemlos erstellen, dadurch, dass man auch noch beim Aussteigen auschecken muss, sogar ein sehr genaues. Ist man dann mal mangels Bargeld gezwungen die Karte mit EC- oder Kreditkarte aufzuladen, ist die Karte endgültig einer Person zugeordnet. "Komplett anonym" sind nur mit Bargeld am Automaten erworbene Papierfahrscheine, die man sobald sie nicht mehr benötigt werden entsorgen kann.
 
@Link: Warum denn schon wieder Papier? Du kannst doch auch ein NFC-Ticket bar bezahlen.
 
@Stratus-fan: was von den beiden ist deiner Meinung nach 1. billiger und 2. umweltfreundlicher, wenn man es nach jeder Fahrt entsorgen möchte?
 
@Link: Warum sollte ich es denn nach jeder fahrt entsorgen? Umweltfreundlicher ist ein Ticket, welches ich möglichst lange behalte. Eine Plastikkarte, die ich 10 Jahre nutze ist garantiert umweltfreundlicher als jeden Tag Papier zu verbrauchen.

Das Bewegungsprofil ist doch vollkommen unproblematisch, solange man es keiner Person zuordnen kann. Und auch nützlich für Verkehrsunternehmen, da man so das Netz (Linien, Takte, Hauptverkehrszeiten, Umstiegszeiten) viel besser optimieren kann.

Ernsthaft: Irgendwann ist es auch mal gut mit dem Privatsphäre-Rumgeheule.
 
@Stratus-fan: eine Karte langfristig wirklich anonym zu halten scheint aufgrund von beschränkten Möglichkeiten überall mit Bargeld aufzuladen nicht ganz einfach zu sein (siehe den Wikipedia-Link von otzepo weiter unten und auch meine Antwort darauf).
 
@Link: Im Notfall lassen wir einfach einen Abgleich der Bewegungsprofile von bar bezahlten anonymen Prepaid Karten und den unanonymen Handybewegungsprofilen laufen. Mit der Annahme, dass der Bahnfahrer auch sein Handy dabei hat lässt sich nach einiger Zeit mit zureichender Verlässlichkeit auf die Person schließen. Lasset alle Hoffnung fahren :)
 
@Link: Bei einer übertragbaren Karte, die man in jedem Kiosk kaufen kann und einfach austauschen kann, wenn man das Guthaben aufgebraucht hat, ist eine Angst vor Tracking schon eher als Paranoia einzustufen.
https://de.wikipedia.org/wiki/OV-chipkaart

Ich möchte behaupten, dass beim Kauf der Karte keinerlei persönliche Informationen an die Verkehrsbetriebe übermittelt werden. Es wär überhaupt nicht praktikabel, dann müssten die den Verkauf auf eigene Verkaufsstellen begrenzen.
 
@otzepo: "einfach austauschen" ist nicht, scroll runter bis "Anschaffungskosten" (die man bei einem simplen Papierfahrschein nicht hat). Das kombiniert mit re:2 von ElGonzales ergibt durchaus einen geringeren Datenschutz als ein Papierfahrschein. Hinzu kommen das, was direkt unter den Anschaffungskosten unter "Datenschutz" steht.
 
@Link: Also vor ca 6 Jahren war die Karte meiner Meinung nach zu dem Preis zu bekommen der auch an Guthaben drauf war, ich glaube 20 EUR waren das. Inzwischen kostet der Spaß 7,50 EUR ohne Guthaben. Auch hatte ich eine komplett anonyme SIM-Karte gekauft und genutzt, für eine Registrierung hätte man Guthaben geschenkt bekommen, aber niemand hat einen dazu gezwungen, keine Ahnung wie das heute ist.

EsGonzales Aluhut-Idee ergibt für mich überhaupt keinen Sinn, warum sollte ich denn die Fahrten auswerten, wenn ich sein Bewegungsprofil schon vom Handy kenne? Lasst doch mal die Paranoia bleiben, klingt ja schon eher peinlich, wenn man denkt die Stadtverwaltung arbeite mit den Mobilfunkanbietern zusammen, um herauszufinden wem die Fahrkarte gehört. Da können die im Fahrkartenautomat auch von jeder Münze die Fingerabdrücke nehmen um abzugleichen wer sich dort eine Karte gekauft hat, klingt genau so plausibel.
 
@otzepo: "warum sollte ich denn die Fahrten auswerten, wenn ich sein Bewegungsprofil schon vom Handy kenne?"
z.B. um das Bewegungsprofil um Fahrten ohne (eingeschaltetes) Handy zu ergänzen.

Und nein, nicht die Stadtverwaltung mit Mobilfunkanbietern, sondern Polizei & Co., die eine zusätzliche Datenquelle haben.
 
@Link: Wenn diese Fahrkarte ohne das Handy unterwegs ist gehe ich mal davon aus, dass der Besitzer die Karte verliehen hat, denn die ist übertragbar. So bekommt man keine zuverlässigen Daten und daher ist dieses Szenario an den Haaren herbei gezogen.
 
@otzepo: Ja, so ein System gibt es in vielen Ländern. In Taiwan und Japan funktioniert das genauso (z.B. die 'Suica Card' in Tokyo, ist aber landesweit nutzbar und in der Metropolregion Tokyo auch in einigen Supermärkten).

Letztendlich hat die Erfassung von Fahrgastströmen ja einen Vorteil: Man weiß damit endlich genau wie viele Menschen wann und wie von A nach B fahren und kann so das Netz sowie Anschlüsse optimieren. Dazu muss man aktuell noch statistisch eher ungenaue Befragungen durchführen. Allerdings reicht einem dieser Datensatz ja auch wirklich anonymisiert.
 
Dann sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie man diese E-Tickets möglichst zügig kontrollieren kann.
Ich fahre täglich durch 2 Verkehrsverbünde:
Beim einen bekommen Abonnenten eine Karte mit einem Barcode vorne drauf, den können die Kontrolleure in 2 Sekunden und auch aus einiger Entfernung scannen und so schnell durch den Wagen gehen.
Beim anderen ist die Karte nur mit Funktechnik ausgestattet. Der Kontrolleur muss jede einzelne Karte an sein Gerät halten und die Überprüfung dauert jeweils ca. 5-10 Sekunden. Das bremst den ganzen Vorgang ziemlich aus und führt dazu, dass viele Kontrolleure die Karten gar nicht mehr digital prüfen.
 
@Test9951: Ist doch toll. Wenn ich mal in Berlin bin, kann ich auf mit meiner abgelaufenen Abokarte kostenlos und ohne Angst vor Kontrolle Bus fahren :)
 
Übrigens ist die "Überwachungsfunktion", die beim VBB einen Skandal ausgelöst und zur Abschaltung der Lesegeräte in Bussen (werden die mittlerweile eigentlich wieder genutzt?) hat beim RMV immer noch der Normalzustand. Anscheinend findet das in Frankfurt auch niemand weiter störend.
 
wenn man sich so eine plastikkarte anonym besorgen kann und diese dann mit bargeld aufladen kann, wäre das so eben noch akzeptabel. anderenfalls bin ich dann nur noch im auto unterwegs
 
@Trabant: ich habe letztens festgestellt, dass "nur noch im auto unterwegs" immer dann nur eingeschränkt möglich ist, wenn das Auto zur Inspektion muss und man nicht warten will oder kann, bis es fertig ist.
 
@Trabant: Dann mach das halt. Für die ÖPNV-Betreiber spielt die Anzahl an Kunden sowieso nur eine untergeordnete Rolle, weil das Ganze eh ein Zuschussgeschäft ist.
Man lässt das Auto ja auch nicht ohne Grund stehen und fährt mit dem ÖPNV, sondern meist dann, wenn per Auto sehr ungünstig ist (keine Parkplätze am Zielort, sehr viel Verkehr/Stau, usw.). Da schießt man sich dann vor allem selber ins Knie, wenn man den ÖPNV komplett meidet.
 
In London läuft es mit der Oyster Karte schon seit Jahren gut. Kostenlose Oysterkarte mit Guthaben aufladen, beim Einsteigen und Aussteigen durch den Scanner ziehen, fertig. Sollte auf der Karte zu wenig Guthaben beim Auschecken drauf sein, muss man vorm Auschecken nachladen.
 
@Remotiv: Ja, vergleichbare Modelle gibt es überall auf der Welt. Japan, Taiwan, Malaysia (KL)...
 
@Remotiv: Kostet die nicht mehr GBP 5 Schutzgebühr? Die hatten das doch eingeführt, weil jeder seine Oyster hat fallen lassen wo er stand - gabs ja kostenlos überall neu.

"Die Welt" (einschließlich London) hat aber einen Vorteil gegenüber D. Dort gibt es mehr oder weniger gut verteilt Sperrvorrichtungen - in London und Paris zB kommt man gar nicht auf den Bahnsteig, ohne ein gültiges Ticket zu haben, weil einen die Schranken nicht durchlassen (okay, außer die sind kaputt). Das wälzt viel Kontrollbedarf ab.

Hier in D kann jeder machen was er will auf Vertrauensbasis. Die ist aber blöderweise schon seit Jahrzehnten eher tot. Wenn man also per simplen Tracking bezahlen soll, so wie es zB die Bahn versucht (hat?) dann wird das insbesondere bundesweit auf Endloskosten rauslaufen. Entweder weil man die Infrastruktur schaffen muß, daß eben nicht mehr jeder auf jeden Bahnsteig kommt, oder weil massiv in Kontrollettis samt zugehöriger Kontrollmöglichkeit(plus Infrastruktur da dazu) erforderlich werden.

Das wird wohl wieder so ein Fall von, Wir sind Deutschland und deswegen können wir alles besser als diese anderen Idioten da draußen obwohl die Erfahrung haben und wir nicht, und das Ergebnis DAVON konnten wir ja schon in vielfacher Ausfertigung bewundern.
 
@RalphS: Das mit der Schutzgebühr kann natürlich inzwischen sein. Bzgl dem Einsatz von Kontrolleuren weiß ich, dass die hannoversche Üstra Gewinne durch die Kontrollen einfährt. Die Kontrolleure sind 1€ Jobber und pro Schwarzfahrer (darf man das noch sagen?) gibt es 60€
 
@Remotiv: Inzwischen muss man die 5€ hinblättern, wobei das auch nicht weiter schlimm ist. Wobei es in Hamburg aber schon gar keine "richtigen" Kontrolleure mehr gibt. In Bussen sollen das die Fahrer machen und in Bahnen wird man höchstens einmal im Jahr Kontrolliert, auf manchen strecken inzwischen gar nicht mehr.
 
Das System "Touchpoint" was in Berlin und Brandenburg verfügbar ist, ist z.B. keine gute Lösung.

Denn hier scannt man am Anfang und am Ende der Fahrt an der Haltestelle ein QR-Code oder nutzt das NFC dieser Station. Das ist ja noch akzeptabel.

Aber während der ganzen Fahrt läuft immer das GPS mit und übermittelt meine komplette Fahrtstrecke zum Anbieter. Sollte während der Fahrt das Smartphone/Tablet ausfallen (Abstürzen/Akku leer) so habe ab diesem Zeitpunkt keinen gültigen Fahrschein mehr.
 
@basti2k: Streckenscan halte ich auch für völlig sinnlos, da die Fahrzeuge sowieso immer an bestimmten geographischen Punkten halten. Es reicht wenn man die Haltestellen in ein Verhältnis zueinander setzt.
 
@Remotiv: Bei Gelegenheit lohnt immer mal auch ein Blick in die Beförderungsbedingungen.

Da stehen dann so Dinge drin wie "wir behalten uns vor, im Sonderfall mit der Polizei zusammenzuarbeiten und denen die Trackingdaten zu überlassen".

Sinnlos ist das also überhaupt nicht. Irgendeinen Vorteil muß das ja haben mit den eTickets.
 
In München muß man sich an einem Automaten (XP- System) durch Menues hangeln, um dann sein Tagesticket (Billiger als Streifenkarte) zu kaufen. Zahlung per Bargeld, Kreditkarte, usw. möglich.
Problem:
- unmögliche Menue- Führung (für Gelegenheitsfaher eine Strafe...)
- Defektgeräte (oder ewige Laufzeit)
- Warteschlange
- akzeptieirt meine Zahlungsmittel (Münzen) nicht
... und S- Bahn ist am einrollen...

Wunsch: Man kauft sich das Ticket Daheim am PC oder Handy, zahlt per PayPal und druckt das Ding aus oder personalisiert es mit dem Ausweis oder dem Handy.

Kontorlle:'
- entweder hat man das Paper dabei... OK
- oder das Ticket ist zentral gespeichert und der Ausweisscan reicht für das OK.
 
@AWolf: Da lob ich mir das Modell mit dem zentralen Backend plus NFC.

Einchecken? Karte langwischen.

Auschecken? Dasselbe.

Karte nicht ausreichend gedeckt? Kurze Frist (zB bis Tagesende) daß man das nachzahlt, zB über Onlinezugang. Ansonsten halt ordentlich Verzugszinsen.

Automaten? Extra Zahloption (plus bar+Karte) direkt vom Konto abbuchen.

Contra ist natürlich die noch bessere Trackingmöglichkeit, weil das ja dann zwangsläufig ein personalisiertes System wäre.

Was sowas in D sicherlich schwer akzeptabel macht. Plus, die fehlenden Kontrollmöglichkeiten.

... wie sinnvoll das natürlich wäre wenn man sozusagen zwanghaft ganz D da dran beteiligen soll, ich weiß nicht. Da hätte ich als Betreiber schon pauschal was dagegen.

Warum sowas immer zentralisiert werden muß ist mir eh ein Rätsel. Wo ist das Problem, wenn jeder seins macht? Kann man ja so handhaben, daß nach Bedarf(!) Ticket A mit Verkehrsverbund B gültig geschrieben wird, zB weil man das Glück hat, direkt an der VVB-Grenze zu wohnen.
 
Frage mich grade, wie und per welcher Art & Menge an Datenerfassung bei jenem übergreifenden System eigentlich unterbunden wird / werden könnte, das jemand die Zeitspanne, zwischen den Fahrkartenkontrolleur entdecken und selber kontrolliert werden, nutzen kann, schnell noch ein gültiges / vorzeigbares Ticket aufs Smartphone zu zaubern...
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles