Mail.ru-Gründer: Mit dem offenen Internet von einst ist es vorbei

Geht es nach dem Mitgründer des russischen Internetkonzerns Mail.ru, hat der Protektionismus einiger Regierungen jüngst dazu geführt, dass es kein wirklich "weltweites Internet" mehr gibt. Vor allem neue Gesetze hätten dafür gesorgt, dass man heute ... mehr... Russland, VKontakte, Dmitry Grishin, Mail.ru Bildquelle: IEEE Spectrum Russland, VKontakte, Dmitry Grishin, Mail.ru Russland, VKontakte, Dmitry Grishin, Mail.ru IEEE Spectrum

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Angesichts des Patriot Act II und des Verhaltens von US-Behörden, war die nationale Speicherung von Nutzerdaten ein notwendiger und begrüßenswerter Schritt.
 
@Chris Sedlmair: Warum ist das begrüßenswert? Hier geht es doch nur darum, dass russische Behörden (inkl. Geheimdienst) einfachen Zugriff auf die Daten bekommen. Die Daten der russichen Nutzer können (und werden) weiter zusätzlich auf amerikanischen Servern gespeichert, wo dann NSA und co. Zugriff haben. Sehe da aus Nutzersicht absolut keinen Vorteil.
 
@john-vogel:
Wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte man nicht lokal speichern müssen. Man kann dafür nicht Leute verantwortlich machen, dass sie auf so ein Drecksgesetz (von einer Demokratie!!!) reagieren.

Schön wäre gewesen, wenn nach Snowden die Menschen richtig reagiert hätten, ihre Regierungen dazu gezwungen hätten dies abzustellen, aber stattdessen waren alle leise und die machen genauso weiter, oder sogar schlimmer, und fühlen sich durch so eine Passivität der Bevölkerung dann natürlich bestätigt. Sie können sogar noch dreistere Dinge tun, ohne dass was passiert. Und das tun sie schon, und das wird sich noch steigern.
 
@john-vogel: Die Rolle von Google und einigen anderen US-IT-Unternehmen im "Arabischen Frühling" und beim "Maidan", wo durch westliche Einflußnahme Regierungen souveräner Länder gestürzt und ein Haufen Irre an die Macht gebracht wurden, ist Dir bekannt? Eine alleinige nationale Speicherung wäre natürlich noch besser. Aber so hat man wenigstens einen besseren Überblick. Und anders als bei uns, würde Rußland einen Russen, der in Rußland lebt auch schützen, wenn US-Behörden auf Basis von US-Recht an Hand von Nutzerdaten in den USA gegen ihn vorgehen. In Rußland ist russisches Recht vorrangig. In Transatlantistan, wozu Deutschland gehört, sähe das ganz anders aus. Hier läßt die Regierung auch wissentlich Leute, die in Deutschland leben, von den USA foltern, ohne einen Mucks von sich zu geben.
 
Es gibt doch immer Alternativen und Ausweichmöglichkeiten.
Das neue Internet funktioniert dezentral (komplett Serverlos und ohne weitere Zwischendienste), die IP-Adressen werden verschleiert und der der Informationsaustausch ist mehrfach verschlüsselt, ggf. werden auch die Informationen verteilt und dezentral verschlüsselt auf den Festplatten der Anwender verstreut gespeichert. Dadurch können Informationen und Dateien nicht zensiert, blockiert oder gelöscht werden und auch der Ersteller der Information seine Identität nicht preis geben.
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So funktioniert z.B. mit dem Freenet-Netzwerk,
das Netzwerk besteht aus einen Aufbau aus Rechnern, dessen Ziel darin besteht, Daten verteilt zu speichern und dabei Zensur zu vereiteln und anonymen Austausch von Informationen zu ermöglichen. Dieses Ziel soll durch Dezentralisierung, Redundanz, Verschlüsselung und dynamisches Routing erreicht werden. Vereinfacht kann man das Freenet als vagabundierenden Datenbestand betrachten, auf den alle Teilnehmer gleichberechtigt zugreifen können. Zentrale Nameserver, Serverfestplatten und ähnliche Strukturen werden konsequent konstruktiv vermieden. Es wird nur die Übertragungsfunktionalität des regulären Internet benötigt.
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Oder dem I2P-Netzwerk, wo jede Datenübertragung mehrfach verschlüsselt ist und zusätzlich der Datenverkehr über sich ständig wechselnde Teilnehmer und unterschiedliche Tunnels (Netzwerkketten) geleitet wird und zudem auch die Empfangspunkte einer Nachricht wiederum durch ein Verschlüsselungsverfahren geschützt sind. Zumal sich mit I2P die Informationen und Dateien bei Bedarf auch verschlüsselt, dezentral sowie willkürlich verteilt auf den Festplatten der Anwender speicher lassen.

https://freenetproject.org/
https://geti2p.net/de/

Mit Quantensatelliten gehen die Chinesen nochmal einen Schritt weiter. Damit wollen Sie ein eigenes dezentrales Internet schaffen was per Teilchen-Physik funktioniert und dessen Informationsaustausch man nicht in der Übertragen von Informationteilchen überwachen kann.
Sie Chinsesen setzen auf eine besondere Technik und überholen Amerikaner und Europäer in einem entscheidenden Bereich.

https://www.welt.de/wirtschaft/article157720078/Chinesen-planen-abhoersichere-Internet-Satelliten.html
 
@ContractSlayer: Solange dieses "Freenet" fremde Backbonesysteme nutzt, können die sich Kopfstellen und mit den Beinen wackeln, es läuft über zentrale Knoten, wo die Daten abgreifbar sind. Sie müssten für "Ihr" Netzwerk schon komplett eigene Infrastrkturen aufbauen.
 
@iPeople: Freenet ist nur eine Möglichkeit von Vielen und spielt nur einen Bruchteil von neuen Ideen die über die Jahrzehnte noch einstehen werden genauso wie das Internet selbst.
Es wird immer gewisse Konflikte bzw. Änderungen in Systemen/Netzwerken einstehen, dass wiederum sorgt aber für neuen Ideen, Konzepte, Methoden und Möglichkeiten.
Wäre das Internet nicht so wie es jetzt ist mit all der Zensur, Überwachung, Werbung, gewisse Einschränkungen etc. gäbe es keine Netzwerke wie TOR, I2P, RetroShare, Freenet oder andere anonyme, verschlüsselte Methoden um Informationen auszutauschen.
Und dieses spiel zwischen Katz und Maus geht ständig weiter.....
 
@ContractSlayer: Zensur und Überwachung ist eine direkte Konsequenz auf das Gebaren einiger weniger im Internet, die meinten, das Internet wäre ein Raum ohne Rechtmäßigkeit.
 
Ist das "Freie" Internet nicht schon von Beginn an eine Illusion gewesen? Man konnte schon früher nicht überall zugreifen, auch ohne Gesetze, es waren die Anbieter der Dienste, die den Zugang regulieren und eigene Regeln für die Nutzung aufgestellt haben, was auch heute noch so ist. Gegängelt wird man eher von komerziellen Webseitenbetreibern, die einem für die Nutzung immer mehr penetrante Zwangswerbung aufdrängen, dazu die Gesetze der Regierungen und die AGBS der Provider. Alles zusammen sorgt dafür, dass es kein "Freies" Internet gibt oder je gegeben hat. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
 
@Norbertwilde: Und das ist gut so in gewissen Bereichen. Das Internet ist und darf kein Rechtsfreier Raum sein. Den entweder gelten alle meisten Gesetze auch im Internet oder keine. Bei "keinen" haben bis auf die "Kriminellen" dann aber niemand mehr was zu machen im Internet!
 
@Scaver: Sicherheitsfetischist.
 
Es war doch gerade der Mythos vom "freien Netz", welcher dazu führte, dass einige Individuen sich in einem rechtsfreien Raum zu befinden dachten, was wiederum die Überwachung durch politische und juristische Institutionen auf den Plan rief.
 
@iPeople: Genau das!
 
Also ich surfe schon deshalb nicht auf russischen Seiten, weil ich kein Russisch kann... und ich nichts von der dortigen staatlich gesteuerten "Lügenpresse" halte. Aber letztere kommt ja ganz ungefragt von selbst zu uns rüber ^^
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