Microsofts Surface-Stylus könnte künftig per Induktion geladen werden

Microsoft setzt seit seiner Surface-Reihe voll und ganz auf die Bedienung per Touch bzw. Stylus. Das Redmonder Unternehmen bevorzugt aktive Stifte, derartige Geräte haben allerdings einen "Nachteil": Sie benötigen Strom. Diesen liefert derzeit eine kleine mehr... Surface, Microsoft Surface, Aufladen, Surface Pen, Induktion Bildquelle: Patentscope Surface, Microsoft Surface, Aufladen, Surface Pen, Induktion Surface, Microsoft Surface, Aufladen, Surface Pen, Induktion Patentscope

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ich frage mich ob es nicht rein technisch möglich sein sollte, den Stift bereits während der Nutzung über das "Display" zu laden...
So viel Energie braucht der ja nicht... und eine "Induktionsschleife" verbraucht auch nicht sonderlich viel Platz...

nur so ne Idee :), wenns einfach wäre, hätte es vermutlich schon jemand gemacht...
 
@baeri: Wacom macht das so und hat auch ein Patent darauf...
 
@gutenmorgen1: Die Stifte von Wacom werden nicht geladen. Die enthalten keine Batterie. Seit meinem ersten Tablet von Anfang des Jahres 2005 arbeite ich mit Wacom Pendisplays. Der Ersatz-Stylus für mein erstes Tablet lag seit fast 10 Jahren unbenutzt im Schrank bevor ich ihn vor einiger Zeit herauskramen musste, weil meine Tochter ihren auf Besuch bei Verwandten bei denen liegenlassen hatte. Der funktionierte trotzdem sofort. Daher hat der definitiv keine Batterie die geladen werden müsste.

Die Wacom-Technologie funktioniert zwar per Induktion, diese wird aber nicht genutzt um eine Batterie im Stift zu laden, sondern um eine batterielose Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Stift und Display zu ermöglichen. Dazu erzeugt das Display ein elektromagnetisches Feld durch welches sich der Stift mit einer in seiner Spitze verbauten Spule bewegt, welche aus diesem Feld Energie für den Betrieb eines Schwingkreises mit Modulator und einem Steuerchip im Stift aufnimmt. Auf diese Weise ist es dem Stift möglich dem Display mit der vom Display aufgenommenen Energie ein Signal zu senden, welches von horizontal und vertikal ausgerichtete Antennen im Display empfangen wird.

Über dieses vom Stift gesendete Signal kann nicht nur die Stiftposition schon beim berührungslos über dem Display schwebenden Stift erkannt und angezeigt werden, sondern man kann bereits bei diesem berührungslosen Schwebezustand per Modulation des vom Stift gesendeten Signals dem Display auch mitteilen, wann eine der Tasten auf dem Stift gedrückt wird.

Die von Microsoft seit dem Surface 3 eingesetzte N-trig-Stifttechnologie braucht hingegen gleich mehrere Batterien und führt damit nicht nur zu einem dicken und schweren Stift, sondern macht den Stift auch wartungsintensiv und es kann einem passieren, dass der Stift mitten in einer Präsentation nicht mehr funktioniert, weil dessen Batterien leer sind. Microsoft verbaut seit dem Surface 3 also ganz klar eine minderwertigere Stifttechnologie.
 
Ich würde noch ein Schritt weiter denken. Der Stift ist aktuell nicht viel stärker als das Tablett. Stift ein mm schmaler, Tablett 1mm stärker und schon könnte ich mir vorstellen, dass man den Stift in eine intelligente Induktionsladestelle hineinschiebt. An der Magnethalterung sind zumindest keine Lüftungsschlitze im Weg. Wenn die Technik noch filigraner wird und Microsoft dem Surface noch ein Zoll Diagonale spendet, sollte es klappen.
 
@twilight...: Sehe ich genau so. Den Akku könne man entsprechend klein im Stift gestalten und dann einen Einschub schaffen wie beim Lenovo X1 Yoga. Das wäre eine deutlich komfortablere Lösung als die Befestigung seitlich am Gerät.
 
>>Das Redmonder Unternehmen bevorzugt aktive Stifte, derartige Geräte haben allerdings einen "Nachteil": Sie benötigen Strom.<<

Das Redmonder Unternehmen ``bevorzugt'' deshalb aktive Stifte, weil sie dann keine Lizenzgebühren für die mit einem induktiven Pen und daher ohne Batterien auskommende Stift-Technologie der Firma Wacom zahlen müssen, welche schon seit langer Zeit bei den Stiftdigitizern marktführend ist.

Wenn ich mich recht erinnere, kamen bis einschließlich des Surface 2 alle früheren Surfaces mit der überlegenen Wacom-Technologie. Zur Gewinnmaximierung entschloss sich Microsoft dann aber den israelischen Stiftdigitizer-Hersteller N-trig in den eigenen Konzern einzugliedern, dessen Displays in die Surfaces zu verbauen und sich so die Lizenzgebühren an Wacom zu sparen.

Hier ist die Meldung zur Übernahme von N-Trig durch Microsoft:

http://winfuture.de/news,86941.html

Zu dem Artikel hatte ich damals auch Kommentare geschrieben und unter anderem auch weitere Nachteile der N-trig-Technologie aufgezählt. Es gibt nämlich nicht nur das Problem mit den 3! Batterien im Stift, welche den Stift dick und schwer machen und den Wartungsaufwand bzw. die Ausfallrate im Betrieb erhöhen (Ich hatte mittlerweile schon einen Kollegen dem in einer Beamerpräsentation vor Publikum der Stift wegen leerer Batterien ausgefallen ist und der dann erklärende Skizzen wieder mit Kreide an die Tafel anzeichnen musste und sich dann den Touchscreen seines Surface mit dem Kreidepuder eingedreckt/zerkratzt hat. Der war sehr begeistert. So etwas konnte mir schon im Jahre 2005 mit meinem ersten Tablet Convertible und der darin verbauten Wacom-Technologie nicht passieren. Der Stift funktionierte schon da ohne Batterien und damit so lange, wie das Tablet mit Spannung versorgt wurde. Man musste also nur den Ladezustand der Notebookbatterie im Auge behalten und nicht noch auf den der Batterien im Stift achten um arbeiten zu können.), sondern noch einige weitere.

>>Der Surface Pen ist eine aktive Variante dieser Art der Bedienung, da dies die Genauigkeit verbessert und auch Funktionen wie Buttons und Schwebe-Interaktion ermöglicht.<<

Die Aussagen im zweiten Halbsatz sind komplett falsch. Die N-trig-Technologie ist auch mit Batterie keinesfalls genauer als die von Wacom ohne Batterie und schon mein erster Wacom-Stift im Jahre 2005 hatte zwei aufgesetzte Tasten und seine Position wurde schon im Schwebezustand über einen Zentimeter über dem Display erkannt und auch die Tasten funktionierten ohne Kontakt des Stiftes mit dem Display, so dass man mit diesem ohne das Display zu berühren einen ``Mausklick'' auf ein Icon ausführen konnte. Das alles geht also auch ohne Batterie im Stift, denn mein Tablet von 2005 habe ich noch und auch wenn ich die BIOS-Batterie inzwischen mal auswechseln musste, habe ich beim Stift noch nie eine Batterie wechseln müssen und der ist immer noch komplett funktionsfähig inklusive seiner Tasten. Es gibt also keine technische Notwendigkeit für eine Batterie im Stift um höhere Genauigkeit oder Buttons und Schwebe-Interaktionen zu ermöglichen.

Fazit: Die Batterien im Surface-Stylus haben schlichtweg keine Vorteile außer das Microsoft sich die Lizenzgebühren an Wacom spart und damit, während der Preis des Geräts unverändert hoch bleibt, pro verkauftem Surface mehr Gewinn einstreicht während der Nutzer die schlechtere Stylus-Technologie bekommt.

Es gibt sogar noch weitere Punkte, welche die N-trig Technologie im Surface für Profis zur zweiten Wahl machen:

Wacom Stifte erlauben es, im Gegensatz zu den N-Trig Stiften von Microsoft, die Digitale Stiftspitze durch verändern des Winkels des Stiftes zur Displayoberfläche zu beeinflussen.

Und wenn ich schon beim Stiftwinkel bin, hier noch eine Beobachtung, die ich vor einiger Zeit beim Zeichnen auf einem Surface machte: Hält man den Stift schräg in der Hand, wie es sich nunmal am natürlichsten für die meisten Menschen anfühlt, dann verschwindet beim Surface Pen mit der N-trig-Technologie die digitale Spitze gerne unter der physikalischen Spitze, was dazu führt, dass man nicht genau erkennen kann, wo man gerade den Strich angesetzt hat. Bei meinen sämtlichen Wacom Desktop-Pendisplays und Tablet-Convertibles mit Wacom-Pendisplays ist mir das noch nicht passiert.

Auch die Verzögerung der digitalen Stiftspitze im Vergleich zur realen Stiftspitze beim schnellen Hin- und Herbewegen des Stiftes über dem Display war bei meinem letzten Vergleichstest bei der Wacom-Technologie immer noch etwas geringer als beim N-trig Pendant, wodurch sich das Zeichnen mit der Wacom-Technologie näher am Papier-Original anfühlt.

>>Auch muss der Stift am Surface irgendwie befestigt werden. Da für eine Einschiebe-Lösung wie beim Galaxy Note von Samsung kein Platz ist, wird der Microsoft-Stylus derzeit meist per Surface Loop, einer längeren Schleife aus Stoff, am Gerät befestigt.<<

Dieses Problem ist der wegen der Batterien nötigen Dicke des Surface-Stiftes und dem unvernünftig dünnen Surface selbst geschuldet. Unvernünftig dünn auch deshalb, weil es keinen funktionellen Nachteil bedeuten würde, wenn das Gerät um die zwei Zentimeter dick wäre und dann nicht nur der Stift von N-trig eingeschoben werden könnte, sondern auch Platz für einen größeren Wechselakku vorhanden wäre statt dem derzeitig fest eingebauten Mini-Akku, der beim Videorendern nicht einmal zwei Stunden durchhält und einen dann an eine möglicherweise tagsüber unterwegs nicht vorhandene Steckdose zwingt.

Wie man sieht, ist der Stift nicht die einzige Fehkonstruktion an den heutigen Surfaces.

Wieso diese Geräte bei den Preisen trotz ihrer konstruktionsbedingten Mängel eifrig gekauft werden ist für mich rational nur durch die Macht der multimedialen Werbe-Gehirnwäsche, die offenbar bei vielen Menschen wirkt, in Tateinheit mit Fehlinformationen durch die Fachpresse, wie den von mir im obigen Artikel bemängelten Aussagen, die Batterie im Stift würde gegenüber Lösungen ohne Batterie die Genauigkeit erhöhen und Buttons plus Schwebe-Interaktionen überhaupt erst möglich machen, erklärlich.

Fazit: Microsoft könnte sich die ganze Bastelei mit einem Stiftladegerät, was wiederum kaputt- oder verlorengehen kann, den Akku des Surface belastet und sogar bei unvorsichtiger Handhabung einen USB-Anschluss am Gerät beschädigen könnte sparen, wenn sie auf die bessere, batterielose Stylus-Technologie des Marktführers in diesem Bereich setzen würden und sie könnten ein von der Kühlung (Mehr Platz im Gehäuse = bessere Kühlungsmöglichkeiten) und der Mobilität (In Sekunden gegen einen vollgeladenen Akku tauschbarer Wechselakku = keine Zwangsaufenthalte an der Steckdose mehr, sobald ein Akku leer ist.) besser funktionerendes Gerät bauen, wenn sie das Surface nicht so unvernünftig dünn bauen würden. Aber warum sollten sie das tun, solange sich die derzeitigen Fehlkonstruktionen über ihr Design gut verkaufen und der Gewinn pro Gerät durch die billigere Stifttechnologie sogar noch höher ist?
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