Kopierer statt Download: Deutschen Unis droht Rückfall in die 80er

Im Umfeld der Universitäten kocht aktuell die Wut über den neuen Rahmenvertrag zum Umgang mit Urheberrechten hoch. Es steht zu befürchten, dass das Studium wieder technisch auf den Stand der Vor-Internet-Ära katapultiert wird - mit langen Schlangen ... mehr... Universität, Ausbildung, Vorlesung Bildquelle: native-energie.de Universität, Ausbildung, Vorlesung Universität, Ausbildung, Vorlesung native-energie.de

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Kaum hat die eine Verwertungsgesellschaft mal ein wenig die Wogen geglättet, muss auch schon die Nächste das Image wieder zurechtrücken.
 
@crmsnrzl: Die haben echt nicht mehr alle Latten am Zaun.
 
@crmsnrzl: Jo, Kundenfreundlichkeit ist nicht wirklich das Ziel von solchen Unternehmen, sollte es aber sonst haben sie bald nichts mehr zu tun... das Begreifen mittlerweile selbst Bürgerämter!
 
Einfach einscannen und via USB und Internet verteilen
 
@lesnex: Auch das ist verboten. Es dürfen keinerlei digitale Dokumente mehr verbreitet werden, die irgendwo publiziert wurden: Keine Sticks, keine Maillisten, keine Plattformen.
 
@regulator: Ich glaube er meint so was wie, ne Kanone mit USB-Sticks füllen und sie auf dem "Schulhof" in die Luft abfeuern. Dann liegen da irgendwelche unbekannten anonymen Sticks. Verboten? Ja. Nachweisbar? Nein.
 
@Shadow27374: Es gibt an Unis durchaus Studierende, die von gewissen Verlagen als "IM" angestellt werden und Urheberrechtsverletzungen melden sollen. Namentlich macht z. B. die FAZ sowas. Es ist also für die Dozenten nicht ungefährlich diese Regelungen zu umgehen.
 
@regulator: Das wusste ich noch nicht, aber wirklich wundern tun mich solche Spitzel nicht. Dann muss man eben nem jugendlichen nen paar € in die Hand drücken und der feuert das dann per "Kartoffelkanone" o.ä. in die Luft. Muss man ja nicht selber machen. Die großen Fische wie Regierungschefs etc. machen sich die Hände ja auch nicht selber schmutzig und kommen durch. ^^
 
@regulator: Muss ja nicht der Dozent machen. Zwei Studenten stellen sich hin und Scannen den quark ein und geben es den anderen. Hat bei uns auch funktioniert bei den (Informatik-)Profs die vor 10 Jahren das Internet für Teufelszeug hielten (ja, es gab da zwei).
 
@regulator: Nehmen wir z.B. Demonsaw, wie will man nachweisen wer das hochgeladen hat?
 
@regulator: das interessiert mich als (nicht mehr) Student aber herzlich wenig. Ich hab neben Informatik noch zwei Studien belegt und in einem davon haben einige Professoren ihre eigenen Bücher als pflichtliteratur gehabt - zu kaufen in der Unibuchhandlung um je ~30?. Ich hab mir kein einziges davon gekauft.
 
@Ludacris: Man kann ab dem 01.01.2017 - sofern es keine kurzfristige Einigung gibt - nur darauf hoffen, dass die Unibibliothek das E-Book lizensiert hat...
Abgesehen davon, dass Professoren, die einzig ihre Werke verwenden, ein wenig seltsam sind. Ich hatte mal ein Soziologie-Seminar besucht (habe das Fach nicht studiert) und bin auf einen getroffen, der das ganze Semester einfach kapitelweise sein Buch durchgegangen ist und sich von den Studierenden sein eigenes Werk hat vortragen lassen. In der vorletzten Sitzung hat er eine Probeklausur verteilt und dann eine Woche später - ungelogen! - in der richtigen Klausur die gleichen Fragen gestellt, nur in einer anderen Reihenfolge. Aber das Fach wäre nichts für mich.
 
@lesnex: Wenn ich das mache hat mein Prof schon angekündigt, dass er gegen mich klagen wird.

Wir haben ein Script bekommen mit etwa 500 Seiten. Habe dafür im Copyshop 14€ gezahlt. Er würde die PDF auch online stellen wenn das Urheberrecht nicht so bescheiden wäre. Sollte er an einer Stelle falsch Zitiert haben kann er von Rechte Verwaltern verklagt werden. Deshalb gibt er es nur an Studenten unserer UNI aus und macht es nicht öffentlich verfügbar.

Wenn du willst kann ich dir das Script schicken - ich habe keine Lust 500 Seiten zu scannen
 
Was ich nicht verstehe ist warum für altmodisches Kopieren andere Lizenzen anfallen.
 
@Paradise: Das Rechtssystem in Deutschland macht Unterschiede zwischen digitalen und analogen Medien.
 
@kkp2321: Ausser bei ebooks, Buchpreisbindung und so...
 
@Shadow27374: Die Buchpreisbindung bezieht sich auf die ISBN. Theoretisch könnten Verlage unter anderer ISBN ebooks zu einem anderen Preis anbieten, tun sie aber nicht, weil sie es nicht wollen.
Beispiel Hardcover und Taschenbuch. Beide haben einen anderen Preis und eine andere ISBN Nummer, aber den selben Text.
 
@kkp2321: Hardcover haben oft andere Klappentexte!
 
@Bautz: Das nennt man workarround ^^
 
Schab Fotohändy... So war das zumindest zu meiner Studienzeit. Bei USB, Kameras und Kopierern, ist mit dem Kauf die Urheberrechtsabgabe schon geleistet worden.
 
Wir schaffen das schon... für wichtiges sind doch plötzlich immer Milliarden da.
 
@CTmanGer: Es fließen keine Pauschalen mehr und keiner will den Rahmenvertrag beitreten, also erst mal sparen wir viel Geld...
 
Da würde mich interessieren, ob die Fachbücher in PDF Form auch darunter fallen, für die die Unis jetzt einen Zugang haben und welche man sich dann für Hausarbeiten und Co. auf einen Stick laden konnte.

Das wäre noch bitterer.
 
Ab 1.1. heißt es dann halt, dass die nach §52a urheberrechtlich geschützen Daten nicht mehr einer geschlossenen Nutzergruppe zugänglich gemacht werden können, sondern nur dem Besitzer des Semesterapparats. Dieser kann sie ja dann noch ausdrucken und die Ausdrucke bei den Kopierläden hinterlegen, wo man Sie für ein paar Cents kopiert bekommt. Das stärkt die lokale Wirtschaft, aber bringt dem Rechteinhaber und der Umwelt nichts, sehr wohl aber der VG-Wort, die an jedem Kopierer und jedem Medium mitverdient.
 
mich würde einmal interessieren wieviel Cent pro eingenommenen Euro den tatsächlich bei dem Autor ausbezahlt wird?
Diese sogenannten Verwertungsgesellschaften sind doch nichts anderes wie selbstherrliche Kraken mit einem aufgeblähten Apparat die sich üppige Gehälter zahlen und wo die sogenannte Verwaltung den größten Anteil bei der Verteilung eines Euro ausmacht, jetzt soll der Anteil nochmal durch Heraufsetzung der Bürokratie gesteigert werden und es ist zu befürchten das dadurch der Anteil der an die Autoren ausgezahlten Anteile nochmal sinkt, sie also noch weniger bekommen.
Diese Gesellschaften zielen nur darauf ab ihren eigenen Profit auf Kosten der eigentlichen Rechteinhaber zu maximieren, jedes Jahr sinken die Ausschüttungen an die Rechteinhaber kontinuierlich.
Wie bei allen diesen Gesellschaften wird nicht 100% der Einnahme als Wert zugrunde gelegt, sondern sie ziehen erstmal alle Organisatorischen Kosten davon ab und machen es zu einem Selbstbedienungsladen für sich, egal wie sie alle heißen, GEMA, GEZ oder auch die übrigen Verwertungsgesellschafften oder Patenttrolle, für die Erschaffer bleiben nur Cent Beträge übrig.
 
so wird auch noch der letzte vorteil gegenüber der konkurrenz kaputtgemacht...die lösung wäre doch ganz simpel: die freiheit der wissenschaft einfach durchsetzen und auf die bildung erweitern...aber daß schwarz/rot von bildung nix versteht, haben sie ja schon hinreichend bewiesen...naja...investment/heuschrecken-bankenrettung ist ja wichtiger als bildung und renten...
 
Das Problem lässt sich ganz einfach lösen: Von Staat bezahlte Wissenschaftler dürfen nur noch in einem mit Steuergeldern finanzierten, staatseigenen Verlagshaus publizieren, da ihre Forschung ja vom Steuergeldern bezahlt wurde, und somit nicht mehr in Verlagen der freien Wirtschaft. Auch alle Skripte für die Studierenden sollten von diesen Wissenschaftlern an Hochschulen bzw. deren Mitarbeitern über diesen staatlichen Verlag in jeder Form kostenfrei den Studenten zur Verfügung gestellt werden, ohne das da eine Verwertungsgesellschaft irgendwelche Gebühren für erheben darf.

Da das Lehrmaterial dann vom Steuerzahler extra zur Ausbildung in Schulen und Hochschulen bezahlt und herausgegeben wurde, dürfen die Studenten und jeder andere Bürger in Deutschland es selbstverständlich kostenlos verwenden und so oft digital kopieren wie sie wollen und somit hängt es dann auch nicht mehr vom Geldbeutel des Studenten bzw. dessen Eltern ab, ob er sich alle benötigten Publikationen/Informationen für sein Studium auch leisten kann und selbst Leute die gar nicht an einer Hochschule studieren könnten sich das Material bei Interesse herunterladen und die enthaltenen Informationen nutzen.

Dieser Fall hier zeigt einmal mehr, dass es Zeit wird der Bevölkerung von staatlicher Seite wirklich freies Wissen und freie Informations- und Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen. Nie waren die Möglichkeiten dazu besser als im Zeitalter des Internets, wo sich jeder digitalisierte Unterrichtsmaterialien nahezu kostenfrei herunterladen und benutzen kann, da die Kosten für Papier und dessen Bedruckung da nicht mehr anfallen.

Es kann nicht sein, dass der Staat viele Wissenschaftler bezahlt, nur damit die dann mit ihrem auf Kosten des Staates erworbenen Wissen Lehrbücher schreiben, dann die Wirtschaft mit diesen Werken Gewinn macht und dabei auch noch die Studierenden monetär ausbeutet, deren Eltern für das Gehalt der Wissenschaftler und damit für deren Publikationen ursprünglich mit ihren Steuern gezahlt haben.

Fazit: Hochschulwissen muss endlich (kosten-)frei für jeden Bürger werden. Darum gehören Unterrichtsmaterialen nicht in die gierigen Hände von Buchverlagen der Privatwirtschaft und dem Zugriff von Verwertungsgesellschaften entzogen.
 
nicht nur an den unis ist das so. alle behörden stellen sich an wie sonst was. brauchte ein formular und musste mir den wisch tatsächlich per post zuschicken lassen. weils das nicht als download gab
 
Ich finds gut. Je negativer die Entwertungsgesellschaften im Mittelpunkt der Gesellschaft präsent sind, umso mehr werden sie verachtet und gehasst - bis irgendwann auch der letzte Depp erkennt, dass solche Lobbygruppen nur ein Klotz am Bein unserer Gesellschaft sind und abgeschafft oder zumindest per Gesetz zurechtgewiesen werden.

Bei den Studenten treffen sie auch genau die richtige Gruppierung und während sie am Kopierer anstehen, können sie schon nicht auf dumme Ideen kommen und irgendwelche Gutmensch oder Ökoaktionen durchführen und der Fokus verlagert sich sowieso.
 
Wie wäre es mit einer lokalen, internen Webseite auf eigenen Servern?
Dagegen sollte ja nun wohl keiner was haben, da nicht öffentlich.
 
Mein Vorschlag für die Umbenennung der "VG Wort" in "VG Sprachlos", dieser Urheberrechtswahn treibt doch immer neue Blüten, erst dürfen die Kinder in den Kindergärten sich das Singen abgewöhnen, weiter geht es über die Schulen, wo Lehrkräfte die Verwendung des Internets im Unterricht aus urheberrechtlichen Gründen am besten vermeiden sollten, nun schickt man die Studenten in die Steinzeit zurück. Deutschland ist dabei sich abzuschaffen :(.
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