Für Vielschreiber: Researcher und Editor erweitern Word in Office 365

Neben ein paar interessanten Neuerungen für Outlook hat Microsoft heute im Juli-Update für Office 365 zwei spannende Erweiterungen für Word vorgestellt: Ein Researcher-Tool, das dabei hilft Zitate zu finden und richtig mitsamt Fußnoten und ... mehr... Microsoft, Office, Office 365, Word Bildquelle: Microsoft Microsoft, Office, Office 365, Word Microsoft, Office, Office 365, Word Microsoft

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Da macht Microsoft wohl mal wieder den zweiten Schritt vor dem ersten. An meiner Hochschule gibt es bis heute bei jedem Abschlussjahrgang Probleme mit Fussnoten in Word bei Abschlussarbeiten. Teilweise verschwinden die Fußnoten in größeren Dokumenten nach längerer Bearbeitungszeit einfach mal, oder stehen plötzlich auf den falschen Seiten etc.

Darüberhinaus hat man mit Word selbst nach über zwei Jahrzehnten auf heutiger Hardware immer noch Performance und Stabilitätsprobleme mit längeren Abschluss- und Doktorarbeiten. Von sich kurz vor der Abgabe einer Abschlussarbeit bei letzten Änderungen selbst zerstörender Formatierung bis hin zu Dokumenten, die einfach eines Morgens nicht mehr mit Word zu öffnen sind, haben einige Studenten an meiner Hochschule in jedem Jahrgang wieder dieselben Probleme mit ihrer Abschlussarbeit in Word. Die Studenten die LaTeX benutzen berichten hingegen über nichts dergleichen.

Bei einem eigenen, über hundert Seiten langen wissenschaftlichen Bericht in Word 2013 im letzten Jahr hatte ich auf einem 2014er Intel-Core-i7-Desktop-Rechner zudem Ruckeln beim Scrollen im Dokument und ein merkbares Input-Delay beim Eintippen von Text mitten im fast fertigen Dokument. Auf 12 Jahre alter Mobilhardware läuft das Editieren gleichartiger und sogar über 500 Seiten langer LaTeX-Dokumente hingegen völlig flüssig. Wie kann ein läppisches Textverarbeitungsprogramm wie Word derart viele Ressourcen verschwenden, das 3D-gamingfähige Oberklassehardware aus dem Jahre 2014 mit Word 2013 keinen flüssigen Arbeitsablauf beim Editieren von Text erlaubt?

Darüberhinaus ist das Einfügen von Formeln und Bildern in ein Word-Dokument höchst umständlich/ineffizient/zeitraubend. Daher empfehle ich auch deshalb LaTeX zu verwenden.

Vielleicht sollte Microsoft erst einmal diese grundlegenden Fehler in Word ausbügeln, bevor man mit einer integrierten ``Researcher-Tool'' gleich noch eine weitere Fehlerquelle hinzufügt und weitere Ressourcen verschwendet und Leuten suggeriert MS Word wäre für wissenschaftliche Arbeiten gedacht.

Auch andere Office-Anwendungen taugen bestenfalls für Microsofts Präsentationen, aber nicht zum ernsthaften Arbeiten. OneNote speichert etwa bis heute viele Webseiten nicht zuverlässig/vollständig/im Original-Layout in Arbeitsblättern. Auch da sollte man vielleicht einmal nachbessern, bevor man sich auf das ständige Hinzufügen neuer Funktionen verlegt, die eher unbedeutender Spielkram sind und nur noch mehr Hardware-Ressourcen verschwenden.

>>Für den Editor nutzt Microsoft Machine Learning in der Cloud, die Vorschläge werden also anhand der Nutzerinteraktion mit der Zeit immer besser und realitätsnäher.<<

Damit werden für die NSA Profile der MS-Office-365-Nutzer angelegt, anhand derer man über den individuellen Schreibstil auch anonym im Internet veröffentlichte Texte recht zuverlässig dem Klarnamen eines MS Office 365 Nutzers zuordnen kann. Der Schreibstil verrät auf diese Weise die tatsächliche Identität des Office-365-Nutzer an die Ermittlungsbehörden, selbst wenn dieser aus Angst vor Repressalien bestimmte Texte nur anonym ins Netz stellt.

Den gleichen Unsinn treibt Microsoft übrigens seit über 10 Jahren mit der automatisch die Handschrift ``erlernenden'' Handschrifterkennungsfunktion in Windows auf Tablets, weshalb ich schon mein erstes Tablet im Jahre 2005 und in der Folge auch keines der Nachfolgemodelle jemals ans Internet angeschlossen habe und WLAN- plus IR-Adapter in diesen Geräten vor der ersten Benutzung immer ausgebaut oder sonstwie auf Hardwareebene deaktiviert habe. Microsoft und die NSA müssen nicht wissen, wie eine Unterschrift von mir aussieht.

Von der üblichen vollautomatisierten Spionage- und Überwachung bzw. dem Ablegen von ``erweiterten biometrischen Daten'' wie Handschrift und Schreibstil aller Nutzer weltweit in zentralen Datenbanken mal abgesehen, helfen solche Funktionen aber ohnehin nur den Nutzern, die nicht selbstständig schreiben/formulieren können.

Ich selbst schreibe um die 200 Zeichen pro Minute auf einer englischen Computertastatur und eine ``Formulierungs-Vorschlagsfunktion'' würde mich nur ausbremsen und den Schreibfluss behindern, da ich die Vorschläge erst lesen und dann wohlmöglich noch meine Schreibposition auf der Tastatur verlassen müsste, um einen Vorschlag mit der Maus auszuwählen. Beim Verfassen und Formatieren von Texten benutze ich die Maus für gewöhnlich gar nicht, weil es pure Zeitverschwendung ist umständlich in der Oberfläche herumzuklicken.

Autoersetzungs- und Vorschlagsfunktionen sind für gewöhnlich das Erste, was ich in Editoren weitgehend abschalte, um effizient arbeiten zu können.

Ich halte MS Word bestenfalls für Anfänger und kurze Dokumente geeignet. Ein professionelles, sauber auf große Dokumente skalierendes, 100% zuverlässiges Tool ist das auch nach mehreren Jahrzehnten Entwicklungszeit noch lange nicht. Mit der Ribbon-Oberfläche hat man sich vom professionellen Ansatz eher weiter entfernt und der Ressourcenverbrauch ist einfach nur unangemessen und wird immer schlimmer, weshalb auf leistungsschwacher Mobilhardware auch viele Funktionen fehlen oder nicht effizient nutzbar sind.

Für ``Vielschreiber''? Das ich nicht lache!
 
@resilience: *kommt vorbei und rückt deinen Albhut zurecht, der verrutscht ist* :)

Aber im ersten Abschnitt, stimme ich dir zu. Die Performance könnte man sicher noch wesentlich verbessern. Nach dem ich aber selber immer wieder die Formatierungsfehler anderer Supporten darf, sind die von dir beschriebenen Fälle, bisher auf jeden Fall, auf Bedienungsfehler zurückzuführen. Ein falscher Klick hier ein schnelles löschen dort und schon ist der Abschnittsumbruch oder ein Seitenumbruch gelöscht. Möchte aber nicht leugnen, dass Word hier und da Kinderkrankheiten hat.
 
@Blondi: Ob das alles wirklich "Kinderkrankheiten" sind, wäre auch so eine Frage. Ich weiß nicht mehr welche Office Version das war, irgendeine wo man das Feedback auf connection.microsoft.com abgeben konnte. Dort kamen einige Verbesserungsvorschläge zu Word, Excel und Outlook, so sinngemäß "Warum nicht so und so, dass wäre doch so, benutzerfreundlicher, intuitiv und logischer?". Sinngemäße Antwort, von den MV_irgendwas aber auch von MS: "Es funktioniert ja so und so. Ja, das ist zwar etwas umständlich, aber das war in allen vorherigen Versionen schon so. Die Änderung wäre für viele Nutzer wohl zu groß."
Ich erahne dieses "Problem" teilweise auch bei Windows.
 
@resilience: Thema völlig verfehlt! Eine Werbung für Latex ist hier nämlich nicht gefragt. Man sollte den Beitrag einfach löschen. AGB, § 16 Satz 1 "Bitte beachten Sie beim Schreiben eines Kommentars den Bezug zum Artikel bzw. zur Diskussion."
 
@Grendel12: Ich stelle fest: Der Hang zur unzureichend begründeten Zensur unbequemer Wahrheiten im Internet scheint nicht nur in der deutschen Politik beliebt zu sein. ;-)

Ich habe in meinem Kommentar das ``Für Vielschreiber'' in der Artikelüberschrift und die Aussage des Artikels zu widerlegen versucht, laut der Microsoft Word durch die im Artikel beschriebenen Erweiterungen zu einem für wissenschaftliche Arbeiten geeigneten Programm machen würde, wie es der Satz: ``Mit der neuen Funktion übernimmt Word die Daten und legt dazu einen Quellenverweis mit an, sodass zum Beispiel für die Anforderungen wissenschaftlicher Arbeiten Genüge getan sein sollte.'' dem Leser suggeriert.

Damit niemand mit einem: ``Na, und? Was soll ich sonst nutzen? Es gibt nichts was das noch besser macht als Word!'' auf meine Argumentation antwortet, habe ich mit LaTeX ein Tool genannt, dass besser für längere, wissenschaftlichen Arbeiten mit Fußnoten/Literaturverweisen geeignet ist. Das ist wohl kaum themafern, sondern eine Absicherung meinerseits, damit meine Argumentation nicht ganz einfach vom Nächstbesten mit einer Trivialantwort torpediert werden kann.

Darüberhinaus bin ich in meinem Kommentar auch noch auf die im Artikel erwähnten Funktionen des Editors eingegangen und habe dargelegt, dass ich diese Funktionen im Zusammenhang mit dem im Artikel ebenfalls erwähnten ``Microsoft Machine Learning in der Cloud'' datenschutzrechtlich sehr bedenklich finde.

Ich habe also gleich mehrere im Artikel enthaltene Aussagen kritisch beleuchtet, andere Sichtweisen und sogar andere Lösungen aufgezeigt.

Wo soll da bei mir der Bezug zum Thema des Artikels fehlen?

Dein Kommentar sollte als Unterkommentar zu meinem zumindest auf irgendein Argument von mir eingehen oder es zu widerlegen versuchen. Es könnte sein, dass ich da irgendwas übersehen habe, aber ich würde meinen, das tut er nicht. Trotzdem habe ich kein Interesse an einer Löschung. Ich akzeptiere ihn als individuelle Meinung die keine meiner Argumente widerlegt. Kein Problem.
 
@resilience: > " Der Schreibstil verrät auf diese Weise die tatsächliche Identität des Office-365-Nutzer an die Ermittlungsbehörden, selbst wenn dieser aus Angst vor Repressalien bestimmte Texte nur anonym ins Netz stellt."
Der Arzt bezeichnet solche Symptome als "Verfolgungswahn".
 
@Grendel12: Ein Arzt ist gemeinhin weder Psychologe noch Schriftsachverständiger und hat daher bzgl. dieser Thematik auch keine Ahnung. Daher ist eine solche Fehldiagnose in dem Fall zu erwarten.

Psychologen sind im Gegensatz zu Ärzten zwar Fachleute für den Verfolgungswahn, definieren aber jede Überzeugung des Patienten, die ihren eigenen Horizont übersteigt, als Wahn. Wenn ein Psychologe also noch nie etwas vom Urhebernachweis über Schreibstil-Analyse gehört hat, gilt man bei ihm als geistig krank. Hat er schon einmal davon gehört, ist man gesund.

Fazit: Je weniger ein Psychologe von der Welt weiß, desto kränker sind seine Patienten. ;-)

Der Fachmann bezeichnet so etwas hingegen einfach als ``Stilometrie'' und wer das selbst ausprobieren oder seinen Schreibstil ``anonymisieren'' möchte, damit NSA und Co. es schwerer haben, kann hier ein entsprechendes Tool herunterladen:

https://psal.cs.drexel.edu/index.php/Main_Page

Ziemlich real und konkret für einen Wahn, nicht wahr?
 
@resilience: Hey Sherlock, du magst zwar ein großes Gehirn haben, aber in der realen Welt machst du dir mit einem Solchen keine großen Freunde. Weniger ist manchmal mehr, auch im Bezug auf dein Getexte.
 
@resilience: Also was die Performance angeht stimme ich dir zu. Da ist durchaus noch viel Luft nach oben. Stabilitätsprobleme kann ich allerdings keine Feststellen. Word, Excel, One Note sind bei mir schon ewig nicht mehr abgestürzt oder hatten sonstige Probleme außer die besagten Performensschwächen.

Das Office Anwendungen nicht zum ernsthaften Arbeiten taugen ist eventuell deine Meinung aber das war es auch schon.
Ich kann damit wunderbar ernsthaft Arbeiten und mein Geld damit verdienen.
Ja Word und besonders Excel hat seine Grenzen aber bis zum erreichen dieser kann man damit wunderbar ernsthaft und Produktiv Arbeiten. Wenn du das nicht kannst heißt das noch nicht zwangsläufig das dies an Office liegt.

Was die Geschichte mit deiner NSA Paranoia angeht.... Sorry da ist dein Aluhut wiedermal verrutscht...
1. Klar Namen sind bei Office 365 gar nicht nötig wenn man sich das Ding im Laden kauft und die Nummer einfach eingibt. RL Namen sind lediglich erforderlich wenn man das Abo Modell nutzt bei dem MS die Zahlung einfordert. Das lässt sich dann aber auch nicht vermeiden.
2. In wie weit das wirklich für NSA und co Interessant ist sei mal dahin gestellt.
3. Der "Unsinn" mit der "Handschrift ``erlernenden'' Handschrifterkennungsfunktion" zumindest bei Windows 10 kann man das abschalten und ich bin mir recht sicher das dies auch bei Windows 8/8.1 geht. Ist also dein Problem wenn dir das nicht passt und du es dennoch Aktiviert lässt (ach so.... du traust ja dem Abschaltschalter nicht und gehst davon aus das dennoch alles weiterhin gesendet wird.)

Du schreibst 200 Zeichen die Minute was für jemanden der sich selbst als Vielschreiber bezeichnet eher recht mager ist. Um nicht zu sagen sehr langsam. Ob das auf einer Englischen oder Deutschen Tastatur ist, ist so was von uninteressant wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.
Eine Funktion zu Kritisieren die man noch gar nicht gesehen hat ist auch eher bescheiden.
Wenn die Vorschläge wirklich gut sind bremsen die den Schreibfluss kein bisschen. Ganz im Gegenteil bei guten Vorschlägen und wenn es ordentlich gemacht ist kann man sich fast Blind darauf verlassen und ist somit noch wesentlich schneller.
Bei meinem Smartphone hat das zwar etwas gedauert (bis es "gelernt hatte") aber mittlerweile passt das zu 90% und ich brauche Wörter nicht mal mehr ausschreiben.
Ob man dafür die Maus braucht weißt du sicherlich auch nicht und wenn es halbwegs brauchbar gemacht ist wird es diese nicht benötigen.

Ich sehe das von daher alles weniger Kritisch und werde abwarten wie das wirklich umgesetzt ist bevor ich es, sollte es wirklich schlecht sein, in der Luft zerreiben werde.
 
Sind diese neuen Funktionen auch in der deutschen Version enthalten? Ich habe sie bislang nicht gesehen, obwohl ich die aktuellste Version mit autom. Updatemodus habe.
 
@Grendel12: Am 26. war hier auch noch kein Update verfügbar, aber check doch jetzt noch mal manuell (unter Datei -> Konto -> Office-Updates). Bei mir zumindest kam heute morgen eine Aktualisierung.
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