Gigabit im Eigenbau: Bayerische Gemeinde nimmt ihr Netz in Betrieb

Die Bewohner der bayerischen Gemeinde Markt Indersdorf sollen noch in diesem Jahr die Möglichkeit erhalten, Internet-Anbindungen mit einer Bandbreite von 1 Gigabit pro Sekunde zu buchen. Das dafür nötige Glasfaser-Netz hatte man in Eigenregie gebaut. mehr... Glasfaser, Licht, Fiber Bildquelle: Alex Blackie Glasfaser, Licht, Fiber Glasfaser, Licht, Fiber Alex Blackie

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Und diese Meldung geht an alle da draußen, die sich bei jeder Gelegenheit beschweren, dass Anbieter xy in ihrem Kaff nicht ausbauen will! Aber jammern ist natürlich immer einfacher als selbst machen.
 
@nicknicknick: Also ich jammer nicht (mehr). Unsere Gemeinde übrigens auch in Bayern hat auch Datenanbindungen für uns vor Monaten gesponsert wo ich von einem DSL Light der T-Com mit ständigen Unterbrechungen auf ein 100MBit/s Netz gehen durfte was sogar in der Geschwindigkeit manchmal 20MBit/s drüber ist. Und das in einem 4 !! Häuser Kaff!!
Die Gemeinde hat dafür natürlich auch eine Menge Geld investieren müssen was auch sehr risikobehaftet scheint da die ursprüngliche TK Firma pleite ging zwischendrin.

Und in 2 Dörfchen nebenan hat seit wenigen Monaten auf einmal die T-Com ihre Werbekeule mit Bannern geschwungen und bietet auch etwas ähnliches in der Art an.
 
@nicknicknick: Ach echt? Wo doch sonst immer alles privatisiert werden soll, was nicht bei drei auf einem Baum hockt, ist das Bauen und Verwalten der Netze durch öffentliche plötzlich *die* Option? Wo doch genau jene, die sich immer beschweren, dass der "Anbieter xy ihr Kaff nicht ausbaut" gleichzeitig fast immer auch erklären, dass Netze in die öffentliche Hand gehören?

Mal abgesehen davon, dass du sehr wahrscheinlich für deinen Internetanschluss keinen einzigen Finger krumm machen musstest.
 
@Niccolo Machiavelli: Richtig. Ich bin sehr wohl dafür, dass lebenswichtige Infrastruktur (Verkehr, Wasser, Energie, Gesundheit) in die öffentliche Hand gehören. Telekommunikation allerdings ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Markt auch gut funktionieren kann. Vermutlich bist du zu jung, um dich an die Horror-Tarife der Bundespost-Telekom und an andere Schikanen zu erinnern. Übrigens zu Zeiten, in denen es in den USA längst bezahlbare Flatrates u.ä. gab.

Du hast vollkommen recht, ich wohne in einem dicht besiedelten Bezirk Berlins mit entsprechendem Lärm, Parkplatznot und hohen Mieten, aber habe dafür die Auswahl zwischen 3 Buslinien vor der Haustür sowie S- und U-Bahn in Laufweite. Und eben einen Telekom-Kasten direkt vor der Haustür oder wahlweise 200 Mbit von KDG/Vodafone, wenn ich das denn mal brauchen würde. Also entweder du ziehst dahin, wo die Infrastruktur ausgebaut ist und trägst die dazugehörigen Nachteile, oder du tust dich mit anderen zusammen, um in eigener Verantwortung etwas an der Versorgungssituation zu ändern. Zu erwarten, dass jedes Kuhdorf auf Kosten der Allgemeinheit alle Annehmlichkeiten bekommt, ist jedenfalls ziemlich unsozial! Sonst könntest du auch gleich einen U-Bahn-Anschluss für jedes 500-Einwohner-Dorf fordern.
 
@nicknicknick: Ich habe meine 50 MBit und wohne im Zentrum meiner Stadt, (glücklicherweise aber direkt an einem Park). Nur bin ich nicht so arrogant und tue so, als wäre der Wohnort etwas, das man alleine wegen dem Internetanschluss so kopflos wie die Unterwäsche wechselt, und alle, die noch mit 2 MBit arbeiten, alles faule Idioten sind. Und selbst für letztere sollte klar sein, dass zwischen einem mehradrigen Glasfaserkabel und einer meterdicken Ubahn-Röhre ein riesiger Unterschied besteht. Offenbar aber nicht.
 
@Niccolo Machiavelli: Klar ist die U-Bahn noch teurer, aber das ist eben nur ein gradueller Unterschied. Das Grundprinzip bleibt dasselbe. Und dass ein besonders schneller Internetanschluss überlebenswichtig ist, kann mir keiner erzählen! Man muss eben Prioritäten setzen. Ich würde auch gerne im der Natur leben und trotzdem alle Annehmlichkeiten der Großstadt genießen, allerdings ist das Leben kein Wunschkonzert.
 
@nicknicknick: ...also soll ich in Zukunft auch selber eine Strasse errichten, wenn ich mit dem Auto fahren will???
Is ja wohl ein Witz, oder?
 
@Zonediver: Dazu habe ich mich schon geäußert. Aber so ist die Realität, eine Straße wird nur da gebaut, wo es genügend Leute gibt. Meine Eltern wohnen so abgelegen, dass nur ein als Fahrradweg ausgewiesener Weg zu ihnen führt. Wenn wir jetzt eure Logik anwenden würden, könnten sie also den Bau einer vierspurigen Autobahn bis vor ihre Haustür auf Kosten der Allgemeinheit verlangen. Wäre das etwa angemessen?
 
So gehört es sich! Mögen noch viele andere Gemeinden diesem Beispiel folgen, dann können wir uns bald von der Telekom als größtem deutschen Provider verabschieden. Die Telekom wird sich allerdings wehren und keine Netze von anderen Providern mieten.
 
@FileMakerDE: Resale ist bei der Telekom ein böses Wort.... 1&1 ist zwar in manchen Kreisen auch nicht besser, aber denen würde ich den Support und Verwaltung gönnen wenn es auch mal um ne Störung geht..... Was ja bei der T-Com so gehandhabt wird, *Wir setzen ein Osteuropäer dran der 0% Deutsch kann und dann geht das schon.......*+Warteschleife* Die Telekom muss ja eine Muster Tabelle haben oder nicht? von Dorf bis kleiner Ort ist VDSL nicht denkbar. ab einer kleinen Stadt bis Metropole wird, das Glasfaser ausgepackt
 
Ich habe zwar keine Bürgerinitiative gegründet, aber dafür meinen GF Anschluß mit syncronem 1gbit selber bezahlt auch ein Schlag wenn auch ein kleiner gegen die Tkom.
 
@timeghost2012: Und von welchen Provider bekommst du den Anschluss, wenn nicht von der T-Com?
 
Markt Indersdorf liegt in meinem Heimatlandkreis. Bin von der Kreisstadt Dachau nach Sebnitz in Sachsen gezogen und freue mich schon, jetzt 50 Mbit zu haben statt bisher maximal 16. Aber mit meiner Partnerin zusammenzuleben ist dann doch viel wichtiger als Gigabit-Internet. ;)
 
Bei uns haben sich etliche Gemeinden zusammen geschlossen um selber Glasfaser zu legen. Ich weiss es nicht genau, aber da müssen tausende Haushalte zusammen kommen. Langsam fängt die Telekom auch an dazwischen zu grätschen und will den Leuten per Telefon Vertragsverlängerungen (mit langen Laufzeiten) andrehen oder genau dann selber baggern wenn die Gemeinden baggern wollen...
 
@ElGonzales: So ähnlich wars bei uns auch. Die T-Com hat mir dann sogar versprochen in wenigen Monaten hab ich auch schnelles Internet. Aber da sie es zuvor mal versprochen hatten und das eine Salesdame war hab ich denen nichts mehr geglaubt und gott sei dank haben meine Hausmitbewohner auch keinen weiteren Knebelvertrag mehr bei denen abgeschlossen.
 
@HellsDelight: sowas macht die telekom nicht, hat der chef doch gesagt. ihr seid alles lügner und solltet euch schämen. (vorsicht dieser post könnte ironie enthalten)
 
@HellsDelight: Problem ist, das eine gewisse Quote der Haushalte (ich glaube bei uns sind es 60%) bei der Glasfasersache mitziehen müssen damit das alles überhaupt und rentabel stattfindend kann. Genau da ging es in der heissen Phase mit diesen Anrufen los, dass T-Com ja nun auch bald schnelleres Netz anbieten, man super Sonderkonditionen bekommt usw.. Magenta Plakate auf einmal an allen Ecken dass jetzt richtig was los geht... hat aber alles nicht geholfen, die ersten Anschlüsse liegen.
 
Hi,

aber die Preise sind auch nicht ohne:

einmalig:
Hauszuführungsleitung bis 10 m Länge: 1.100€
Hauszuführungsleitung bis 20m Länge: 1.850€
Hauszuführungsleitung über 20m Länge: auf Anfrage

dann monatlich
für 100MBit/s down 10MBit/s up 39.95€ (was wiederum ok ist)
alles andere wie TV, Telefon flat in Festnetze, Router jeweils immer 5€ extra..

quelle: http://www.glasfaser-markt-indersdorf.de/index.php/kundeninformation/tarife?id=12
 
@mditsch: Wenn man berücksichtigt das die Hauszuführungsleitung eine einmal Sache ist, geht das schon in Ordnung finde ich.
 
@mditsch: Diese "Hauszuführungsleitungen" bewegen sich im selben Bereich wie Strom, Trinkwasser, Abwasser und Gas. Kabelfernsehen und Telefon ist zwar etwas billiger, aber auch nur wenn man die Erdarbeiten selber macht (diese Arbeiten scheinen mir hier im Preis aber schon enthalten zu sein). Quelle http://www.kosten-hausbau.de/baukosten-hausbau/hausanschluesse-kosten-hausanschlusskosten/
 
@Lastwebpage: Genauso ist es. Ich habe in den 1980ern gebaut und vom Haus bis zur Strasse die Erdverkabelung gleich mit vorbereitet. Erst kam der Strom in die Erde und dann das Internet. Nicx buddeln - einfach nur Leitungen reinschieben, anklemmen - fertisch. Als ich damals diese Kabelschächte mit angelegt habe, hat man mich ausgelcht. Als die Kabel dann unter die Erde kamen, habe ich gelacht. Mehrere Tausend Euro gespart.
Ähnliches auch im Haus gemacht. Alle Räume sind miteinander vernetzt. Bei Bedraf werden nur Kabel und Dosen ausgetausht. Und das 1984. Da war ich dem rest der Welt um 20 Jahre voraus.
 
@mditsch: Müssen diese Hauszuführungsleitungen die Anwohner auch wirklich zahlen? Bei uns war es so das dies die Gemeinde bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gezahlt hat. Wenn man sich nach diesem Zeitpunkt erst entschlossen hatte mußte man dies zahlen aber es waren auf keinen Fall über 1000 EUR. Ich glaub bei uns hieß es um die 400 EUR?
 
was ist internet?
 
Ja die Telekom sieht im Ländlichem Raum keine Profite.... Aber geil wärs da kommt ein Telekom Mensch vorbei und fragt für ein VDSL Anschluss und wird vor Ort ausgelacht, mit dem Kommentar, 50000? Das ist ein Bruchteil meiner Leitung, ne Danke Tschüss... Zug abgefahren....
 
@awwp1987: So ging es mir erst. T-Mensch stand vor der Tür "bei Ihnen gibt es jetzt 50 Mbit/s" - "Schön, ich hab aber schon 200?" (Unitymedia) - "Schönen Tag noch" :D
 
Mein Wohnort hat sich dieses Konzept vor 8 Jahren ausgedacht und durchgezogen. Derzeit habe ich nur eine 50/50 Leitung (50meg down/50meg up), kann aber bis zu einer gigabit leitung aufstocken (fuer schlappe 88 Euro/monat). Derzeit zahle ich 31 euro/monat...
 
@Jade: was ist denn meg?
 
@Jade: Wo wohnste ich zieh dahin :D wenn das stimmt, 50 Mbit Synchron Leitung... Kannste ja als Twitch-Streamer durchstarten
 
@awwp1987: Twitch "erlaubt" nicht mehr als 3,5 MBit/s. Als Twitch-Partner geht zwar auch mehr, aber 10 MBit/s reichen für Twitch dicke - max. 5 MBit/s für'n Stream und der Rest halt für's Gaming und Internet.
 
@awwp1987: es stimmt. siehe hier: http://www.speedtest.net/my-result/5425422301 .
BTW: Ich twitche nicht.....
 
Was bringt mit eine Gigabit-Leitung ins Haus, wenn die Weiterleitungen zu den großen Internetanbietern einen Flaschenhals darstellen?
Bei Telekom und Kabel Deutschland habe ich Anschlüsse mit 100 bzw. 200 Mbit, die rund um die Uhr auch 80 bis 90% Leistung liefern. Aber in den Abendstunden kann man z.B. manche Videoplattformen wie Youtube vergessen; da kommen dann nur noch 5Mbit an, während ich auf anderen Seiten die volle Geschwindigkeit habe. Ich will damit nur sagen, dass eine Schnelle Anbindung beim eigenen Hausanschluss nichts bringt, wenn die Unternehmen bei den Anbindungen der Netze im Hintergrund zu geizig sind, Bandbreite aufzurüsten.
 
@Runaway-Fan: daher wird ja hier auch nur Stufenweise erhöht, wenn der Backbone erweitert wurde
 
@Runaway-Fan: kann es sein, dass hier einiges durcheinandergewürfelt wird?
- Gigabit "im" Haus bedeutet die Hausinterne Verkabelung und nicht der Internetzugang.
- woher nimmst du die Angabe 5MBit von Youtube?
- Welche anderen Seiten sollen das sein? (normale Websites benötigen auch nicht DEN hohen Traffic)

Eine schnelle Hausanbindung bringt dann etwas, wenn man diese auch ausnutzt. Selbstverständlich würde auch keiner mehr als 16MBit benötigen, wenn nur ein mal am Tag eine News-Website geöffnet und nach E-Mails geguckt wird. Nebenbei können Häuser auch mehrere Familien/Familienangehörige unterbringen, die allesamt unterschiedliche Nutzugsverhalten aufweisen, da kann dann auch hier wieder schnell ein Engpass entstehen. (z.B. Youtube, Cloudservices, Gaming, sonstiges) Btw. gerade die Kabelnetze sind berühmt berüchtigt dafür gerade in den Abendstunden leistungsmäßig teils massiv einzubrechen (mal mehr mal weniger).
 
@tapo: Ich habe meine Aussage etwas präzisiert: Ich meine natürlich "Gigabit ins Haus".
Die Angabe von 5Mibt bei Youtube nehme ich aus diversen Faktoren:
a) Geschwindigkeitsanzeige von Youtube selber. Die ist tagsüber bei 80-90 Mbit und geht abends runter auf 5-10 Mbit
b) Stockende Videos: Ich kann Abends oft keine 1080p oder 1440p Videos schauen und muss dann auf 720p ausweichen. Tagsüber kein Problem, selbst 2160p läuft dann problemlos.
c) Wenn ich ein Youtube-Video herunterlade, um es dann unabhängig von der Bandbreite sehen zu können, kommt der Download Abends auch nur auf 5-10 Mbit, während ich tagsüber weit schneller Videos bei Youtube herunterladen kann.
Andere Seiten sind z.B. Download von Videos bei deutschen Spieleseiten wie z.B. GameStar. Insofern ist die Leitung von meinem Haus zum Verteiler frei. Trotzdem tröpfelt es bei Youtube nur. Und Kabel Deutschland bestätigt ja selber, dass es diese Engpässe bei der Anbindung anderer Netze gibt und daran gearbeitet wird.
Dass man für normales Surfen keine 200Mbit-Leitung braucht, weiß ich natürlich auch.
Und ich lade nicht viel herunter; weshalb mit der Volumentarif mit 1TB locker genügt. Aber wenn ich mal etwas gößeres herunterlade, dann möchte ich nicht 10 Minuten warten, wenn es auch in einer Minute geht.
 
@Runaway-Fan: komisch, meines Wissens nach verknüpft Gamestar die Videos doch mit Youtube, oder haben die das mittlerweile angepasst?

Aber in gewisser Weise widersprichst du dir selbst:
"Was bringt mit eine Gigabit-Leitung"
"dann möchte ich nicht 10 Minuten warten"
--> In Anbetracht, dass ja anscheinend passende Transferraten zur Verfügung gestellt werden (nicht immer zur gleichen Zeit und bei unterschiedlichen Anbietern) finde ich schon, dass Gigabit zwar sehr viel ist, aber deren Existenz nicht wirklich in Frage gestellt werden muss, insbesondere, wenn es sich z.B. um einen Mehrnutzerhaushalt handeln sollte (z.B. mehrere verschiedene Streams etc.)
 
@tapo: Die GameStar-Videos auf deren Website werden von Ihnen selbst gehostet und mit eigenem Player abgespielt. Allerdings werden einige Videos auch auf ihrem YouTube-Kanal hochgeladen, das stimmt.

Ich widerspreche mir mit den Aussagen nicht, ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass alleine eine Gigabit-Leitung ins Haus kein Garant für schnelles Internet ist. Es müssen auch die Infrastrukturen der Netzbetreiber dahinter aufgerüstet werden.
Ansonsten begeht man den gleichen Denkfehler, wie wenn man glaubt, ein Elektroauto ist per se umweltfreundlich, weil es keine Abgase erzeugt.
 
Und welche wichtigeren Infrastrukturprojekte müssen da wieder zurückstehen, damit ein paar Leute besser an Entertainment von Youtube, Netflix und Co. kommen oder ihre persönlichen Daten besser an Konzerne verraten können, indem sie Backups ihrer Geräte so schneller in die Cloud hochladen können?

Für so einen Unsinn wollte die hiesige Gemeinde Kabel über mein Grundstück ziehen, weil sie sonst ein paar Kilometer Umweg um mein Grundstück nehmen müssen und dies das Projekt verteuert.

Nachdem ich schon nein dazu gesagt hatte, wollten sie mich dann noch mit Geld und kostenfreiem, schnellem Anschluss an das neue LWL-Netz bestechen. Dumm für sie, denn wenn ich wirklich Geld bräuchte, wäre mein Grundstück kleiner und sie hätten somit kein so großes Problem damit. Noch dazu genügt mir mein jetziger Anschluss mit 2MBit/s derzeit und der schafft notfalls auch noch 16MBit/s (Das habe ich schon einmal eine Zeit lang getestet.) und mehr werde ich niemals brauchen um mir Internetseiten anzusehen. Außerdem habe ich kein Interesse daran, dass irgendein Unternehmen auf meinem Grundstück herumbuddelt und möglicherweise später wegen Reparaturen und Servicearbeiten wieder auftaucht.

Es gibt neben mir noch eine ganze Menge Gemeindemitglieder (Vergleichbar den 30% der Haushalte die in der Gemeinde Markt Indersdorf im Artikel den schnelleren Anschluss auch nicht haben wollen.), die kein Interesse an der Geldverschwendung durch so ein unnötiges Prestige-Projekt der Gemeinde/des Bürgermeisters haben, welches bestenfalls dazu dient seinen Befürwortern zu einem schnelleren Zugang zu Youtube, Netflix und Co. und somit sinnlosem Entertainment zu verhelfen und sicherlich keine neuen Unternehmen mit Arbeitsplätzen in die Gemeinde holt -- letzteres wird von den Befürwortern des Projektes immer gerne als Vorwand für das LWL-Netz vorgeschoben --, während für weit wichtigere Infrastrukturmaßnahmen seit Jahren angeblich kein Geld da ist.

Das jetzige Netz in meiner Gemeinde wäre überhaupt nicht überlastet, wenn es lediglich zum Internetsurfen bzw. zu Informationszwecken und für Online-Einkäufe genutzt würde und nicht die gesamte Bandbreite von einigen Gemeindemitgliedern zum privaten Streamen von Filmen aus dem Internet verbraucht würde. Die sind daran Schuld das die Leute, die wirklich über das Internet arbeiten müssen, Bandbreitenengpässe haben.

Ich arbeite selbst auch über das Internet, da ich mein Geld als privater Daytrader per Online-Trading an der Börse verdiene. Dazu brauche ich kaum Bandbreite und auch Leute die hier in der Gemeinde Internetshops betreiben brauchen keine besonders performante Leitung. Online-Shops funktionieren weitgehend textbasiert und werden beim Provider gesichert. Da schiebt man nicht täglich mehrere Gigabyte an Daten durch das Netz.

Das einzige Problem haben vermutlich Hotelbesitzer, wenn deren Kunden Videostreams in FullHD ansehen wollen, was dann eben zu bestimmten Tageszeiten -- normalerweise wenn die meisten Leute frei haben und daher zu Hause sind, was die Theorie, dass es an Youtube, Netflix und Co. liegt und nicht an geschäftlicher Nutzung des Internets, noch untermauert -- nicht so gut geht. Aber ein größeres Hotel gibt es hier in der Gemeinde nicht und es wird sich wohl kaum eines ansiedeln, nur weil es plötzlich breitbandigeres Internet gibt.

Fazit: Wenn man einen Glasfaseranschluss per Bürgerinitiative vorantreibt, dann sollte das Projekt gänzlich ohne öffentliche Gelder finanziert werden, so dass in dem Fall aus dem Artikel die 30% der Bevölkerung, die gar keinen Glasfaseranschluss wollen, nicht mit ihren Steuern/Abgaben an die Gemeinde daran wider Willen finanziell beteiligt werden, während sie auf der anderen Seite auf weit wichtigere Infrastruktur verzichten müssen.

In meiner ländlichen Gemeinde haben beispielsweise viele Haushalte nicht einmal eine Anbindung an das öffentliche Trinkwasser- und Abwassernetz und wenn sie eine wollen, müssen sie diese selbst bezahlen, was sich viele aufgrund der langen Leitungswege zu ihren Grundstücken nicht leisten können.

Ich habe beispielsweise den Gegenwert eines gut ausgestatteten Mittelklasseautomobils in den Trinkwasser, Abwasser und Gasanschluss meines umgebauten ehemaligen Bauernhofs investiert (Nicht das ich das gechlorte Trinkwasser aus dem öffentlichen Trinkwasseranschluss nutzen würde, da gefällt mir das Grundwasser hier besser, aber wenn ich schon einmal Leitungen verlegen lasse, dann wollte ich auch einen Anschluss ans Trinkwassernetz.). Der Stromanschluss lag glücklicherweise schon.

Es gibt hier in der Gemeinde eine ganze Reihe kleinere, auf dem freien Land gelegene Ansiedlungen, die wesentlich näher an der nächsten größeren Ortschaft liegen als mein Hof, aber trotzdem immer noch keinen Trinkwasseranschluss haben. Die Höfe in deren Umgebung werden zudem oft noch landwirtschaftlich genutzt, so dass das dort als Trinkwasser geförderte Grundwasser oft von Düngemitteln belastet ist. Da fühlt sich die Gemeinde aber nicht in der Pflicht mal einen Trinkwasseranschluss wenigstens in die Nähe zu legen, damit auch jene Leute, die vielleicht nur ein kleines Grundstück in so einer Ansiedlung besitzen und mit ihren finanziellen Mitteln haushalten müssen, die Möglichkeit haben an sauberes Trinkwasser zu kommen. Geht ja auch nur um die Gesundheit der Menschen dort. Da ist ein Glasfaseranschluss zu Entertainmentzwecken natürlich viel überlebenswichtiger, solange die Grenzwerte beim Trinkwasser nicht ständig überschritten werden. Aber in dem Fall kann man ja immer noch die Bauern zwingen weniger Dünger zu verwenden. Dieser Verwaltungsakt scheint günstiger zu sein als eine Trinkwasserleitung zu verlegen und kostet aus Sicht der kurzsichtigen Gemeindeverwaltung ohnehin die Bauern wegen fallender Ernteerträge das meiste Geld und nicht die Gemeinde. was die vermutlich nicht sehen ist, dass diese Bauern von ihren Gewinnen auch Steuern zahlen und es die Gemeinde somit schon noch an einer anderen Stelle Geld kostet so zu handeln.

Dieser Breitband-Internet-Aktionismus, der in der letzten Zeit immer mehr um sich greift, hat also auch eine andere Seite. Nicht immer ist alles für das sich eine Mehrheit findet auch unverzichtbar und von höchster Dringlichkeit. Daher halte ich es nicht unbedingt für sinnvoll solche Beispiele wie dieses von der Gemeinde Markt Indersdorf als Vorbild hinzustellen.
 
@resilience:
Vielen Dank auch!
Danke, dass es solche Menschen wie Sie auch noch gibt!
Jetzt dürfen Sie Ihre 5 Minuten Ruhm auskosten und sich auf die Schulter klopfen, wie sehr Sie die
Welt verbessert haben! Oder? Das haben Sie doch!? Oder doch nicht?

Doch, ganz sicher haben Sie - um es mal mit Ihrer Umweltrhetorik zu sagen:
Die Bagger dürfen jetzt ein paar Kilometer mehr aufgraben, mehr Kraftstoff verbrauchen, mehr CO2 rausblasen,
damit noch mehr Leitung verlegt werden kann.
Sie haben auch einen wertvollen Beitrag geleistet um ihre Gegend aufzuwerten und die Lebensqualität
ihrer Mitmenschen zu steigern - Sie brauchen es ja nicht, das ist legitim und sei Ihnen gegönnt!

Danke, dass Sie der Maßstab sind, was anderen Menschen zu genügen hat und was nicht!
Danke, dass andere ihre Hobbies und Vorlieben teuer bezahlen müssen, weil ihre Wiese einen Monat nicht grünt!

Es gibt leider so viele Beispiele, auch hier wo ich wohne, wo mit Besserwissen, Vorurteilen und aus Angst,
Projekte die nicht nur der Allgemeinheit zugute kommen, sondern auch die Umweltbelastung senken würden keine
Umsetzungschancen haben.

Einmal mehr das Paradebeispiel des "echten Deutschen".
Autofahren, toll! In den Urlaub fliegen, toll! Bahnfahren, super!
Autobahn bauen, um Gottes willen - Tierschutz, Lärm, Flächenverbrauch, blablabla!
Flughafen, seid ihr Wahnsinnig!
Gleise? Ja aber bitte nicht in meiner Gegend!

Nein, alles ist gut so wie es ist. Alles soll so bleiben!
Solchen Menschen wünsche ich das Mittelalter zurück.
Die mögen in der "guten alten Zeit" schmoren und sich darüber freuen!

Gott sei Dank, dass Menschen sterben müssen sonst würden wir vermutlich
immer noch mit der Keule durch den Wald rennen.
 
@resilience: Hallo, ich verstehe nicht ganz warum du schon (aktuell) vier "-" beziehst, wahrscheinlich haben die meisten nicht komplett gelesen oder es schlicht nicht verstanden.

Ich selbst finde den Glasfaserausbau sehr wichtig! ABER nicht mit allen Mitteln und deine Beispiele fand ich in diesem Zusammenhang auch interessant (Glasfaser legen wollen, aber nicht mal die Trinkwasserversorgung gewährleisten können). Weiterhin, wenn jemand schlicht nicht will, dass auf SEINEM Grundstück (SEIN EIGENTUM) rumgebuddelt wird es auch nicht gemacht wird, insbesondere, wenn man wie hier auch mögliche Folgen berücksichtigt.
Andere mögen das als eigensinnig ansehen - als Person die nicht an andere denkt- aber hier würde ich dann doch mal wieder an das Trinkwasserbeispiel verweisen.

ein paar Punkte habe ich allerdings auch zu bemerken:
- schnelles Internet wird immer wichtiger, für manche mehr für manche weniger. Problematisch ist es aber auch, dass Gemeinden auch von jungen Familien abhängig sind und da ist nunmal heutzutage eine schnelle Internetanbindung ein Pluspunkt - Ich würde z.B. gerne wieder ländlicher wohnen, bin aber arbeitsbedingt auf eine Anbindung um 50MBit angewiesen.
- auch wenn du jetzt sagst, dass dir jetzt 2Mbit reichen, spätestens 2018 wirst du eine schnelle Leitung benötigen (sofern du das Telefon benötigst), da dann ALLE alte Leitungen ISDN und Analogtelefon abgeschaltet und auf VoIP umgestellt werde. Aus eigener Erfahrung würde ich nicht empfehlen VoIP mit weniger als 10MBit zu betreiben (es geht natürlich auch weniger, aber ggf. leidet die Stabilität und/oder die Qualität) - wenn 16MBit ->stabil<- erreichbar sind sehe ich aber auch da kein Problem.
 
@resilience: Das ist schon fast allerköstlichste Ironie das dieser Kommentar von einem Daytrader kommt... Von jemandem der sein Geld damit verdient auf die Arbeit anderer Leute zu spekulieren und selbst keinen einzigen Finger krumm macht.
 
@resilience: Was ein riesen Haufen Schwachsinn. Warum habe ich meine Zeit damit verschwendet?
 
@kkp2321: Weil du so eigensinnig warst und anstatt kleinen Babyrobben oder der Gemeinnschaft einfach mal zu helfen, diese 5 Minuten lieber ganz für Dich investiert hast. Total eigennützig. [Ironie ist, wenn man es dennoch nicht versteht ;)]
 
@Diak: Ja, wie konnte ich nur ^^
 
@resilience: Ein Leerrohr, 5m in der Tiefe verlegt und Sie hätten in Ihren Lebzeiten nie wieder etwas vom Vorhandensein des Kabels bemerkt. So tief käme auch Ihre Egge/Ihr Pflug nicht.
Im Falle das tatsächlich mal auf Ihrem Grund etwas mit dem Kabel gewesen wäre, hätte das Kabel dann locker rausgezogen und ein neues durchgeschossen werden können.

Sie wollen kein Glasfaser - ist ja auch Ihr gutes Recht - aber hey; Sie hätten die Bedingungen, unter welchen Sie das Kabel akzeptiert hätten, stellen können und hätten immernoch kostenfrei einen Anschluss ans Haus bekommen.

Ob Sie den Anschluss nun nutzen wollen oder nicht, stellt er dennoch eine Aufwertung des Grundstückes dar (auch wenn Sie es aus heutiger Sicht niemals verkaufen wollten). Haben oder nicht Haben - oder aus welchem Grund haben Sie selbst in die restliche Infrastruktur investiert, wenn nicht deswegen? Nach Ihrer Analogie wäre es auch die nächsten 10 Jahre mit Sickergrube und Grundwasseranschluss gegangen....

Kurzum: Mancher schiesst sich, um seiner Ruhe und seines Friedens wegen, gern auch mal selbst ins Bein und wundert sich dann, weswegen der RTW über Buckelpisten zum KrKH fährt.
 
Also erst mal freut mich das für die Anwohner dort, dass so ein Projekt geglückt ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, sowas auch für den Rest der Republik als Möglichkeit für den Netzausbau anzusehen. In der Region müssen schon besondere Bedingungen herrschen, damit sowas klappt. Bei mir in der Stadt hat die Telekom Glasfaser "kostenlos" ausgebaut. Einzige Bedingung war nen 2 Jahresvertrag oder optional einmalig 400€. Wenn man eh nen internetanschluss bezahlt, bekam man so den Anschluss praktisch geschenkt. (35€ für 50/10 Mbit/s, 200/100 Mbit/s kosten dann glaub 50€)
Tja und trotzdem haben sich erstaunlich viele Leute gegen diesen Anschluss entschieden. Es waren gerade mal 50%. Der Rest der Immobilien ist halt jetzt nicht ans Netz angeschlossen. Das wird überigens in Markt Indersdorf nicht anders sein. Das sehe ich als eines der größten Probleme, dass bei so einem Ausbau eben nicht flächendeckend ausgebaut wird. Mit solchen Aktionen bleiben die weißen Flecken mit schlechtem Internet weiterhin bestehen, sie werden nur kleiner.
 
Bei uns (ebenfalls kleine bayer. Gemeinde) wurde auch ein Glasfasernetz aufgezogen, buchbarer Downstream sind bei uns 16/25/32/50/75 u. 100 Mbit/s.

Die gute alte Telekom hatte bislang nur max. 16 Mbit/s über Kupfer im Angebot (von denen max. 12 Mbit/s ankamen).

Nachdem sich über 75 % des Ortes zur Abnahme verpflichtet hatten (bei 75 % lag der Break-Even-Point), gingen in den Straßen die Bauarbeiten los, und bei der Telekom gingen zeitgleich die Kündigungen und die Portierungsaufträge ein.

Erst dann ist die Telekom aufgewacht und hat flugs alle DSLAMs mit neuester Technik aufgerüstet und kann nun überall 50/10 auf Basis VDSL anbieten. Zu spät, liebe Telekom, gut 75 % der bisherigen Kunden habt Ihr in unserem Ort durch Eure Trägheit verloren.
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