Microsoft zerpflückt Office-Team - Abschied von klassischer Entwicklung

Microsoft hat seine Office-Sparte in den letzten Wochen und Monaten offenbar kräftig umgebaut, um sie für die Zukunft flexibler zu machen. Statt Gruppen für einzelne Produkte zu bilden, sollen die Mitarbeiter nun gemeinsam an Produkten mit ähnlichen ... mehr... Microsoft, Android, Office Bildquelle: Microsoft Microsoft, Android, Office Microsoft, Android, Office Microsoft

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Ich konnte mit Office 2000 alles machen, was ich brauchte. Ehrlich gesagt, konnte ich auch schon mit Office 97 alles wesentliche... Auch heute habe ich keine weitergehenden Ansprüche. Im Gegenteil, mit den neuen Office Versionen sind Dinge weg-gefallen, die für mich sehr nützlich waren.
Ich kann verstehen, dass Microsoft mit immer neuen Versionen immer wieder Geld verdienen möchte. Aber was soll ich mit 100 neuen Funktionen, die ich nicht brauche, wenn ich doch schon 98% der vorhandenen Funktionen gar nicht nutze...
 
@Skystar: meine Erfahrung ist deutlich anders. Ich arbeite sehr viel mit Excel und sehr großen Datenmengen und komplexen Funktionen und Makros. Ich habe auf meinem Firmenrechner Windows 7 mit Office 2013. Der hatte einen Defekt, weshalb ich als kurzfristigen Ersatz einen älteren Rechner mit Windows XP und Office 2003 bekommen habe. Jesus Christ....war das ein Krampf. Vom Workflow bis hin zu absoluten Basisfunktionen, quasi unbenutzbar für mich. Bestens Beispiel: Man kann pro Filter nur ein(!) Element auswählen. Oder so eine simple Funktion wie "Duplikate entfernen" gibt es einfach nicht. Also wer etwas komplexer mit Office arbeitet, der kommt an einer halbwegs aktuellen Version nicht herum.
 
@FuzzyLogic: Ich glaube Skystar meinte eher seine Privaten Ansprüche, als irgendwelche Beruflichen Anforderungen.
Es macht schon einen Großen unterschied, ob Privat oder Geschäftlich!
 
@Kribs: Nun, Geschäftlich bin ich bereits auf 8 Rechnern zu Libre Office gewechselt, denn da liegen die Ansprüche deutlich unter meinen Privaten :-)
5 Mal haben wir noch Office 2010Pro im Einsatz, weil wir da Outlook brauchen.
 
@Skystar: Ich bin zwar treuer MS Office-Nutzer, aber eine OpenSource-Alternative zu Outlook wäre schon sehr nett :-) Und nein Thunderbird ist keine Alternative sondern nur ein E-Mail-Client, vom Funktionsumfang her zu vergleichen mit dem früheren MS Mail.

Exchange-Support (oder ein alternatives Protokoll mit dem gleichen Funktionsumfang) wäre schon sehr schön :-)
 
@generalwest: Wir benutzen auf den Libre-Office Rechnern den EM-Client als Outlookersatz.
Der ist zwar manchmal etwas zickig und synchronisiert nicht immer alle Inhalte des Outlook Kontos, aber er ist um Galaxien besser als Thunderbird.
Da wir in den Büros in Brasilien nur jeweils eine einzighe E-Mail Adresse benutzen ist der EM-Client kostenlos (bis zu 2 Adressen)
 
@Skystar: "Da wir in den Büros in Brasilien" also geschäftlich, Ja?
Dann nutzt ihr das illegal, da nur die nicht kommerzielle Verwendung erlaubt ist.
http://de.emclient.com/pro-vs-gratis
 
@FuzzyLogic: Das sind von Microsoft selbst geschaffene Probleme für die man Microsoft auch noch belohnt, wenn man sich eine neuere Office-Version kauft.

Hätte Microsoft in Office 2013 nicht künstlich verhindert, dass man es auf irgendeiner älteren Version als Windows 7 installieren kann um die 2000-, XP- und Vista-Nutzer dazu zu zwingen für Windows 7 Lizenzen zu zahlen anstatt sich einfach nur das neue Office-Paket zu kaufen um wieder mit den von der neuesten Office-Version erzeugten Dateien von Bekannten, Kollegen und Geschäftspartnern arbeiten zu können, hättest Du die Office 2013 Lizenz ganz einfach auf dem Windows XP Rechner installieren können bis Dein eigentlicher Arbeitsrechner wieder einsatzbereit gewesen wäre.

Im übrigen beneide ich Dich um Deine Arbeit mit Exel nicht. Ich käme nie auf die Idee mit ``sehr großen Datenmengen'' in einer Tabellenkalkulation zu arbeiten über deren Speicherformat ich keinerlei Kontrolle habe. Wenn Exel da durch irgendeinen Bug irgendwelchen Unsinn speichert, kriege ich das bei großen Datenmenge möglicherweise erst viel zu spät mit und komme dann u. U. selbst mit einem Backup nicht mehr auf einen sauberen, aktuellen Stand zurück. Den Thrill brauche ich nicht.

Übrigens:

Die Funktion ``Duplikate löschen'' gibt es in Exel 2003 nur für jene Leute nicht, die ihrer Konditionierung auf eine aktuelle Exel-Version nicht entfliehen können oder wollen. Alle anderen haben sogar zwei Möglichkeiten...

Möglichkeit 1: Duplikate in Exel 2003 finden
1. Feld aus der Liste markieren in der nach doppelten Einträgen gesucht werden soll.
2. Über Daten/Filter/Autofilter den Filter auswählen
3. Im Auswahlmenü in der obersten Zelle der Liste kann man nun auswählen, welcher Listeneintrag angezeigt werden soll.
4. Gibt es den Listeneintrag mehrfach, erscheinen die doppelten Einträge. Listet Excel hingegen nur ein Ergebnis, gibt es keine Duplikate.

Möglichkeit 2: Doppelte Einträge automatisch mit dem Spezialfilter löschen
1. Eine Zelle in der Liste markieren.
2. Über Daten/Filter/Spezialfilter den Filter auswählen.
3. Im Spezialfilter-Menü ``An eine andere Stelle kopieren'' und ``Keine Duplikate'' auswählen. Im Feld ``Kopieren nach'' festlegen, wohin die Liste ohne doppelte Einträge kopiert werden soll und die Einträge kopieren. Fertig.

Das zeigt aber einmal mehr ein generelles Problem von graphischen Benutzerinterfaces gegenüber kommando- bzw. textgesteuerten Benutzerschnittstellen: Jede Überarbeitung und jedes Einarbeiten neuer Funktionen in eine graphische Oberfläche degradiert den in der alten Oberfläche erfahrenen Benutzer wieder zu einem oft sogar nach altbekannten Funktionen, die er in der alten Oberfläche schon blind traf, herumsuchenden Anfänger.

Dasselbe gilt für jemanden, der nur eine neuere Oberflächenversion kennt und plötzlich mit einer alten Version arbeiten muss, wie man hier sehen konnte. Der sieht nämlich die gesuchte Funktion in der alten Oberfläche nicht in der gewohnten Form und ist daher oft der Meinung, es gäbe sie nicht obwohl sie dort nur anders realisiert ist.

In einem Kommandozeileninterface oder mit Keyboard-Shortcuts lernt man hingegen einmal einen Befehl plus dazugehöriger Syntax bzw. einen Shortcut und kann diesen normalerweise über Jahrzehnte in jeder neuen Version der Software nutzen, weil er sich nicht verändert und hat dazu noch den Vorteil einen einmal gelernten Befehl zur Automatisierung von Vorgängen per Batch-Datei verwenden zu können, wo man in der graphischen Oberfläche zu unzuverlässigen Krücken wie einem Makrorekorder greifen müsste.

Nur wenn man neue Funktionen benötigt, muss man neue Shortcuts oder, in einem textbasierten Nutzerinterface, neue Befehle lernen. Damit hat man auf lange Sicht viel weniger zu lernen als Leute, die sich in jeder neu gestalteten Oberfläche eines bekannten Programms erst wieder neue Klickwege zu altbekannten Funktionen suchen und merken müssen. Wer Shortcuts/Befehle kennt, der braucht in einer neuen Programmversion nicht Zeit mit Herumsuchen verschwenden. Er kann direkt arbeiten wie gewohnt.

Die Umstellung auf die Ribbon-Oberfläche mit Office 2007 hat die MS-Office nutzenden Unternehmen beispielsweise in den letzten 10 Jahren weltweit Milliarden gekostet. Nicht nur für die MS-Office-Lizenzen, sondern auch an jahrelang vergeudeter Arbeitszeit durch wie Anfänger in einer neuen Oberfläche herumsuchende, gut bezahlte Office-Profis und die höhere Ineffizienz der für Anfänger zugeschnittenen Oberfläche für professionelle Nutzer. Bis heute höre ich von vielen MS Office Nutzern, dass sie die neue Oberfläche auch nach bald 10 Jahren Arbeit mit ihr immer noch für ineffizienter halten als die klassische Oberfläche. D. h. diese Nutzer verschwenden nun scheinbar seit 10 Jahren Arbeitszeit, weil sie gezwungen sind mit einer für Anfänger optimierten Oberfläche zu arbeiten.

Gut, man könnte dem entgegen halten, dass sie in Wahrheit in der Mehrzahl der Fälle nicht gezwungen sind mit der ineffizienten, graphischen Oberfläche zu arbeiten, da sie als langjährige Nutzer längst auf die schon der alten graphischen Oberfläche weit überlegenen, da weitaus effizienteren Keyboard-Shortcuts zurückgreifen müssten und daher ihre eigene Einstellung an ihrer eigenen ineffizienten Arbeitsweise Schuld trägt und nicht etwa Microsoft mit seinem Versuch durch die neue Oberfläche Anfänger an das kostenpflichtige Office-Paket zu binden.

Das ändert an der Sache aber nur den Schuldigen und nicht das grundsätzliche Problem mit graphischen Oberflächen.
 
@Skystar: Vermutlich reicht dir dann sogar die freie online Version der Produkte. Ist für meine privaten zwecke wie mal den einen oder anderen Brief erstellen und ein paar Zinseszinsrechnungen völlig ausreichend....
 
@scar1: Die Online-Versionen sind zum einen unnötig unübersichtlich und zum 2. braucht man eben eine gute Online-Verbindung.
Ich habe in mehreren Büros nur max. 1MBit (shared) über Antenne. Da freut man sich, wenn überhaupt mal was ankommt...
 
@Skystar: Naja ein paar super Funktionen hatten die alten Versionen noch nicht. Sei es die PDF Version, oder die ganzen Filterfunktionen bei Excel. Und viele andere Funktionen, die man eher dann im Unternehmen benötigt.
 
@Skystar: ich nutze immer noch Office 2000 erweitert um neue Datei Formate
 
Mir würde eigentlich auch ein "einfacheres" MS-Office reichen. Bei den neueren Versionen kann man ein PDF erstellen, was es früher so nicht gab. LibreOffice iste eine recht gute Alternative, allerdings gibt es hier manchmal ein paar Probleme beim Einfügen und Einpassen von Objekten wie Fotos.
 
@Gerdo: Wenn du dir ein "einfacheres" Office wünscht empfehle ich dir die Office-Apps. Word Mobile, PowerPoint Mobile und Excel Mobile sind für den Privatanwender nicht nur ausreichend sondern auch sehr viel angenehmer zu bedienen. Meine Eltern nutzen die Mobile-Apps und decken damit ihren gesamten Bedarf an Funktionen ab, für mich sind sie inzwischen zum bevorzugten Viewer geworden weil das Interface einfach nicht so ablenkend ist wie das volle Office (keine Kritik am vollen Office, die Funktions-Vielfalt ist ist produktiven Alltag je sehr zu begrüßen, nur um ein Word-Dokument zu lesen muss es nicht sein oder einen kurzen, privaten Brief zu schreiben muss es nicht sein :-) )

Und ja auch die Mobile-Apps kosten auf Geräten > 10" wenn man Dateien bearbeiten will, aber das Office 365 Home-Abo wird einem ja inzwischen eigentlich hinterher geworfen :-)
 
Ich hoere hier vom Office Bereich nur schlechtes was die Performance und Processing auf groesseren Spreadsheets angeht
 
@-adrian-: Was für eine Office-Suite nutzt euer Office Bereich? :-)
 
@generalwest: Office 2016 Pro im Current branch for business via Office 365 Business Premium. Haengt eigentlich alle 15 minuten beim laden von VLOOKUPS via mehreren tausend Zeilen
 
Wenn die diese "Plattformen" mal endlich aufgeben würden... ich will mein MS-Office (Desktop Version) überall nutzen bzw. mein Word Dokument und genau auch nur dieses. Aber irgendwie hat da MS seit Jahren kein Einsehen, nein es wird sogar noch mehr. Edge->Teilen, eMail oder OneNote, kein MS Office. Seit Jahren (Jahrzehnten) Kontakte, Mails usw. obwohl MS Office installiert ist. Keine Ahnung, ich verfüge nicht über ein entsprechendes Gerät, aber Desktop-MS-Office und Mobile-MS-Office, funktioniert da alles problem- und reibungslos? Excel Tabelle schreiben auf OneDrive freigeben, damit andere damit arbeiten können, naja, es geht. Also optimal ist da so einiges nicht, wie ich finde.
 
Ich verarbeite berufl. auch große Datenmengen mit Office. Excel, etwas Word und etwas Access und Outlook.
Ganz wenig Powerpoint. Bin bei Office 2010 stehen geblieben. Danach wurde immer mehr abgespeckt für Touchbedienung, Cloud-Anbindung und Mobilen Einsatz. Alles drei für mich bis heute irrelevant.
Eine ernstzunehmende Datenmenge bearbeitet man an einem PC/Notebook mit nennenswerter Rechenpower, Speicher und Maus/Tastatur.
Der Rest ist Marketing-Geschwätz und Manager-Mathematik.

Ich wünsche MS richtig schlechte Ergebnisse mit ihren Strategien der letzten Jahre.
Ich finde, mit den Neuausrichtungen (auch bei MS Office) setzen sie falsche Prioritäten.
Ballmer war schon ein Chef ohne klare Ziele. Der wollte immer nur Konkurrenten bekämpfen anstatt den Markt zu prägen. Bei Nadella sehe ich auch keine klare Strategie. Auf "Mobile" machen ist nun nicht unbedingt neu. Wenn Mobile, dann müsste man bei Hardware (Smartphones) und Software (Win10 Mobile) wirklich Innovation und Neues bieten.
Aber da ich nur ein kleines Licht bin, habe ich bestimmt nicht Recht.
 
Ich bezweifele ernsthaft, dass sich durch engere Zusammenarbeit der Entwicklungsteams bei MS Office noch etwas retten lässt.

Als ich letztes Jahr bei eine Kooperation meiner Hochschule mit der Industrie dazu gezwungen war mit Word einen über hundertseitigen, wissenschaftlichen Bericht mit diversen Tabellen, mathematischen Gleichungen und Abbildungen zu erstellen, ruckelte der Bericht bei Scrollen im Word-Dokument schon bevor ich auch nur die 100-Seiten-Marke erreichte und das auf Intel-Core-i7-Desktop-Hardware aus dem Jahr 2014.

Selbst beim simplen Eintippen von Text bei letzten Korrekturen im fast fertigen Dokument konnte ich damals mit bloßem Auge eine Verzögerung erkennen bis die von mir getippten Buchstaben auf dem Bildschirm in Word erschienen und ich tippe mit meinen um die 200 Anschlägen pro Minute noch nicht einmal besonders schnell. Profis schaffen weit mehr.

Dasselbe Performance-Problem hatte ich schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, als ich noch regelmäßig mit Word arbeitete. Damals noch auf Intel-Hardware mit Pentium-1-, Pentium-2- und Pentium-3-Prozessoren. Zu der Zeit bekam man die Performance-Probleme plus Instabilitäten von Word oft schon bei 10-20 Seiten zu spüren. Auf heutiger Standard-Office-Hardware passiert das lediglich 30-40 Seiten später und bei besonders leistungsstarker Desktop-Hardware halt noch etwas weiter in Richtung der 100-Seiten-Marke. Dafür, dass sich die Rechenleistung des Durchschnitts-PCs in der Zwischenzeit vervielfacht hat und für Microsoft über zwei Jahrzehnte Entwicklungszeit dazwischenliegen, ist der heutige Zustand in jedem Fall äußerst unbefriedigend.

Mein heutiger Desktop-Rechner im Labor kann vermutlich aktuelle 3D-Shooter mit 60 fps und mehr flüssig darstellen. Mit Word kann man darauf nicht einmal ein zu anderen Dokumenten an denen ich regelmäßig arbeite (das umfangreichste davon enthält derzeit über 15.000 DIN-A4-Seiten) vergleichsweise winziges 100-Seiten-Dokument flüssig bearbeiten. Das nervt mich gewaltig, weil ich es nicht gewöhnt bin, bei Office-Aufgaben von der verwendeten Hardware in meiner Arbeitsgeschwindigkeit behindert zu werden.

Microsoft vergeudet mit Word auch nach weit über zwei Jahrzehnten Entwicklungszeit derart viele Systemressourcen für simple, da hauptsächlich immer noch textbasierte Büro-Aufgaben, dass ich letztes Jahr beim Arbeiten mit Word 2013 an dem Bericht auf meiner Mobilhardware sogar feststellen musste, dass der Akku schneller leer war als beim Arbeiten mit LaTeX an anderen Projekten.

Geeignete Mobilhardware habe ich mir zudem letztes Jahr erst einmal vom Arbeitgeber beschaffen lassen müssen, denn auf meiner vorherigen Mobilhardware aus dem Jahre 2008 lief Word 2013 zunächst einmal gar nicht, da Microsoft verhindert hat, dass es auf Windows Vista überhaupt installiert werden kann. Auf der testweise installierten Windows-7-Lizenz meines Arbeitgebers auf meinem ``alten'' Dienst-Notebook ließ sich die MS-Office-Lizenz von meinem Arbeitgeber daraufhin zwar installieren, dafür lief Word dann dort noch weit weniger performant als auf meinem Laborrechner, so dass ich im Mobilbetrieb im Labor des Kooperationspartners aus der Industrie teure Arbeitszeit beim Editieren verschwendet hätte. \\
Im Jahre 2015 muss man also ein ansonsten immer noch für alle Aufgaben ausreichendes 2008er Notebook ersetzen, weil darauf unter MS Office erst Installationsprobleme und dann auch noch Performance-Probleme bei hauptsächlich textbasierten und daher eigentlich performancetechnisch anspruchslosen Büro-Arbeiten auftreten. Das darf man eigentlich niemandem erzählen, denn Office-Arbeiten konnte man ursprünglich schon vor Jahrzehnten auf Rechnern erledigen, die selbst zum MP3-Abspielen noch zu wenig Leistung hatten.

Unter LaTeX bearbeite ich hingegen selbst auf meinem fast 12 Jahre alten Pentium-M-Business-Notebook 500-Seiten-Dokumente komplett flüssig im Editor. Kein Ruckeln beim Scrollen, keine erkennbare Verzögerung bis die Buchstaben beim Tippen mitten im fast fertigen Dokument auf dem Bildschirm erscheinen und die LaTeX-Dokumente bzw. die aus dem LaTeX-Quellcode erzeugten PDF-Dokumente lassen sich nicht nur weit flüssiger scrollen als ein Word-Dokument, sondern sind am Ende sogar noch typographisch hochwertiger bzw. professioneller gesetzt als alles was selbst ein professioneller Buchdrucker mit Word zustandebringen kann.

Ich persönlich glaube nicht wirklich, dass Microsoft es nach über zwei Jahrzehnten Entwicklungszeit durch eine Umgestaltung der Entwicklungsmethode von MS Office noch schafft, seinen Rückstand aufzuholen und diesem lahmen, ressourcenfressenden Office-Paket endlich Beine zu machen. Wenn das so einfach wäre, wäre da in mehreren Jahrzehnten Entwicklungszeit sicher schon einmal jemand darauf gekommen.

Selbst wenn Microsoft das Ressourcen-Effizienzproblem endlich in den Griff kriegen würde, wäre das nur eines der Effizienzprobleme mit denen MS Office zu kämpfen hat. Das andere wird laut Studien durch die graphische Oberfläche und die Masse der Nutzer verursacht, die ihre Arbeitszeit damit verschwenden in dieser zeitraubend wie ein Anfänger herumzuklicken und dieses Verhalten offenbar auch nach Jahren der MS-Office-Nutzung nicht zugunsten der wesentlich effizienteren Nutzung von Keyboard-Shortcuts abzulegen bereit sind, wie diese Studie bestätigt:

Hidden Costs of Graphical User Interfaces: Failure to Make the Transition from Menus and Icon Toolbars to Keyboard Shortcuts
http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1207/s15327590ijhc1802_1

Vielleicht sollte Microsoft also einmal darüber nachdenken, ob sie nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und dazu die ineffiziente, ressourcenfressende graphische Oberfläche weitgehend abschaffen und die Nutzer damit gleichzeitig zu effizienterem Arbeiten zwingen wollen. Denn eine geringfügig kürzere Anlernzeit durch die für Anfänger zunächst einfacher zu bedienende graphische Oberfläche macht niemals die danach über Jahre andauernde Arbeitszeitverschwendung durch die per wissenschaftlicher Studie belegte Weigerung selbst langjähriger Nutzer auf effizientere Bedienmethoden umzusteigen wett.

Ich würde aber vermuten, Microsoft packt auch in Zukunft eher noch mehr unoptimierten Code für neue Funktionen in MS Office hinein und man braucht dann demnächst ein Dual-Xeon-Workstation-Notebook mit eigenem Stromgenerator in Form einer Brennstoffzelle, um mit Word auf einem Transatlantikflug halbwegs performant und durchgängig Office-Aufgaben erledigen zu können und nicht schon nach wenigen Stunden im Flieger mit leerem Akku Däumchen drehen zu dürfen. ;-)

Mit Blick auf den angeblich so wichtigen Mobilgerätemarkt in dem fest eingebaute Akkus, die wegen der immer flacheren Geräte wenig Kapazität haben, vorherrschen, ist ein Office-Paket, das derart sorglos Ressourcen verschwendet, meiner Meinung nach heutzutage obsolet.

Die Zukunft wird zeigen, was aus MS Office wird. Leute und Organisationen, die viele MS-Office-Dokumente besitzen, werden MS Office wohl noch eine Weile am Leben halten. Schon weil dessen Dokumente, trotz mittlerweile offen dokumentierter Dateiformate, immer noch zu jeder anderen Office-Software am Markt mehr oder weniger inkompatibel sind und es zu viel Arbeitszeit und damit Geld kosten würde, diese Dokumente einzeln von Hand auf Konvertierungsfehler zu überprüfen um sie auf kostengünstigere bzw. kostenlose Office-Pakete wie OpenOffice oder LibreOffice vollfunktionsfähig und fehlerfrei umzuziehen.

Möglicherweise probiert Microsoft mit dieser Neuorganisation der Office-Entwicklungsteams ja aus, ob und wie viele Entwickler sich mit der neuen Strategie mittelfristig einsparen lassen und wie weit sich die Entwicklungskosten so drücken lassen. Denn den eher rechenleistungsschwachen Mobilmarkt werden sie mit einem derart ressourcenhungrigen Office-Paket nicht aufrollen können, solange es für weitverbreitete Mobil-Plattformen nur funktionsreduzierte MS-Office-Apps geben kann, weil die Vollversionen von Word und Co. die Mobilhardware überfordern würden. Wenn sich MS Office im Mobilbetrieb nicht durchsetzt, wäre ein kleineres Entwicklungsteam, in dem jeder an allen Komponenten arbeiten kann, länger finanziell am Leben zu halten als ein großes.

Es wird interessant sein zu sehen, wie Microsoft aus der Nummer herauskommen will. Das ``Online-Office'' im Browser ist jedenfalls bisher auch kein vollwertiges, mobiles Office und angesichts der vielen Einbrüche in Computersystemen, von denen auch schon einige Microsoft-Server betrafen, kann ich mir ohnehin nicht vorstellen, dass besonders viele Firmen ihre Dokumente mit Geschäftsgeheimnissen und Unternehmensstrategien online bearbeiten wollen.

Ich selbst muss glücklicherweise nicht täglich mit Word arbeiten und meine Word-Dokumente aus den 90er Jahren sind längst auf StarOffice und später, mit einem von mir für StarOffice geschriebenen Konvertierungsfilter, auf LaTeX umkonvertiert worden und somit ohne weitere Umkonvertierung bis an mein Lebensende mit jedem Texteditor zu lesen. Ich kann also in Ruhe abwarten, was passiert.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Microsofts Aktienkurs in Euro

Microsofts Aktienkurs -1 Jahr
Zeitraum: 1 Jahr