EU: Fake-Rezensionen durch Ausweispflicht fürs Netz stoppen

In einem aktuellen Positionspapier zum Online-Markt sind einige Mitarbeiter der EU-Kommission teils extrem weit übers Ziel hinausgeschossen. Glaubhafteren Produktrezensionen wollen sie gleich die komplette Anonymität im Internet opfern. mehr... Datenschutz, Privatsphäre, Ausweis Bildquelle: striatic / Flickr Datenschutz, Privatsphäre, Ausweis Datenschutz, Privatsphäre, Ausweis striatic / Flickr

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Richtige Entscheidung. Das Ganze bitte auch mit normalen Accounts in Foren.
Auch wenn ich jetzt hier 100- kassiere. Ich habe viel in den letzten Jahren erlebt, was hinter Anonymität passiert und das gefiel mir persönlich nicht, da es gegen meine Person ging bzw weiterhin geht. Immerhin wohne ich nun woanders und habe eine neue Adresse, bekomme ich immerhin keine ungewünschte Post oder Pakete auf Nachnahmegebühr mehr.
 
@DARK-THREAT: Alles klar, Herr Schäuble.
 
@DARK-THREAT: Warum bist du dann unter einem Pseudonym hier angemeldet?
 
@DARK-THREAT: Na dann passiert genau das, was du jetzt beschreibst. Wenn ich weiß, wer du bist etc. kann ich dir ja immernoch anonym nette Briefchen oder Pakete schicken. So rum läuft das nicht. Amazon zum Beispiel hat doch eh schon von den meisten Leuten Name und Anschrift. Generell könnte man von den Metadaten her schließen, welche Bewertungen glaubwürdiger erscheinen als andere. Die könnte man dann unterschiedlich Gewichten.
 
@DARK-THREAT: Auf die Klarnamenpflicht wurden einst grosse Hoffnungen gesetzt.
Medienhäuser schlossen ihre Foren und Leserkommentare und verlagerten sie nach Facebook. Die Hoffnung: unter Klarnamen gäbe es weniger Pöbelei. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Echtnamen eignen sich toll zum persönlichen Mobbing. Echtnamen ermöglichen personenbezogene Bosheit erst richtig. Man denke daran, dass jedes Internetposting auf einen Echtnamen zurückzuführen wäre.
Gezieltes Mobbing würde dadurch viel einfacher werden.

Nach immensen Protesten, hatte eine mutiger (bekannter, beliebter) Mitarbeiter von Blizzard dazu bereit erklärt mit guten Beispiel voran zu gehen und "einfach so" zu Demonstrationszwecken seinen Klarnamen veröffentlicht.
Als nach wenigen Minuten seine Adresse, Alter, Telefonnummer, Namen des Ehepartner, die Schule seiner Kinder und weiteres veröffentlicht wurden, nahm man sofort Abstand von der Idee. Bei Rezensionen von Produkten würden noch deine Käufe nachverfolgbar werden usw...
 
@DARK-THREAT: Im Gegenteil: Man sollte im Internet so wenig wie möglich von sich preisgeben, dann macht man sich auch nicht angreifbar.
 
@DARK-THREAT: Ich keine Deine Logik nicht ganz nachvollziehen. Nehmen wir an, mir gefallen Deine Kommentare hier nicht und ich wäre ein bösartiger Troll. Jetzt bist Du mit einem Alias angemeldet, und ich könnte Dich höchstens hier bepöbeln, dann wäre mein Account völlig korrekt ruckzuck gesperrt. Wenn ich aber durch Klarnamenpflicht Deinen richtigen Namen kenne und Du nicht gerade Hans Müller heisst, habe ich schon deutlich bessere Chancen den Rest über Deine Person herauszufinden, und bei genügend krimineller Energie hast Du plötzlich eine Menge Ärger im RL am Bein. Besonders für Leute wie mich, die einen Namen haben, den es in D genau 2 Mal gibt, hätte das eventuell eher unanagenehme Folgen, da ich z.B. durch den Sportverein beliebig einfach auffindbar wäre. Genau aus dem Grund bin ich z.B. weder bei Facebook noch bei G+, ein Dienst mit Klarnamenpflicht ist für mich absolut nogo.
 
Laut obiger Newsmeldung wird die persönliche Authentifizierung des Anwenders zur Anmeldung gefordert. Wieso fantasieren sich hier alle daraus zusammen, diese persönliche Information solle grundsätzlich auch den anderen Nutzern der Plattform angezeigt werden? Im Detail ist das nicht zu entnehmen, vielleicht geht es nur um die Wahrung der Eindeutigkeit und- im Bedarfsfall - der Rückverfolgbarkeit (was flächendeckend natürlich auch tollem Missbrauch durch die Behörden auch Tür und Tor öffnen würde). Eventuell würde hier nach Anwendungsbereichen unterschieden werden - ein Forist bei Winfuture kann sich ein "Anzeigepseudonym" zulegen, eine Rezension bei Amazon hingegen nur mit Klarnamen. Wobei das je nach Produkt evtl. auch zu Hemmungen führen würde ("was wenn mein komischer Nachbar nun sieht, dass ich den Dildo XY unter 20 ausprobierten den besten finde?").

DARK-THREAT hätte damit möglicherweise gegenüber Winfuture nachweisen müssen, wer er ist. Für die anderen Winfuture-Nutzer wäre er aber nach wie vor DARK-THREAT (wenn aber jemand gegen ihn pöbelt, könnte anhand des Accounts leicht festgestellt werden, wer das im "Real life" war. Bei Amazon müsste für jedes Fake-Profil, das zum "Bewerten" von Produkten verwendet werden soll, eine [andere] reale Person zur Anmeldung nachgewiesen werden. Etc.).

Wie dem auch sei - ich persönlich halte die Datenschutzbedenken gegenüber dem Zugewinn an "Vertrauen, Transparenz und Fairness im Online-Wirtschaftsleben im Hinblick auf Bewertungen und Rezensionen von Produkten und Dienstleistungen" für schwerwiegender. Vielleicht findet sich ja auch noch eine bessere Lösung um letzteres zu erzielen, ohne den Datenschutz zu opfern?
 
@FenFire: Dein auf den ersten Blick bedenkenswertes Argument ist bereits auf den zweiten Blick nicht stichhaltig: in Zeiten massenweise gehackter und veröffentlichter Nutzerdatenbanken musst du davon ausgehen, dass die Klarnamen über kurz oder lang öffentlich sind, selbst wenn Anbieter wie WF sie nicht selber im Forum o.ä. anzeigen.

Klarnamen sind außer für Einkäufe auch nicht erforderlich, in den letzten 30 Jahren ging es ja auch ohne. Ich sehe auch nicht ein, warum wirklich alles geopfert werden soll auf dem Altar *fiktiver* wirtschaftlicher Vorteile. Anonymität (wo möglich) schafft auch Vertrauen und dies wiederum ebenfalls wirtschaftliche Vorteile, aber es ist halt nicht gut für Überwachung und daher wird dieser Aspekt stets verschwiegen.
 
@Drachen: Wie ich im letzten Absatz schrieb halte ich die Datenschutzbedenken auch für wichtiger als den - realen oder fiktiven - möglichen Zugewinn an Verbraucherschutz einer derartigen "Klarnamenregelung".

Auch die Entwendung einmal gespeicherter Daten ist natürlich ein Risiko, das mitbedacht werden muss (ebenso wie die spätere Verwendung zu anderen Zwecken als den ursprünglich vorgesehenen - "ach, wenn wir die Daten schon mal haben könnten wir doch...").

Worauf ich mich primär bezog waren als Antwort an DARK-THREAT gerichtete Kommentare der Art "wieso bist Du dann hier nicht mit Klarnamen angemeldet?" und "Wenn ich aber durch Klarnamenpflicht Deinen richtigen Namen kenne" - die Autoren dieser Kommentare sind also davon ausgegangen, sie als ganz normale Nutzer der Plattform "Winfuture" könnten bei so einer Klarnamenregelung die Namen der anderen Nutzer hier ganz offiziell, quasi per Gesetz so angeordnet, direkt angezeigt erhalten. Was ich persönlich dann doch für mehr als unwahrscheinlich halte - denn es besteht durchaus ein Unterschied zwischen "bei der Anmeldung dem Anbieter gegenüber ausweisen" und "diese Ausweisdaten dann auch an alle anderen Angemeldeten weitergeben". Oder anders: Wenn ich mich bei Betreten einer geschlossenen Veranstaltung dem Türsteher/Veranstalter gegenüber identifizieren muss (mit einhergehendem Risiko, dass dieser die Information anderweitig nutzt/missbraucht, sie ihm entwendet wird, etc.), heisst das nicht dass ich dies allen anderen Gästen der Veranstaltung gegenüber ebenfalls tun muss. Was manche der obigen Kommentatoren jedoch automatisch anzunehmen schienen.
 
@FenFire: danke :)
wie gesagt, wenn WF die Daten hat, sind sie fast zwangsläufig auch bald allgemein bekannt. Die Frage ist nicht "ob", sondern nur "wie schnell"

Schönes WE dir und allen anderen Lesern und Kommentaroren
Drachen
 
@Drachen: Ebenfalls ein schönes Wochenende :)
 
@DARK-THREAT: Nicht nachvollziehbar, wieso du das erlebt hast.
Ganz davon ab überlege ich aber grade daran herum, in wie weit Klarnamenzwang ziemlich weitreichende Folgen haben könnte. Wenn nämlich Onlineshopbetreiber B wie auch immer mit(geteilt)kriegt, das irgend nen großer Versender A, nehmen wir mal als Musterbeispiel Amazon, einen gewissen Klarnamen lebenslang ausgesperrt hat. Man stelle sich nur mal vor, wenn dieses Sperren einfach mal so und ohne eigene Prüfung von dem weit kleineren Onlineshops U, V und Z übernommen wird.
Wenn die sich auf den Standpunkt stellen: Amazon wird schon wissen was sie da tun, also hechten wir einfach mal ruckzuck und kostengünstig hinterher ?
Klar gibts da rechtliche und datenschutztechnische Bestimmungen, die einem solchen "Informationsfluss" von Händler A --> B, C.. entgegen stehen dürften, aber wenn das ganze über zwischengeschaltete Strohmänner läuft...du verstehst, worauf ich raus will ?
Und dann stell dir noch vor, das der lebenslang gesperrte bei Amazon auf einmal doch wieder entsperrt wird / werden muss. Wieviele von den zuvor hinterher gehechteten weiteren Shops das wohl mitkriegen (wollen) und ebenfalls rückgängig machen.. ?
 
@DARK-THREAT:
"Ich habe viel in den letzten Jahren erlebt, was hinter Anonymität passiert und das gefiel mir persönlich nicht, da es gegen meine Person ging bzw weiterhin geht."

Nicht dass ich irgendetwas rechtfärtigen möcht was dir passiert ist!!!
Aber schon mal darüber nachgedacht, dass dies auch an dir gelegen haben könnte? ;-)
Die Reaktion anderer kommt meist nicht von ungefähr.
Ich mein hier wußtest du offensichlich auch was für einen Unfug du von dir gibst, wenn du schon vorher wußtest, dass du "100-" bekommst?! ;-)

"Immerhin wohne ich nun woanders und habe eine neue Adresse, bekomme ich immerhin keine ungewünschte Post oder Pakete auf Nachnahmegebühr mehr."

Und das ist ja nun richtig lustig. :-)
Du bist jetzt also froh darüber, dass, nach deinem Umzug, nun keiner von denen mehr weiß wo du wohnst.
Mit anderen Worten, du bist froh über deine wiedergewonnene Privatsphäre und ANONYMITÄT?
Ganz davon zu schweigen, dass du hier selbst unter einem Pseudonym auftrittst!

Ja nee is klar! ;-)
 
@OPKosh: Ich bin nicht anonym. Jeder kann leicht heraus bekommen, wer hinter DARK-THREAT steckt. Allerdings wussten einige Leute mehr von mir, was eben nicht alltäglich im Internet steht, wie zB meine Anschrift.
 
@OPKosh: Mit Verlaub, dem Gemobbten die Schuld zuzuweisen ist ganz ganz großer Unsinn. Beim Rest und vor allem beim Schluss deines Postings bin ich aber ganz einer Meinung.
 
@Alle: Nicht-Anonymität ist ja nicht zwangsläufig ein Klarnamen Zwang oder Bekanntgabe der Adresse o.Ä., sondern nur eine eindeutige Identifizierung des Nutzers, gegenüber dem Anbieter oder ja, gegenüber z.B. der Strafverfolgung o.Ä.
Beispiel... Jeder Internetnutzer bekommt einen fest zugewiesenen Pool an IPv6 Adressen oder so. Ich kann generell den Wunsch nach Anonymität durchaus verstehen, sehe aber ebenfalls die Notwendigkeit, dass eine eindeutige Identifizierung in vielen Bereichen ebenfalls sehr sinnvoll wäre.
 
@Lastwebpage: Danke. Genau das meine ich.
 
@Lastwebpage: Klarnamen ist außer bei Online-Einkäufen mit Bezahlung über Bankverbindung und Lieferung nicht nötig. Je mehr Foren usw. deinen Klarnamen haben, um so schneller ist dieser auch öffentlich. Schau dir die Meldungen über gehackte Nutzerdatenbanken an, mit Klarnamen würde das noch rasant zunehmen, weil der Wert der Daten dann nochmal deutlich steigt.
 
@Drachen: Ja, deswegen ja eben, eine eindeutige, unverwechselbare, Identifizierung wäre teilweise vielleicht wünschenswert, und vielleicht sogar, auch für den Nutzer, nützlich, aber dieses muss ja eben nicht Zwangsläufig den Namen oder andere persönliche Benutzerdaten des Nutzers beinhalten. Hier sehe ich durchaus einen entscheidenden Unterschied.
 
"Anonymität schadet der Wirtschaft"
Ja, es ist schon beschämend das man das Pack von Konsumenten nicht eindeutig identifizieren kann um es mit Werbung zu belästigen. Normalerweise müsste jeder der etwas kauft Ausweis vorzeigen und Fingerabdrücke abgenommen werden.
 
@marcol1979:
Ist doch offensichtlich, dass Kampf gegen Fake-Rezensionen, Mobbing, etc nur ein VORWAND sind um an unsere Daten zu kommen.
Totalüberwachung und Daten zu Geld machen sind das Ziel - alles andere ist doch nur verlogene Heuchelei.
 
Lästigen Verbraucherschutz eliminieren und gleichzeitig mehr Überwachung hinbekommen. Da hat sich grade ein geschmierter EU-Lakai nen fetten Bonus mit der Idee verdient.
 
@Caliostro: Mehr Überwachung hinbekommen ist mir klar, aber ich sehe nicht ganz wo genau hier welcher lästige Verbraucherschutz eliminiert werden soll, vielleicht könntest Du jenen Punkt erläutern (welcher Verbraucherschutz, weshalb ist dieser für wen lästig, und wie wird er durch den Vorschlag eliminiert)? Das "Verkaufsargument" für den massiven Ausbau der Überwachungsmöglichkeiten ist ja (vordergründig) gerade eine Verbesserung des Verbraucherschutzes.
 
@FenFire: Der Rezensent wird angreifbar. Benutz mal irgendeine juristisch nicht-wasserdichte Negativ-Aussage über ein Produkt und der Anbieter/Hersteller kann dich angehen. Da passieren dann 2/3 Beispiele und ausser Jubelpersern wirst du danach keine Meinungen mehr finden.
 
Wieso hab ich bei den andauernden Angriffen auf die Anonymität der letzten Jahre immer das Gefühl, dass es denen NICHT um so "edle" Ziele Kampf gegen Fake-Rezensionen, Mobbing, etc geht?
 
"Big Brotheris watching you"?

Och, echt jetzt, die liebe Industrie hat Schwierigkeiten jeden Konsumenten immer und überall eindeutig zuzuordnen, deshalb Klarnamenpflicht incl. Adresspflicht damit auch jeder Weiß von wen es kommt und wohin man welche Werbung schicken kann?
Wofür überhaupt Datenschutz, wenn doch jeder alles und jedes weiß bzw. nachlesen kann?

Ist klar das das Netz alles andere als sicher für meine Daten ist, aber wenn wir jede Hürde abbauen für die Industrie, wäre für mich ein Privater Verzicht, zumindest ein extremes einschränken überlegenswert!
 
Wegen fake Rezessionen? das zieht? das spiegelt den Toastbrot IQ der Bevölkerung wieder!
 
@neuernickzumflamen: Ich bezweifle dass das zieht :) Die Autoren des Papiers haben es halt mal reingeschrieben, vermutlich nach dem Motto "versuchen kann man's ja mal"...
 
@neuernickzumflamen: Selbst ein mittelmäßiger Toastbrot-IQ erkennt das die daraus resultierenden Maßnahmen alle Menschen trifft und der "edle Grund" Fake-Rezensionen zu kassieren letztlich nur vorgeschoben ist um weiter am gläsernen Verbraucher ohne Rechte zu arbeiten.
Ich hoffe die weisst deinen Beitrag auf der Peinlichkeitsskala einzuordnen und zukünftig vielleicht nochmals nachzudenken bevor du so etwas postest.
 
wie süß, jetzt treten hier die ganzen Alu-Hüte wieder in Erscheinung ??
 
@overachiever: Jap, das ist der wöchentlich organsierte Aluhut-Flashmob um systemkonforme Schafe/Lemminge und Vogel-Strauss-Taktik-Imitatoren zu ärgern :D
 
Da hat nicht zufällig unser EU-Internet-Kommissar Öttinger mit zu tun?
 
Jetzt wollen die anders den e-Perso an die Leute bringen.
 
Das würde mich dazu bewegen, den onlinekauf massiv komplett zu boykottieren, ob ich ne rezension abgebe oder nicht, die spinnen doch
 
Und wenn die Terroristen Briefe schreiben, muss man dann auch den Ausweis vorzeigen, wenn ich mir nen Briefumschlag kaufe?!
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles