Datenkrake Miitomo: Nintendo-Spiel ist "schlimmer als Facebook"

Seit kurzem ist Nintendos erster Smartphone-Titel namens Miitomo erhältlich, dabei kann man aber nicht unbedingt von einem klassischen Game sprechen, sondern eher von einem spielerischen Social Network. Über deren Machart kann man geteilter Meinung ... mehr... Smartphone, App, Nintendo, Miitomo, Nintendo Miitomo Bildquelle: Nintendo Smartphone, App, Nintendo, Miitomo, Nintendo Miitomo Smartphone, App, Nintendo, Miitomo, Nintendo Miitomo Nintendo

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Wieso schlimmer als Facebook? Facebook ist doch auch nur da, um persönliche Daten preiszugeben.
Ob ich nun einen Fragebogen bei Facebook ausfülle oder Fragen bei Miitomo beantworte, nimmt sich meiner Meinung nach nichts.
Dass die Zielgruppe von Miitomo durch die kindliche Aufmachung eher jünger sein könnte, finde ich hingegen schon etwas bedenklich. Aber hier sind wie immer zuerst die Eltern gefragt.
 
@Runaway-Fan: Nee, die Zielgruppe von Miitomo ist japanisch, da ticken die Uhren etwas anders. Speziell mit Kindern hat das wohl gar nicht unbedingt was zu tun, denn dort fährt (fast) jeder auf dieses "süße" Zeugs ab.
 
Die Meinung, dass dies schlimmer als Facebook sei hat Winfuture vermutlich exklusiv.

"Die Fragen, die Miitomo zum "sozialen Spiel" stellt, sind vermeintlich harmlos, so will man wissen, welche Pizza man am liebsten isst, welchen Sport man betreibt oder was man zur Entspannung macht"

Und was bringt das Nintendo, wenn man weder Klarnamen, Wohnort, Verbindungen zu Freunden mit Klarnamen oder gar die Telefonnummer hat, was ja bei FB häufig der Fall ist. Genau: Wenig.

Von daher ist das imho überhaupt nicht mit Facebook zu vergleichen. Und wenn man sich wegen jedem bisschen "einscheißt", dürften wir überhaupt kein datenbezogenen Apps mehr nutzen. (Dating, Fitness, Ernährung etc.)
 
@snaky2k8: Sorry, das ist einigermaßen naiv, was du da schreibst. Denn all das, was du beschreibst, sind Daten, die FB gar nicht oder nur in sehr begrenzter Form sammeln darf, weil es eben Datenschutzgesetze gibt. Denn eine Verknüpfung von sensiblen privaten Informationen bzw. "personenbezogenen" Daten (Wohnort, Nummer etc. sind zudem auch eine freiwillige Angabe) mit "soften" Daten (Interessen etc.) ist weitgehend untersagt.

Das interessiert FB und Nintendo aber auch gar nicht, die schicken dir keinen Vertreter, der an deiner Tür klingelt. Für Marktforscher und Werber sind auch anonymisierte Daten sehr viel wert.

Und Miitomo ist - theoretisch - in der Tat "schlimmer" als FB, da du Facebook nutzen kannst wie du willst und eine gewisse Kontrolle hast, wie viele Daten du hergibst. Bei Miitomo ist das Datensammeln gewissermaßen eben das zentrale Element.
Mir persönlich juckt das wenig, ich habe nur wenig Angst, meine Daten herzugeben. Aber Miitomo hat eine klar junge Zielgruppe. Und du hast keine Vorstellung, wie viel mehr wert derartige Daten sind, wenn sie Kinder betreffen (USK ab 0)...
Edit: Typo
 
@witek: Es ist ja alles richtig was du schreibst. Die Frage ist eben, ob Nintendo die klare Strategie verfolgt aus den Daten Geld zu machen. Und selbst wenn sie es machen wollten: Wie sollen die Daten zugeordnet werden? Übrigens würde es ein riesen Imageschaden für Nintendo sein, wenn sie damit Unfug treiben. Deshalb glaube ich da nicht so richtig dran. Aber klar, man weiß nie...
 
@snaky2k8: Das steht ja auch im letzten Absatz alles drin. Aber von der Funktionsweise ist die App eine Datenkrake. Ob und was Nintendo damit macht ist eine andere Sache. Ich würde ja auch behaupten, dass FB und Google nichts "Böses" im Sinn haben, außer uns Werbung zu verkaufen.
Die eigene Marktforschung von Nintendo wird die Daten aber zweifelsfrei bekommen. Und wie gesagt: Die Kinder-Ebene ist für mich entscheidend. Hätte ich Kinder, dann hätte ich bei Miitomo doch ein wenig Bauchweh.
 
@witek: Bauchweh sollte man schon einen Schritt früher bekommen:
Warum haben die Kinder überhaupt ein Smartphone und freies Internet.
Okay, man kann die App auch aus "unbekannten Quellen" installieren, aber eigentlich bezieht der Kunde es wohl über den Play Store, den man aber nur mit einem Google Account nutzen kann, den man wiederum erst mit 13 Jahren erstellen darf. Bedeutet, entweder hat das Kind beim Alter gelogen oder der Account der Eltern wurde dafür genutzt - in beiden Fällen ist weder Google noch Nintendo oder Facebook für den Schutz des Datenschutzes der Kinder stärker in der Pflicht als für den Datenschutz eines 13jährigen, Jugendlichen oder Erwachsenen.

Kritisch zu betrachten finde ich an Miitomo das Konzept als solches. Wenn ich dich Frage "Wie findest du deine Kollegin Nadine?" sieht jeder, mit dem du vernetzwerkt bist die Frage und auch deine Antwort. Das sollte jedem Nutzer bewusst sein. Es hat alles eher einen Chat-Charakter, bei dem der Chat aber von jedem eingesehen werden kann - da kann auch mal eine Antwort rausrutschen die verstörend oder beleidigend für andere sein kann.

In deinem Artikel klingt es so als ob nur Nintendo die Fragen stellt, nein, jeder deiner Freunde kann dir eine Frage stellen, ob die nun zu deiner Lieblingsstellung ist oder deine Meinung zu anderen Menschen beinhaltet. Da ist die Hemmschwelle natürlich niedrig, aber auch deine Mutter oder dein Chef liest die Antworten mit - ob Nintendo die Daten überhaupt versucht auszuwerten ist dann zweitrangig.
 
@snaky2k8: Gibt unzählige Möglichkeiten in dem Spiel Punkte zu sammeln um dann Echtgeldwerte zu erlangen, ich kann mir nicht vorstellen, dass Nintendo das so forcieren würden, wenn sie keinen Plan hätten um die Daten zu monetarisieren.
 
Ich habe die App zwar nicht , aber die Überschrift hält mit den Infos im Text bei weitem nicht mit.
Facebook bringt da viel mehr Daten ins spiel die sie abgreifen.
Da ist Nintendo immernoch ein Waisenkind dagegen.
 
Die App gibt sich auch mit Antworten zufrieden, die nur aus einem Zeichen bestehen. Von daher.
 
Naja bei ~1,5 Milliarden die sich auf Facebook Outen, ist das dann mit 3 Millionen wohl eher ein "Leichtgewicht".
 
sogar oxh als Playstation fan habe die app,ist recht witzig und charmant mit freunden. nintendo schickt halt statt dem fbi pikachus vorbei und wenn es ernst wird Raichus^^
 
Ich finde es auch schlimmer als Facebook. Es gibt offenbar weder einen webclient, noch etwas für die UWP.
 
@Bautz: Das ist ein Kritikpunkt für so ziemlich jedes Nintendo-Spiel.
Deshalb habe ich keine Wii :3
 
Was heißt hier Nintendo hat kein Konzept zur Auswertung der Daten?
Die App ist in Zusammenarbeit mit DeNA entstanden. Beschrieben als "e-commerce"-Betreiber. DeNA betreibt einige Online-Shopping Portale.
2011 hat diese Firma von der Japanischen Fair Trade Kommission ein Unterlassungsschreiben bekommen weil sie gegen Monipolgesetze verstoßen.
2012 sind sie ins Geschäft mit VoIP und messaging software eingestiegen. Bei allem was man von vergleichbaren Produkten so hört kann man also wohl ohne große Verschwörung annehmen dass die bereits fleißig Daten sammeln.
2013 Partnerschaft mit SonyMusic und Universal Music für einen "social music service".

Ich bin mir sicher diese Firma hat genug Möglichkeiten mit den Benutzerdaten etwas anzufangen...
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