BGH: verstärkte Prüfpflichten für das Ärzte-Bewertungsportal Jameda

Die deutsche Plattform Jamenda, bei der Ärzte und Dienstleister gesundheitsnaher Berufe sich von ihren Nutzern bewerten lassen können, muss nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sein Prüfverfahren von Bewertungen neu aufstellen. mehr... Gesetz, Recht, Paragraph Gesetz, Recht, Paragraph Gesetz, Recht, Paragraph

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Na ich weiß ja nicht, aber wenn ich mir per Google Ärzte raussuche, haben die meist dauerhaft gute Bewertungen. Wenn wirklich mal jemand schlecht bewertet wird, sollte der Arzt vielleicht mal überdenken woran das liegt...
 
@Shadow27374: Das Problem ist hier: Bei Jamendo verschwinden viele Bewertungen auch mir nichts, dir nichts. Ich habe persönlich auch schon mehrere Ärzte negativ bewertet (die eine hat mir z. B. innerhalb einer Sekunde mit kurz Anfassen - ohne MRT oder ähnliches - gesagt dass bei mir alles in Ordnung ist und ich mir die Schmerzen nur einbilde..., ein anderer Arzt hat dann aber - dank MRT - die richtige Diagnose gestellt. Dementsprechend fiel dann auch die Bewertung aus. Resultat -> Bewertung ist wenige Tage später ohne Kommentar einfach wieder verschwunden.
 
@Shadow27374: naja... Wenn ich bei Google meinen Hausarzt eingebe (also nicht nur Jameda), kommen da auch Bewertungen von 1 bis 6. Ich gehe da schon fast 30 Jahre hin (erst der Vater jetzt seine Tochter), so schlecht ist der also nicht. ;) Ich denke gerade bei Ärzten ist ein Bewertung extrem subjektiv. Dieser Hausarzt hat bei Jameda 3 mal eine 1 und 2 mal eine 5.
Andere Bewertungskriterien werden vielleicht auch falsch interpretiert.
Wenn ich z.B. meinen örtlichen Hautarzt (Nicht Hausarzt) aufsuchen möchte, sind da Termine von 1 bis 2 Monaten, wenn es kein Notfall ist (was auch immer das bei einem Hautarzt sein soll) , keine Seltenheit. Das mag für den Patienten zwar schlecht sein, aber was sagt das über den Arzt aus? Ich habe im Internet bei Ärzten auch schon Bewertungen gelesen: "Wartezeit: Note 1, Wartezimmer ist fast immer leer und man kommt sehr schnell dran", was sagt diese Bewertung aus? ;) Es mag zwar, wie bei terminated, auch Behandlungsfehler geben, aber wie gesagt, vieles wird da sehr subjektiv sein.
 
@Shadow27374: Ja zum Beispiel daran, dass die Konkurrenz-Praxis ihm eins auswischen will.
 
@crmsnrzl: Konkurrenzen unter Ärzten scheint es nicht zu geben. Immer wenn ich einen Termin brauche, muss ich Wochenlang warten. Wenn die zu wenig Patienten (Kunden) haben sollten, dann sind sie entweder viel zu langsam, oder nehmen nur lukrative Privatversicherte...
 
@Kobold-HH: Da ich die Ärztesituation schon in mehreren Städten über einige Jahre selbst erlebt habe, kann ich dir versichern, es gibt sie. Bei Hausärzten eher selten, die sind meist sowieso überlastet, aber bei Fachärzten ist das nicht weiter ungewöhnlich.
 
Na ob sich der Arzt (bzw. generell die Gruppen die bewertet werden) damit nicht ins eigene Fleisch schneiden. Grundsätzlich gilt ja eh: wer unzufrieden ist, gibt eher seinen Senf ab als der zufriedene Kunde. Jetzt wird die Hürde für jeden der Bewertet noch mal höher gelegt (Quitungen bei der Bewertung des Arztes, Restaurants; Arbeitsvertrag oder so bei der Bewertung des Arbeitgebers usw.) Da wird sich wohl auch noch der ein oder andere zufriedene Kunde überlegen ob das noch den Mehraufwand wert ist. Der Unzufrieden wird wohl auch weiterhin die Energie haben der Welt seine Unzufriedenheit und seine Warnung kundzutun und über diese Hürde eher hinwegsehen.
 
@terminated: Das "Problem" ist ja, dass der "Patient" niemals bei dem Arzt war, warum also sollte der Arzt die schlechte Bewertung auf sich sitzen lassen?
Wobei ich nicht weiß ob Gerichte nicht andere Dinge zu erledigen hätten als so ein e Sache zu verhandeln.
 
Ich finde das Thema Meinungsfreiheit immer wieder zum schreien! Offenbar ist jeder frei, seine Meinung zu äußern, solange diese Meinung nicht negativ ist. Wie im alles in der Welt soll man seinem Ärger Luft machen, wenn es offenbar (und ja, ich weiß, dass im GG der Meinungsfreiheit Schranken gesetzt wurden) gegen die Menschenwürde, die persönliche Ehre, vatikanisches Dekret 1045 und die Moralvorstellungen des Kinderkanals verstößt, einfach das zu sagen, was man sagen will? Eine Online-Bewertung, solange nicht sinnlos beleidigend, sollte man doch schreiben dürfen, auch wenn sie dem Betroffenen nicht gefällt.
 
@bamesjasti: Jain... der entscheidende Unterschied ist ja eben ob es selber erlebt ist oder Hören-Sagen. Bei dem Kauf einer Kaffeemaschine ist es für die Bewertung auf Amazon ja eigentlich relativ egal, ob man diese bei Amazon oder Mediamarkt gekauft hat, also verifizierter Kauf oder nicht. Ein "nicht verifizierter Kauf" also kein Arztbesuch, und trotzdem eine Bewertung für den Arzt, dass macht für mich aber doch auch irgendwie keinerlei Sinn.
 
@Lastwebpage: Wieso nicht? Bei Amazon bewertet jemand, der angeblich das Handy bei MediaMarkt gekauft hat, extrem schlecht -> nicht verifizierter Kauf, schlechte Bewertung -> okay. Beim Arzt ist jemand, der den Arzt-Termin nicht über das Portal gebucht hat oder keinen Nachweis vorweisen kann, plötzlich "sinnlos"? Versteh ich nicht, wo genau ist jetzt der Unterschied? Wieso darf dann - der Logik gefolgt - ein Elektronikkonzern auf Amazon seinen Konkurrenten schaden indem er schlechte Bewertungen abgibt, bei einem Arzt ist es aber sofort was anderes? Ich würde eher in beiden fällen entweder sagen: nur verifizierte Käufer/Kunden dürfen bewerten oder alternativ: nur Bewertung von verifizierten Käufern fließen in die Gesamtnote ein. Komplett die kriminelle Energie wird man damit zwar nicht eliminieren können, aber ein Anfang wäre es definitiv.
 
@terminated: Die Person war aber nicht bei dem Arzt sie hat also gelogen. Wenn es überhaupt eine echte war, denn Bewertungen werden auch gekauft, positiv wie negativ und das ist in mehreren Aspekten strafbar. Es schadet nicht nur die bewertete Seite sondern auch die Kunden, die es in die irre führt. Ich habe auch Erfahrung mit einen Mitbewerber, der uns negativ bewertet hat, also vorgibt ein Kunde zu sein. Und auf der anderen Seite Facebook likes kauft.

Also kommt bitte von dem Gedanken dass es echte Kunden sind, denn das ist ein relativ einseitige Sicht auf diese Problematik.
 
@daaaani: "Die Person war aber nicht bei dem Arzt sie hat also gelogen." Und wer sagt mir, dass die Person tatsächlich das Produkt gekauft hat dass sie bewertet hat? Richtig, niemand. Teilweise ist letzteres sogar richtig Mode geworden, nicht nur bei den Bewertungen von Amazon. Sieh dir beispielsweise mal einige "Vergleiche" von androidpit an. Da wird dann ganz viel Content nur für die Suchmaschinen produziert und wenn man als Benutzer dann mal den gesamten Artikel ließt, ist man dauernd mit solchen Aussage konfontiert: "Sobald uns das XXX als Testgerät zur Verfügung steht..." Es werden also nicht nur falsche Bewertungen bei Amazon eingestellt, sondern auch - vermeintlich seriöse Seiten - klatschen einfach Vergleiche ins Internet die ausschließlich auf irgend nem Papierquatsch basieren.
 
@terminated: Das ist mir ja bewusst ich habe ja auch nie was gegenteiliges behauptet.
 
@terminated: Wie daaaani auch schon schrieb. Von Ausnahmen, wo auch der Händler gleich mit bewertet wird, bewertet man auf Amazon ein spezielles Produkt. Die Herkunft, also der Ort wo man es gekauft hat, ist dabei eher zweitrangig. Sicher, bei sehr speziellen, teuren Produkten oder Proukten mit wenige Bewertungen, schaut man sich vielleicht etwas eher die Bewertungen mit verifizierte Kauf an, insbesondere dann, wenn es zwischen beiden erhebliche Unterschiede gibt, aber Prinzipiell ist das Smartphone 007 eben ein Smartphone 007, egal vorher es kommt. Sicher, da wird teilweise auch gelogen, dummerweise gibt es keine Bewertung der Bewerter oder so, dass läuft da also auch auf "im guten Glauben" hinaus. Allerdings kommt es bei Amazon auch auf die Masse der Käufer an. Bei 2, nicht verifizierten Käufern, ja, da kann man zwar ein Problem bekommen und Mist kaufen, dann würde man aber selber mit seiner Bewertung und verifizierter Kauf da stehen. Die 2, möglicherweise gekaufte Rezensionen, wären dann raus geschmissenes Geld, für den Anbieter der die gekauft hat. Bei Produkten mit 50 Bewertungen dürften ein paar falsche weniger ins Gewicht fallen.
Kann man über die Platform überhaupt "Arzttermine buchen"? Also bei meinem Hausarzt wird das eh nicht funktionieren. Gut, ich weiß jetzt zwar auch nicht, wie ich meinen letzten Arztbesuch belegen könnte, und ich weiß auch nicht wie Jamenda das nachweisen soll, aber es gab Gerichtsverhandlungen und ich gehen davon aus, dass Gerichte durchaus bei der Krankenkasse nachfragen können. Im vorliegenden Fall stellte sich aber heraus, laut Artikel, das die Person nie Patient des entsprechenden Arztes war.
Wo ich den Unterschied sehe? 1)In der Masse der Anbieter. Wenn ich, aufgrund gekaufter Rezensionen, statt dem Smartphone 007 bei jemand anderen 008, 009 oder... kaufe, ist das zwar nachteilig für den Anbieter des 007 Gerätes, aber bei 008 und 009 kaufe ich ja dann bei irgendwem dieses Gerät (Gesetzt den Fall es handelt sich nicht um ein sehr spezielles Gerät). Zwei Zahnärzte in einem Dorf, Stadtteil oder so, dass könnte dann evtl. schon ein Problem werden.
2) Es ist zwar umständlich und zeitaufwendig, aber im Notfall schicke ich das Smartphone eben wieder zurück, eine möglicherweise falsch gezogenen Zahn, den bin ich aber los.
Zugegeben beide Systeme sind stark verbesserungsfähig, aber ich persönlich sehe bei Gesundheit vs. irgendein Produkt schon einen Unterschied.
 
@bamesjasti: Tatsachenbehauptungen sind keine Meinung, völlig egal ob wahr oder unwahr.
 
Und wie wär's dann auch mal umgekehrt? Jeder Arzt, der sich mit positiven Bewertungen schmücken will, soll bitteschön auch belegen müssen, dass sich diejenigen die bewertet haben auch tatsächlich der besprochenen Behandlung bei ihm unterzogen haben.

Das finde ich auch bei Onlineshop-Bewertungsportalen wie eKomi immer vollkommen daneben: Sofern man überaus positiv bewertet, reicht der Bewertungskommentar und nach kurzer Zeit ist die 5-Sterne-Bewertung online.
Kreuzt man etwas unter 4 Sterne an, klappen direkt mehrere weitere Formularfelder aus, die Daten abfragen und bei denen eine genaue Prüfung angedroht wird - die Bewertung bleibt natürlich vorerst unter Verschluss!
Negative Bewertungen sollen auf diese Weise soweit es nur geht erschwert und vermieden werden.
Überschwänglich positive Bewertungen werden natürlich keiner weiteren Prüfung unterzogen - das sich der Händler die evtl. gekauft haben könnte, wird dabei bewusst ignoriert.
 
Solche Portale sind gefährlich und müssen nicht der Realität entsprechen, da sie fast ausschließlich subjektiv von Laien bewertet werden.
Eine lange Wartezeit hat z.B. nichts mit der medizinischen Qualität zu tun.
 
@Aloysius: Die "medizinische Qualität" ist aber auch nur ein Teilaspekt. Ein Arztbesuch an sich ist schon unangenehm genug. Da muss auch der Rest stimmen. Wie würdest du einen Arzt bewerten, bei dem du trotz Termin drei Stunden in der Praxis rumhängst und mangels Stühlen die Hälfte davon stehen musst? Und am Empfang bekommst du das Gefühl, du solltest besser wieder gehen.
Wer soll das sonst bewerten?
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