Datenschutzskandal: Patientenakten als Faschingskonfetti verschossen

Patienten-. Bzw. Krankenakten zählen zu den wahrscheinlich privatesten Daten, die man schützen kann und muss. Deshalb ist das, was in Dermbach in Thüringen passiert ist, umso ungeheuerlicher: Denn beim Karnevalsfeierlichkeiten sind dort nur ... mehr... Dokumente, Papier, Akten Bildquelle: Niklas Bildhauer (CC BY-SA 2.0) Dokumente, Papier, Akten Dokumente, Papier, Akten Niklas Bildhauer (CC BY-SA 2.0)

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Was kommt als Nächstes? Private E-Mails werden in Weihnachtsliedtexten verarbeitet?
 
@gettin: oh Müller Hans, oh Müller Hans, wie krank ist deine Leber... *sing*
 
@gettin: Erinnert mich an diese kleinen Papierfaltschirme für Eisbecher aus meiner Kindheit. Wenn man an diesen den "Stöpsel" oberhalb des Schirms vom Stiel entfernt und aufgerollt hat, hatte man immer ein Stückchen einer chinesischen Zeitung in der Hand mit den "kryptischen" Schriftzeichen. Als Kind war ich da immer Geheimdiensten auf der Spur... ;-)
 
"Demnach hat eine Dermbacherin nach dem Umzug einen Teil der Straße gereinigt und stieß dabei per Zufall auf den Namen ihrer an Krebs erkrankten Schwester, die im Klinikum Bad Salzungen behandelt wird" Sowas ist ja schon ein riesiger Zufall :D
Dennoch sollte sowas nicht passieren.
Btw: Wer schaut sich die Schnipsel überhaupt genauer an? Draufgetrampelt und voller Bier..Ach da steht ja der Name meiner Schwester. WTF
 
@Otacon2002: "Demnach hat eine Dermbacherin nach dem Umzug einen Teil der Straße gereinigt und stieß dabei per Zufall"
 
@dodnet: das ist mir schon klar. aber es gibt zufälle und es gibt zufälle...
 
@Otacon2002: + Kan dir nur zustimmen, hört sich nach zu vielen "Zufällen" an.

Aber hat es LEIDER alles schon gegeben:

Google Suche : Patientenakten im Müll gefunden ^^
 
@Otacon2002: Der Ort hat ca. 3000 Einwohner. Da kennt Jeder Jeden und großes Saufgelage gibt es da meist auch nicht wie in den Hochburgen. Wenn in so einem Ort einer morgens nen Flotten Otto hat, weiß der Arzt schon dass der kommt, bevor der die Hose wieder oben hat ^^
 
@Scaver: jeder kennt jeden und jeder ist dessen schwesters sohn :D
 
@Otacon2002: OMG bist du unlustig. trauriges wesen du bist
 
"Die Thüringische Landeszeitung berichtet, wie die Sache entdeckt worden ist: Demnach hat eine Dermbacherin nach dem Umzug einen Teil der Straße gereinigt und stieß dabei per Zufall auf den Namen ihrer an Krebs erkrankten Schwester, die im Klinikum Bad Salzungen behandelt wird. "

Ich würde das besagte Krankenhaus in diesem Fall auf jeden Fall verklagen! Solche sensiblen Daten müssen den Richtlinien enstprechend verwahrt oder entsorgt werden. Alles andere ist absolut inakzeptabel.

Wie heisst es so schön: Dummheit schützt vor Strafe nicht - Mit Ausnahme unserer Regierenden.
 
@Dante2000: Die Klinik muss daran nicht unbedingt die Schuld tragen, denn üblicherweise werden die zu shreddernden Unterlagen von speziellen Entsorgungsunternehmen abgeholt, um dann datenschutzrechtlich korrekt vernichtet zu werden. Stellt sich also die Frage, wen du da wirklich verklagen solltest.
 
@DON666: In dem Fall dennoch das Krankenhaus. Das Krankenhaus hat dafür Sorge zu tragen, das sie ihre Unterlagen "richtlinien-getreu" entsorgen. Ob dann das Krankenhaus das Entsorgungsunternehmen verklagt, kann dem "Erstkläger" egal sein.

Fakt ist, das in der gesammten Kette, ein eklatanter Fehler aufgetreten ist und nun das Krankenhaus dafür belangt werden müsste.
 
@Dante2000: Nö. Die haben schriftliche Verträge mit dem Dienstleister, in denen die ordnungsgemäße Vernichtung zugesagt wird. Mach dich mal schlau bezüglich "Gefahrenübergang" (ich glaub, das nennt sich so). Man engagiert für so was ja einen Profi, damit man eben NICHT selbst da hinterherrennen muss.
 
@DON666: Ja, das die dafür Firmen haben ist klar.

Es geht mir dennoch darum, das die oben betroffene in erster Linie das Krankenhaus diesbezüglich verklagen könnte.

Der "Finderin" kann die Beauftragte Entsorgungsfirma in dem Fall egal sein. Das Krankenhaus muss sich dann darum kümmern, wer die Schuld trägt.
 
@Dante2000: Ja, okay, logisch sind die die ersten Ansprechpartner, der Finder kann ja nicht wissen, welche Entsorgungsfirma da beteiligt ist. Verstehe jetzt, wie du es meintest. ;)
 
@DON666: Es ist auch tatsächlich juristisch das Krankenhaus zu belangen. Dieses kann sich jedoch eventuell gegenüber dem Entsorgungsunternehmen schadlos stellen. Hierfür nutzt man im ersten Prozess etwas, was in der Juristensprache "Streitverkündung" heißt. Grob erklärt: Damit wird dann das Entsorgungsunternehmen am ersten Prozess beteiligt. Die Feststellungen, die dort getroffen wurden, sind dann für den zweiten Prozess (gegen das Entsorgungsunternehmen) erstmal bindend.

Allerdings ist das hier alles nur Spekulation. Wer weiß, was tatsächlich passiert ist und wer weiß, ob es überhaupt ein Entsorgungsunternehmen gab.
Wir entsorgen unsere Altakten auch immer selbst. Eben damit wir die Kontrolle behalten.
 
@Flash32: Klar, das kann man nie wissen. Ich sprach jetzt lediglich aus eigener Erfahrung. Arbeite selbst in einer Klinik, und hier gibt es halt so verschlossene Metallboxen mit Einwurfschlitz, und wenn die voll sind, werden die von dem Entsorger abgeholt. Ich denke allerdings, dass das allein aus rechtlichen Gründen in Krankenhäusern eher die Norm als die Ausnahme darstellen wird, da einem die Datenschutzauflagen da kaum die Wahl lassen.
 
@DON666: Ja, das Entsorgungssystem gibts auch bei Rechtsanwälten in allen erdenklichen Größen. Ist allerdings nicht ganz unumstritten, da man eben doch die sensiblen Dokumente erstmal aus der Hand gibt an Dritte, die damit theoretisch auch Blödsinn machen können. Ist juristisch ein heißes Eisen. Solange nichts passiert, interessiert es in der Praxis natürlich nicht. Aber wenn mal solche Dokumente (warum auch immer) auftauchen, dann rollen Köpfe.
 
@Flash32: Ob da schon das betreffende Entsorgungsunternehmen der Übeltäter ist oder ein nochmal nachgelagertes Unternehmen, das (erst) mit der Entsorgung der Papierschnitzel beauftragt wurde, ist da noch zu klären finde ich.
Kernpunkt ist aber doch wohl was anderes: die mangelhafte Zerkleinerung der Papiere.
Denn da sind, laut News, schlicht und einfach "zu große" Papierschnitzel übrig geblieben. Es könnte also sein, das Papierschnitzelunternehmen Ärger kriegt wegen nicht fein genug gehäkselt und (nachgelagertes) Papierrohstoff Vernichtungsunternehmen Ärger kriegt wegen ungeprüft geblieben ist, was genau die da an Konfettikanonen abfeuer-willige Leute verkauft haben.
Oder ob und das die da was verkauft haben, illegalerweise Geld machen wollten, mit etwas, was sie garnicht dafür hätten hernehmen dürfen.
 
@DerTigga: Im Endeffekt auch egal, da, wie gesagt, das Krankenhaus zu belangen ist. In dem von dir angedachten Fall, müsste man dann halt zwei Streitverkündungen machen.
 
@DON666: Schriftliche Verträge setzen keine Gesetze außer Kraft. Ich arbeite auch im öffentlichen Dienst, bei einer Krankenkasse. Hier gelten EXAKT die selben Gesetze, da wir im Großen und Ganzen über die selben Daten verfügen (und sogar mehr, da gesammelt von allen Dienstleistern im Gesundheitswesen und auch vom Arbeitgeber, anderen Behörden usw).

Auch die Kasse für die ich arbeite hat einen Subunternehmer für die Aktenvernichtung. Wir bleiben aber in der Pflicht. WIR müssen bewiesen, WO und WANN die Kette unterbrochen wurde und dass wir das nicht hätten verhindern können und dies auch mit einem anderen Dienstleister hätte passieren müssen (z.B. Unfall des Wagens der die Container abholt, Wagen und Container werden beschädigt und die Dokumente fliegen auf der Straße rum). Können wir das nicht, bleibt der Rechtsanspruch der Betroffenen 100% gegen uns. Wir können maximal die Dienstleister in Haftung nehmen, die ggf. wiederum die Mitarbeiter, wenn ein Mitarbeiter schuld sein sollte.

Ich stamme aus der Verwaltung und kenne mich mit den Rechtsvorschriften sehr gut aus. Wir sichern uns ab, wo es nur geht, denn neben dem Zivilen Ansprüchen der geschädigten, der strafrechtlichen Seite, lässt bei uns dann auch das Bundesversicherungsamt (unsere Aufsichtsbehörde) Köpfe rollen... und das kann unter Umständen auch mal die falschen Treffen (natürlich nicht juristisch... man kann oft als "Übeltäter" wasserdicht die Schuld auf andere abwälzen... eine Unterschrift an der falschen Stelle reicht da oft schon).
 
@Scaver: Danke für die ausführliche Info, alles klar! :)
 
@Dante2000: Die Regierung bestrafen wir nicht, sondern wir wählen sie (immer wieder). <scnr>
 
Auf der einen Seite kann man sich selbst um Datenschutz bemühen wie man will, was aber dann wieder ad absurdum geführt wird, wenn man mitbekommt wie die Stellen wo man sich nicht gegen wehren kann das dort irgendwelche Daten von einem vorliegen mit den Daten umgehen.
 
Wenn ich mir anschaue, wie leichtsinnig die meisten Arztpraxen ihre Anrufbeantworter abhören, wundert mich echt gar nichts mehr. Da bekommt man wirklich fast alles mit. Deshalb bestelle ich nie irgendwas bei der Rezept-Hotline von unserem Arzt. Aber nicht nur da, auch bei anderen Ärzten habe ich so etwas erlebt. Leider gibt es sehr sehr selten Ärzte, die den Datenschutz sehr ernst nehmen. Akten mögen geschützt sein, aber wenn sie schon bei Kleinigkeiten wie AB abhören nicht vorsichtig sind... Manchmal frage ich mich auch, ob die Praxen von Datenschutzbeauftragten ab und zu mal kontrolliert werden. Meiner Meinung nach hat ein AB im Anmeldebereich nichts zu suchen! Eine böse Absicht steckt ganz sicher nicht dahinter, sie denken einfach nur nicht darüber nach. Deshalb wundert mich die schlecht geschredderten Patientenakten ganz und gar nicht. Sowas sollte viel öffter untersucht werden.
 
@winman3000: Durfte vor nicht allzu langer Zeit genau solche AB-Aufsagen mithören als ich vor der Anmeldung stand und wartete, dass die anderen Arzthelfer die AU und mein Rezept drucken.
 
Habt ihr davon weil ihr alles auf Papier haben wollt. Landet doch nur auf der Strasse. Aber Daten digital speichern? Neeee viel zu gefährlich.
 
@picasso22: Mir ist es definitiv zu gefährlich. Ich werde lieber mit Konfetti aus einer Kanone beschossen als mit Festplatten. ^^
 
@chris899: aua ^^
 
@picasso22: Genau, weil die digital gespeicherten Daten ja auch soooo viel sicherer sind. Vor allem lassen die sich überhaupt nicht einfach kopieren, wie in Papierform ^^
 
@picasso22: NSA, FBI, CIA sind mehr mit Besen bei Umzügen unterwegs als im Web - darum lieber Digital speichern.
 
Hallo!? Das nennt man Bürokratieabbau! :D
 
Ich sag ja immer, sogenannte " Aktenvernichter" die in Streifen schneiden sind Kacke und gehören verboten
 
@Trabant: Das sind auch keine "Aktenvernichter" sondern Käsemesser!
Ich liebe meinen uralten Geha Top Secret - nur das Entsorgen der Schnipsel ist doof.
 
Tja, mit einem Aktenvernichter der Sicherheitsklasse 3 wäre das nicht passiert... (der in diesem Fall verpflichtend gewesen wäre)
 
@Dr. Alcome: Das ist ja das große Problem. Es gibt die definierten Sicherheitsklassen, aber meist keine konkrete Normierung, welche Klasse genau für welche Dokumente zu nutzen ist. Da gibt es im Endeffekt nur unverbindliche Empfehlungen. Bin mal gespannt, was in diesem Fall rauskommt. Wobei das unsichere Schreddern eine Sache ist... aber das ganze dann nochmal aus einer Konfettikanone in die Öffentlichkeit zu schießen ist natürlich nochmal eine ganz andere Nummer :-)
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